Freibad knickt ein: Gratis-Saisonkarten nach Rassismusvorwurf

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Ein Streit um Baderöcke eskaliert im Freiburger Freibad bis zum Polizeieinsatz. Danach folgen Rassismusvorwürfe – und plötzlich ist alles anders: Die Hausverbote werden aufgehoben, die Badeordnung geändert und die Zigeunerinnen erhalten kostenlose Saisonkarten. Das Personal bekommt derweil zusätzliche „Schulungen“.

Ende Mai kam es im Freibad St. Georgen in Freiburg zum Streit, der mittlerweile Konsequenzen für die Schwimmbäder in ganz Deutschland haben dürfte. Mehrere junge Frauen waren laut einem Bericht mit knielangen Baderöcken aus Badetextil ins Becken gegangen. Ein Bademeister verwies sie aus dem Wasser, weil dies der Badeordnung widersprach. Die Diskussion eskalierte, der Mitarbeiter rief die Polizei, mehrere Personen mussten das Freibad schließlich in Begleitung der Beamten verlassen. Hausverbote wurden ausgesprochen.

Die jungen Frauen gehören der Minderheit der Sinti an und erklärten später, sie würden die Baderöcke aus „kulturellen Gründen“ tragen. Damit war aus einem Streit um Badebekleidung binnen kürzester Zeit wieder einmal ein Rassismusfall geworden. Es fielen die inzwischen obligatorischen Begriffe „Rassismus“ und „Antiziganismus“, Vertreter der Sinti und Roma sowie die Freiburger Antidiskriminierungsstelle schalteten sich ein. Der Druck auf den Betreiber wurde immer weiter erhöht.

Betreiber entschuldigt sich – und verteilt Saisonkarten

Regio-Bäder-Chef Matthias Müller entschuldigte sich für die (eigentlich von den Frauen ausgelöste) Eskalation. Die Hausverbote wurden mittlerweile wieder aufgehoben. Damit nicht genug: Die Betroffenen erhielten als Entschädigung auch noch Saisonkarten für die Freiburger Bäder.

Der Ablauf hat damit eine fragwürdige Richtung genommen. Zuerst setzt ein Bademeister die seit Jahren bestehende Badeordnung durch, dann muss die Polizei anrücken, weil sich die Frauen partout nicht daran halten wollen. Nach den Diskriminierungsvorwürfen kassiert der Betreiber seine Maßnahmen wieder ein und belohnt die zuvor hinausbegleiteten Badegäste mit freiem Eintritt für die restliche Saison.

Für das Personal gab es ebenfalls Konsequenzen – allerdings anderer Art. Die Mitarbeiter erhielten, so wie es im toleranzbesoffensten Deutschland aller Zeiten üblich ist, zusätzliche Schulungen. Gleichzeitig wurde die Badeordnung geändert. Baderöcke aus geeignetem Badetextil sind nun ausdrücklich erlaubt, ebenso enganliegende (sic!) Burkinis.

Am Ende wird die Regel geändert

Damit wurde die seit langer Zeit bestehende Regel, die den ganzen Streit ausgelöst hatte, nachträglich so angepasst, dass derselbe Konflikt künftig gar nicht mehr entstehen kann. Der Geschäftsführer erklärte, mit einer „präziseren Badeordnung“ hätte sich der Vorfall vermeiden lassen. Es ist davon auszugehen, dass nun sämtliche Freibäder in ganz Deutschland vorsorglich ihre Baderegeln anpassen, um nicht ebenfalls Negativschlagzeilen zu produzieren.

Für Beschäftigte, die im Freibad täglich die bestehenden Regeln durchsetzen sollen, ist das allerdings eine klare Botschaft: Gerät ein Konflikt außer Kontrolle und folgt darauf ein Diskriminierungsvorwurf, kann es schnell passieren, dass am Ende nicht die sich nicht daran haltenden Gäste, sondern die geltenden Regeln zur Disposition stehen.

Das dürfte die Autorität des Badepersonals kaum stärken. Gerade öffentliche Schwimmbäder klagen seit Jahren über zunehmende Respektlosigkeit, Streit und aggressive Besucher – insbesondere durch Migranten. Viele Betreiber beschäftigen längst schon private Sicherheitsdienste, weil die Bademeister allein die Lage einfach nicht mehr beherrschen. Die multikulturelle „Bereicherung“ trägt ihre Schattenseiten auch in die öffentlichen Schwimmbäder.

Dieser Fall dürfte jedoch auch eine Signalwirkung haben. Wie viele andere ethnische Minderheiten mit ihren eigenen kulturellen bzw. religiösen Kleidungsvorschriften werden künftig auf ähnliche Eskalationsstrategien setzen? Mehr noch stellt sich die Frage, wie sehr sich die deutsche Mehrheitsgesellschaft den Forderungen von Minderheiten unterordnen soll. Denn jede dieser noch so minimal wirkenden „Anpassungen“ führen dazu, dass sich die Gesellschaft immer weiter an die kulturellen bzw. religiösen Gepflogenheiten anpassen muss.

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