Manche Schlagzeilen hält man im ersten Moment für Satire: Euractiv berichtete am 15. Juli unter dem Titel „Beamte gedenken den Opfern des Klimawandels, während Europa schmilzt“ von einer absurden Schweigeminute der Eurokraten. Sie schwiegen nicht für reale Tote, sondern herbeimodellierte Hitzeopfer.
Tatsächlichen Todesopfern will man in Brüssel gemeinhin keine Schweigeminute geben: Die Ermordung von Charlie Kirk oder auch den Mord am Studenten Quentin Deranque beispielsweise wollte man lieber nicht zum Anlass für Gedenkmomente nehmen. Ganz anders gestaltete sich das am vergangenen Mittwoch, als man herbeimodellierten Opfern der vergangenen Hitzewelle gedachte.
Allein in Deutschland habe es rund 5.000 überschüssige Todesfälle wegen Hitze gegeben, so behauptete man. Das geht auf Angaben des RKI zurück, das aber nicht etwa tatsächliche „Hitzetote“ gezählt, sondern einfach passende „Berechnungen“ angestellt hat. „Weil es sich bei der Berechnung der Hitzetoten um ein statistisches Modell handelt, ergibt sich ein Unsicherheitsbereich“, räumte man beim ZDF ein. Frei nach dem Motto: Natürlich stirbt niemand „an“ Hitze – aber vielleicht „mit“!
EU-Klimachefin Teresa Ribera bezeichnete den Klimawandel jedenfalls als „Killer“, auf den selbst der reichste Kontinent der Welt nicht vorbereitet sei. Sie befand, dass die EU „die beängstigenden Gefahren, die [der Klimawandel] für die Menschheit mit sich bringt, nicht hinnehmen werde“.
Die EU will in Kürze einen neuen „Klimaanpassungsplan“ vorstellen. Ribera gab an, die Kommission werde einen „konkreten Vorschlag“ vorlegen, der der Emissionsreduzierung Vorrang einräume – also der weiteren Deindustrialisierung Europas. Außerdem befand sie, dass die Union eine stärkere Zusammenarbeit beim Aufbau von Widerstandsfähigkeit gegenüber extremen Wetterveränderungen benötige. Die Debatte rund um „rechte“ Klimaanlagen könnte dann erneut entfacht werden.
Das Medium Euractiv befand jedenfalls in der Schlagzeile, Europa würde „schmelzen“, und erinnerte an Forderungen, den Klimawandel zum globalen Gesundheitsnotstand zu erklären.

In den sozialen Netzen kam das Schauspiel jedenfalls schlecht an. Hier fordert man eher Schweigeminuten für die Opfer von Migrantengewalt. Allerdings könnte es dann für eine ganze Weile still im Kreise der Eurokraten werden…
Wo bleibt die Schweigeminute für die unzähligen Migrationsopfer.
— raindrop (@Lunamo66) July 16, 2026





