Man könnte fast meinen, die USA hätten im eigenen Land alle Probleme gelöst. Keine Grenzkrise, keine Inflation, keine bröckelnde Infrastruktur. Doch statt sich um die eigenen Bürger zu kümmern, plant das Washingtoner Establishment einen beispiellosen Angriff auf die Souveränität eines europäischen Staates: Zwei US-Senatoren wollen Ungarn sanktionieren, weil das Land sich weigert, bedingungslos Milliarden in die Ukraine zu pumpen und seine eigene Energieversorgung zu zerstören.
Ein überparteiliches Duo aus dem US-Senat bereitet laut Financial Times ein Gesetz vor, das hochrangige ungarische Regierungsvertreter mit Finanzsanktionen und Einreiseverboten belegen soll. Der zynische Name des Vorhabens: “Block Putin Act”. Die angebliche “Sünde” der Ungarn liegt darin, dass sie weiterhin russisches Öl und Gas kaufen, um ihre Wirtschaft am Laufen zu halten – und sie blockieren ein gigantisches 90-Milliarden-Euro-Darlehen der EU an die Ukraine. Ein Darlehen, von dem eigentlich jeder weiß, dass Kiew dieses Geld niemals zurückzahlen können wird und die Steuerzahler in der EU für dieses finanzielle Fiasko geradestehen werden müssen.
Was die beiden US-Senatoren – die Demokratin Jeanne Shaheen und der Republikaner Thom Tillis – dabei völlig ausblenden: Es war Kiew, das den Ungarn buchstäblich den Hahn zugedreht hat! Die Ukraine blockiert Reparaturen an der Druschba-Pipeline, durch die das russische Öl nach Ungarn fließt.
Two US senators have introduced the bipartisan BLOCK PUTIN Act to sanction Hungarian officials who are obstructing EU aid to Ukraine or prolonging Hungary's reliance on Russian oil and gas.https://t.co/p9IZFFH3CC
— Jorge Liboreiro (@JorgeLiboreiro) March 26, 2026
Ungarns Premierminister Viktor Orbán reagierte auf diese Erpressung durch Kiew mit gesundem Menschenverstand. In einer Videobotschaft an den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj machte Orbán letzte Woche unmissverständlich klar: “Wenn Präsident Selenskyj sein Geld aus Brüssel haben will, muss er die Druschba-Rohölpipeline öffnen. Sie sagen uns ganz offen, dass sie kein billiges russisches Öl nach Ungarn durchlassen wollen, also ist die Situation sehr einfach. Kein Öl – kein Geld.”
Während weite Teile Europas sich seit 2022 in einem beispiellosen Akt der wirtschaftlichen Selbstzerstörung von russischer Energie abgeschnitten haben, sicherten Ungarn und die Slowakei die Versorgung ihrer Bürger. Ein kluger Schachzug, wie sich jetzt zeigt: Während der Rest des Kontinents wegen des eskalierenden Iran-Krieges vor dem absoluten Energie-Kollaps steht, bleiben in Budapest die Lichter an. Doch genau dafür soll das Land nun bestraft werden.
❗️The United States is preparing sanctions against Hungarian officials for blocking aid to Ukraine.
— 🪖MilitaryNewsUA🇺🇦 (@front_ukrainian) March 27, 2026
Senators Jeanne Shaheen (Democrat) and Thom Tillis (Republican) will introduce the Block Putin Act, which provides for financial sanctions and visa bans for Hungarian government… pic.twitter.com/F4nNv4jbk8
Senator Tillis schwadroniert davon, dass das Gesetz Ungarn auf einen “klaren Weg” bringen solle, sich wieder “in die Reihe der Verbündeten” einzugliedern. Auf gut Deutsch heißt das: Ungarn soll gefälligst seine eigene Wirtschaft ruinieren, um dem Diktat der Globalisten zu folgen.
Der Zeitpunkt dieser ausländischen Einmischung ist kein Zufall. In Ungarn stehen im nächsten Monat richtungsweisende Parlamentswahlen an. Orbán, der seit 2010 regiert, steht unter Druck. Die oppositionelle Tisza-Partei liegt in Umfragen oppositionsnaher Institute vorn, auch wenn regierungsnahe Institute Orbáns Fidesz-Partei noch in Führung sehen. Das immer noch von vielen Globalisten durchsetzte US-Establishment wittert offenbar die Chance, einen unliebsamen, konservativen Regierungschef aus dem Amt zu drängen.
Die US-Demokraten schäumen nämlich vor Wut, weil Donald Trump und sein Vize J. D. Vance fest an der Seite Orbáns stehen. Trump hat Orbáns Wiederwahlkampf offiziell unterstützt, und laut Politico bereitet J. D. Vance sogar einen Besuch in Ungarn kurz vor der Wahl vor. Die demokratische Senatorin Shaheen schimpfte, es sei “unglaublich”, dass Vance nach Ungarn reisen wolle, um einer Regierung, die angeblich “Russlands Kriegsmaschinerie” finanziere, “Auftrieb für die Wahlen” zu geben. Sie fordert von der Trump-Administration, Orbán “keinen Freifahrtschein” zu geben.
Dass Trump selbst Europa immer wieder dafür kritisiert hat, sich bei der Ukraine-Hilfe auf den USA auszuruhen, während man gleichzeitig russische Energie kauft, wird in dem neuen Gesetzentwurf geschickt umschifft. Orbán wird im Text nicht namentlich als Ziel der Sanktionen genannt – die Entscheidung, wer genau bestraft wird, bliebe letztlich der Trump-Administration überlassen.
Dennoch wird deutlich, dass das linke, globalistische Establishment in Washington den Druck auf Ungarn mit allen Mitteln erhöhen will. Das Feindbild Russland ist für diese Politiker wichtiger als die geopolitische und geostrategische Realität. Dass dadurch ein wichtiger Partner geschwächt wird, interessiert diese von der Kalten-Krieg-Mentalität beherrschten Ideologen nicht. Doch dass man damit einen Verbündeten verprellt, scheint diesen Politikern ebenfalls egal zu sein.
