Hartmut Krauss ist Autor mehrerer Bücher zum Islam. Im Interview mit Report24 erklärt er den absoluten Herrschaftsanspruch der muslimischen Ideologie und warum der Begriff „politischer Islam“ seiner Ansicht nach falsch ist. Er warnt, dass unbeschränkte Religionsfreiheit für die Islambefolger unmöglich sei.
Von Eric Angerer
Hartmut Krauss beschäftigt sich mit Theorien sozialer Herrschaft und Krise. Er arbeitet zu allgemeiner Religionskritik, zur Analyse des Islam als grund- und menschenrechtswidrige Weltanschauung sowie zur kritischen Migrationssoziologie. Er war Initiator der Kritischen Islamkonferenz, ist Herausgeber der HINTERGRUND-Zeitschrift, Vorsitzender der „Gesellschaft für wissenschaftliche Aufklärung und Menschenrechte“ (GAM) und Autor des Blogs diefreiheit.info.
Eric Angerer stellte ihm einige Fragen.
1) Du betrachtest den Islam nicht als Religion im engeren Sinne, sondern als Herrschaftsideologie. Woran machst Du fest, dass diese Ideologie “grund- und menschenrechtswidrig” ist, wie es im Titel eines Deiner Bücher heißt?
Der Islam ist nicht einfach eine „Religion“, sondern, genauer betrachtet, eine Weltanschauung, die den dogmatisch festgelegten Glauben an die Existenz eines Schöpfergottes namens Allah mit einem absoluten Herrschaftsanspruch verbindet. Im Einzelnen weist diese islamische Weltanschauungsform drei Grundkomponenten auf:
(a) die unbewiesene/unbeweisbare Behauptung der Existenz eines Schöpfergottes;
(b) die Behauptung einer Offenbarung des Willens dieser angeblich existierenden Gottheit sowie
(c) den Drang nach weltlicher (diesseitiger) Normierung der Gesellschaft und der Individuen gemäß dieser unbewiesenen/unbeweisbaren Willensoffenbarung.
Damit tritt der Islam definitiv als eine religiös bzw. monotheistisch überhöhte Herrschaftsideologie in Erscheinung, die eine absolute Geltung beansprucht und einen ebenso umfassenden wie autoritären Regelkanon enthält, der eine vormodern-autoritäre Sozialordnung festlegt.
Betrachtet man nun die Inhalte dieser islamischen Herrschaftsideologie genauer, so zeigt sich sehr klar deren grund- und menschenrechtswidrige Substanz:
So schließt der Islam eine Gleichberechtigung zwischen Muslimen und Nichtmuslimen grundsätzlich aus und legt stattdessen eine hierarchische Rangabstufung zwischen ihnen fest. „Ungläubige“ werden als „minderwertig“ und „unrein“ definiert und unter islamischen Vorherrschaftsverhältnissen dementsprechend behandelt. D. h.: Der Islam ist im Grunde eine Herrenmenschenideologie gegenüber allen Nichtmuslimen.
Gemäß seinem absoluten Geltungsanspruch gewährt der Islam kein Recht auf die freie individuelle Wahl einer Weltanschauung sowie kein Recht auf freie (auch religionskritische) Meinungsäußerung.
Er legt eine repressiv-patriarchalische Geschlechterbeziehung fest, in der Frauen systematisch entrechtet, unterdrückt und als moralisch defizitäre Wesen angesehen und behandelt werden.
Er negiert nicht nur das Recht auf sanktionslosen Religionswechsel und Religionsaustritt (negative Religionsfreiheit), sondern bedroht Glaubensabtrünnige mit dem Tod bzw. drakonischen Ersatzstrafen.
Er schließt homosexuelle Orientierungen als „krankhaft“ und „gesetzwidrig“ aus und droht auch hier mit massiven Strafen.
Als vormoderne patriarchalische Herrschaftsideologie verletzt der Islam das Recht auf freie Partnerwahl und befestigt normativ das archaische Konzept der „Ehre“ etc.
2) Du lehnst es ab, zwischen Islam einerseits und Islamismus oder politischem Islam andererseits zu unterscheiden. Was ist Deine Begründung?
Wie bereits gesagt, beinhaltet der Islam einen umfassenden Regelkanon mit grundlegenden Prinzipien für weltliche Belange. In seiner beurteilungslogisch ausschlaggebenden orthodoxen Grundgestalt, also jenseits von angeblich möglicher subjektivistischer Auslegungswillkür, gilt für ihn deshalb das Prinzip „al-islam din wa daula“: Der Islam ist Religion und Staat. D. h.: Der Islam mit seinem allumfassenden Vorschriften- und Normenkatalog kennt keine Trennung von „reinem rituellen Gottesdienst“ einerseits und normativer Regelung weltlicher Handlungen und intersubjektiver Beziehungen andererseits; er ist in seiner lehrdogmatischen Gesamtheit (Koran, Sunna, Scharia) per se „politisch“. Es gibt also keinen „unpolitischen Islam“. Politik (weltliche bzw. gesellschaftliche Regelung) und Religion (Glaube an Allah und die von ihm verordnete Daseinsordnung) gehören untrennbar zusammen.
Falsch und irreführend ist zudem die willkürliche Setzung: Guter Islam/böser Islamismus. Denn inhaltlich gibt es keinen wesentlichen Unterschied. Der „Islamismus“ ist schlicht sich selbst bestätigender aktivistischer Islam unter den Bedingungen der Erfahrung und Auseinandersetzung mit der westlichen Moderne. Der überlieferte Islam hat sich gezwungenermaßen operativ modernisiert und radikalisiert, wobei es in diesem Kontext zur Herausbildung entsprechender Vorhutgruppen gekommen ist. Das bedeutet zum Beispiel Propaganda der Muslimbruderschaft via Facebook; dschihadistische Ideologie und Bastelanleitungen für Märtyrer im Internet; Aufbau einer Atomindustrie im iranischen Gottesstaat; IS-Propaganda mit barbarischen Enthauptungsszenen als muslimischer Realhorrorfilm auf Smartphone; islamische Frauenfeindlichkeit in Rapper-Sprache (Pop-Islam) etc.
3) In einem Beitrag argumentierst Du, dass unbeschränkte Religionsfreiheit für den Islam in einer demokratisch-säkularen Gesellschaft unmöglich ist. Was bedeutet das konkret? Wie sollte die Handlungsfreiheit der totalitären Islambefolger beschränkt werden?
Gerade auch religiöse Weltanschauungen können für einen säkular-demokratischen Staat nur insoweit akzeptiert werden, soweit die Grund- und Menschenrechte nicht verletzt werden. Insofern rituelle und normative Inhalte dieser Weltanschauungen mit Grund- und Menschenrechten kollidieren bzw. diese verletzten und negieren, muss das Recht auf positive Religionsfreiheit im Sinne einer konsequenten Prioritätssetzung eingeschränkt werden, d. h. der Grundsatz gelten: ‚Grund- und Menschenrechte vor positiver Religionsfreiheit‘. Genau dieser Sachverhalt gilt für den Islam mit seinen angesprochenen grund- und menschenrechtswidrigen Kerninhalten. Deshalb ist das nicht nur oberflächliche, sondern falsche Dogma „Islam=Religion=Religionsfreiheit“ nicht haltbar und muss überwunden werden.
Erforderlich wäre es demgegenüber, den Islam seitens des Staates und der Zivilgesellschaft als das zu behandeln, was er tatsächlich ist, nämlich eine nicht integrierbare grund- und menschenrechtswidrige Weltanschauung, die in einem unaufhebbaren Gegensatzverhältnis zur freiheitlich-säkularen Gesellschafts- und Lebensordnung steht. Konkrete Maßnahmen zur Revision und Eindämmung der Islamausbreitung in Deutschland hat die GAM e. V. in ihrem Programm „Säkulare Lebensordnung vs. islamisches Gottesrecht“ dargelegt.
Hier nur ein paar Beispiele: Präzisierung von Artikel 4 Grundgesetz: Der Islam ist keine Religion im Sinne des Grundgesetzes. Keinerlei Anerkennung und Anwendung der Scharia in Deutschland. Kein bekenntnisreligiöser Islamunterricht an deutschen Schulen. Die Zentren für islamische Theologie an deutschen Universitäten müssen geschlossen werden. Keine Sonderrechte und Vorzugsbehandlungen für Muslime. Für ein Kopftuch- und Verschleierungsverbot im gesamten öffentlichen Raum; Unterbindung der Finanzierung und ideologischen Steuerung islamischer Organisationen und Moscheen/Moscheevereine aus dem Ausland. Vollständige Unterlassung der diffamierenden Umdeutung von wissenschaftlich-emanzipatorischer Islamkritik in „Fremdenfeindlichkeit“, „Rassismus“ und „Islamophobie“.
4) Wenn der Islam und seine politischen Herrschafts- und Expansionsansprüche nicht zu trennen sind, müsste dann nicht der Koran (ähnlich wie Hitlers “Mein Kampf”) ebenso verboten werden wie sämtliche islamische Vereine? Was bliebe dann über?
Ein Verbot des Korans würde an der Gesinnung der anwesenden Islambefolger nichts ändern und wäre im Unterschied zu den zuvor umrissenen Maßnahmen, die eine berechtigte „Unwillkommenskultur“ gegenüber dem Islam und seinen undistanzierten Befolgern bewirken, reine Symbolpolitik. Wichtig wären hingegen die Auflösung der Deutschen Islamkonferenz sowie die Einstellung der Zusammenarbeit des Staates mit den Islamverbänden.
5) Du hast ausführlich über die islamische Machtstrategie in den europäischen Ländern geschrieben. Da geht es vor allem um die Islamisierungskonzepte der dominanten Netzwerke der Muslimbruderschaft. Was sind die Eckpunkte dieser Strategie?
Der Islam zielt gemäß seiner weltanschaulichen Dogmatik letztendlich auf die Weltherrschaft und Überwindung/Beseitigung der entgegenstehenden Kulturen der Ungläubigen. Zu diesem Zweck werden seitens der diversen Abteilungen der muslimischen Gemeinschaft in arbeitsteiliger Form unterschiedliche strategische Anstrengungen unternommen bzw. islamisch sanktionierte Handlungen ausgeführt: physische Gewaltanwendung, bewaffneter Kampf und „modernisierte“ Terroranschläge (militanter Dschihad); ökonomische Expansion (Kapitalanlagen im Westen); Infiltration und Bestechung der politischen Institutionen (bis ins EU-Parlament) sowie Missionierung und propagandistische Werbung in Verbindung mit gezielter Verleumdung wissenschaftlich-säkularer Islamkritik (politischer und ideologischer Dschihad) etc. Ganz unten an der Basis der „Gemeinschaft der Rechtgläubigen“ und außerhalb der Vorhutgruppen hält der „friedliche“ muslimische Patriarch die Geburtenrate hoch, schützt die Familienehre, verheiratet seine Töchter nach islamischen Regeln und sorgt für die erforderliche islamische Sozialisation.
In diesem Kontext praktizieren dann die islamischen Vorhutkräfte eine offensive Legalitätstaktik ganz im Sinne der Muslimbruderschaft sowie des türkischen Staatsislam: Ideologisch bekämpfen und diffamieren sie die menschenrechtliche Demokratie; gleichzeitig nutzen sie die demokratischen Rechte und Freiheiten der säkularen Gesellschaftsordnung aus und täuschen obendrein die Öffentlichkeit durch Lippenbekenntnisse und leere Behauptungen. Auf einen kurzen Nenner gebracht lautet ihre Forderung: Freiheit für die Feinde der Freiheit. Dabei begünstigen sowohl der Zustand der deutschen Gesetzeslage als auch die oftmals durch Ignoranz gekennzeichnete richterliche Gesinnungshoheit der Rechtsprechungsorgane die Islamisierungsstrategie.
6) Die zunehmende Einflussnahme der Muslimbruderschaft wird in den westeuropäischen Ländern von einem proislamischen politischen Kartell befördert. Wie kann man erklären, dass “unsere” Parteien eine für Europa verheerende Entwicklung unterstützen? Sind diese Politiker dumm oder gekauft oder steckt da mehr dahinter?
Es handelt sich hierbei um ein komplexes Interessengefüge, das zu einem „tiefen“ proislamischen Herrschaftskartell geführt hat. Ich kann hier nur einige Knotenpunkte andeuten:
1) Die ökonomische, politische und militärische Interessenverflechtung mit islamischen Herrschaftsregionen (Türkei, arabische Golfstaaten) seitens der globalkapitalistisch ausgerichteten europäischen Herrschaftsträger;
2) die Umsetzung des UN-Migrationspaktes als ein wesentlicher Motor der Islamisierung;
3) das „Schielen“ der etablierten Parteien auf Wählerstimmen aus den wachsenden islamisch geprägten Sozialmilieus;
4) die christlichen Kirchen als proislamische Kollaborationsakteure;
5) das parteienstaatlich finanzierte Netzwerk islamapologetischer und antiislamkritischer Einrichtungen und
6) das Verflechtungsdickicht zwischen Migrationsindustrie und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) als zentrale Importschiene islamischer Herrschaftskultur.
7) Wie kann eine Entislamisierung Westeuropas gelingen? Was sagst Du zur Forderung nach Remigration?
Würden die umrissenen Maßnahmen zur Revision und Eindämmung der Islamausbreitung geradlinig umgesetzt, die islamapologetischen Kräfte nachhaltig zurückgedrängt und eine starke Zivilgesellschaft entstehen, die in allen wesentlichen Bereichen den Islambefolgern unmissverständlich klar macht: „Deutschland, Österreich etc. lehnen die islamische Herrschaftskultur aus guten Gründen ab. Ihr kommt hier mit Euren gegensätzlich-antisäkularen Einstellungen, Haltungen, Ansprüchen und ungläubigenfeindlichen Verleumdungen nicht länger durch“, dann würde in Verbindung mit entsprechenden gesetzlichen Änderungen ein solcher „Gamechanger“ die freiwillige Rückkehrbereitschaft von Muslimen deutlich beflügeln.
Es geht letztendlich um den Umbau Europas zu wehrhaften säkular-demokratischen Gesellschaften, die den Islamisierungsprozess stoppen und die proislamischen Kräfte entmachten.
