„Widerstand gegen Rechts“: Wenn Extremisten den Tod von Menschen in Kauf nehmen, ist es Aktivismus

Symbolbild: KI

Als „Aktivist“ wird der Täter hinter der sabotierten Kletter-Route von Herbert Kickl medial bezeichnet: Bergsteiger in Lebensgefahr zu bringen ist also neuerdings Aktivismus. Kein Wunder, dass der Täter praktisch straffrei davonkommt. Der Spiegel wirft gar die Frage auf: Ist das nicht legitimer „Widerstand gegen Rechts“?

Ein Kommentar von Vanessa Renner

Im vergangenen Jahr hat ein Linksextremist die Sicherungslaschen der Kletter-Route „Geheimer Schwob“ an der Südwand des steirischen Hochschwab-Gebirges abmontiert: Das bedeutet Lebensgefahr für Bergsteiger. Das Ziel der Aktion war FPÖ-Chef Herbert Kickl, der diese Route 2019 mit zwei weiteren Bergsteigern erstbegangen hat.

Ein Bekennerschreiben erschien auf der linksextremen Plattform Indymedia: Man wolle „Faschisten aus dem Gebirge jagen“. Rechte wollten die Berge „vereinnahmen, um den Nationalstaat Österreich zu romantisieren und eine vermeintliche Volksidentität zu schaffen. Dies geschieht auf großer Bühne, wenn sich Kickl als Extremsportler und Kletterer darstellt.“ Auch ein Mitkletterer von Kickl wird attackiert, weil der angeblich Kletter-Routen „rassistisch“ benenne. In linker Logik rechtfertigt das lebensgefährliche Sabotage. 37 von 39 Sicherungslaschen auf der Route wurden kurzerhand abmontiert. (Später räumte der Täter ein, die anderen zwei nicht gefunden zu haben.)

Die Polizei ermittelte wegen Diebstahls und Sachbeschädigung. Am 22. Oktober musste der als Täter identifizierte Deutsche, ein in Tirol wohnhafter Student, sich nun vor dem Bezirksgericht Bruck an der Mur verantworten. Bei Medien wie den Oberösterreichischen Nachrichten bezeichnete man den Antifanten verharmlosend als „Aktivisten“.

Diversion – weil „geständig“

Der Richter soll den Berichten nach selbst seit Jahrzehnten bei der Bergrettung aktiv sein: Die angebliche rechte Einvernehmung der Berge sah er nicht. Vom Kickl-Bezug der Tour wusste er nichts – er eröffnete dem Angeklagten, dass er selbst doch erst dafür gesorgt habe, dass Kickl als Erstbegeher in die breite Öffentlichkeit gelangte. Der Richter befand, dass die Berge „politisch frei bleiben“ müssten – das schließe die Banner, die der Angeklagte am Gipfel gehisst habe, ein. Zu einer echten Strafe reichte es am Ende aber nicht. Weil der Linksextreme ansonsten unbescholten und obendrein geständig war, bot man ihm eine Diversion an: Er kommt mit 100 Euro Geldstrafe und 120 Stunden gemeinnütziger Arbeit davon.

Ein interessantes Signal: Wenn Terroristen vorher unauffällig waren und dann geständig sind, bleibt’s dann bei einer kleinen Geldstrafe und ein bisschen Müllsammeln am Berg? Was war denn das Motiv der Tat? Die in einem Grazer Müllkübel entsorgten Laschen stehlen – oder nicht doch eher Menschen in Lebensgefahr bringen, die es wagen, andere Einstellungen zu vertreten als man selbst? In den sozialen Netzen betrachtet man die Sabotage nicht als „Diebstahl und Sachbeschädigung“, sondern schlichtweg als Mordversuch.

„Legitimer Widerstand“?

Da wirkt die aktuelle Berichterstattung des „Spiegels“ besonders bezeichnend. Der fragte nämlich: „Ist das Widerstand gegen rechts oder Gefährdung von Kletterern?“ Im Artikel rechtfertigt man, im Internet hätte man genau das debattiert – ob es nicht „legitimer Widerstand“ wäre, die Laschen zu entfernen.

In welcher durchradikalisierten und kranken Gedankenwelt ist die Gefährdung von Menschen legitim? Nun, dass Linksextreme Gewalt und Attentaten offen gegenüberstehen, ist freilich keine Neuigkeit – bei der taz ergeht sich eine Volontärin aktuell in solch irrwitzigen Ausführungen:

Nicht nur als Protestmittel, auch als Symptom eines gewaltvollen Spätkapitalismus ist Gewalt anzuwenden legitim. Sich als Bewegung von Gewalt zu distanzieren, stabilisiert Herrschaftsverhältnisse, weil es von der Gewalt ablenkt, die diese Gesellschaft durchzieht. 

Im Nachhinein – nach dem erwartbaren Shitstorm – behauptet das Medium nun in einem Nachsatz, es gehe der Volontärin (nicht Volontärenden?) rein um „Gewalt gegen Sachen“. Kann man glauben. Muss man nicht. Zur Erinnerung: Für linke „Feministinnen“ sind Vergewaltigungen im Zuge der Krawalle in Frankreich nur Kollateralschäden, die man im Dienste der „Revolution“ hinnehmen sollte (wir berichteten). Vertrauen in den gesunden Menschenverstand von Linken erweist sich leider immer wieder als deplatziert bis gefährlich.

Hätte eine solche Sabotage wie jene auf die Kletter-Route linke oder migrantische Adressaten gehabt, wäre das Geschrei im Mainstream ohrenbetäubend. Trifft’s den politischen Gegner, ist es für Linke aber bloß „Aktivismus“ und vielleicht gar „legitimer Widerstand“. Wer so tickt, delegitimiert sich in erster Linie selbst.

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