Sogar Hollywood-Star Robert Downey Jr. hatte einst die Werbetrommel für das französische Start-up “Ynsect” gerührt und Investitionen in das Unternehmen gefördert. Obendrein ließ auch die EU Millionenförderungen springen. Es half alles nichts: “Eat the bugs” ist nicht angesagt. Das Unternehmen ist pleite.
Schauspieler Robert Downey Jr., der jüngeren Generation vor allem durch seine Rolle als “Iron Man” bekannt, startete 2021 ganz grün durch, indem er beim globalistischen Weltwirtschaftsforum seinen neu gegründeten Venture-Capital-Fonds mit ESG-Fokus ankündigte: Seine Footprint Coalition solle angesichts der “globalen existenziellen Bedrohung” Investitionen in “nachhaltige” Technologien fördern und beschleunigen.
Eines der Start-Unternehmen, in das Geld gepumpt wurde, war “Ynsect”. In einer Mitteilung der Footprint Coalition wurde das französische Start-up wie folgt beworben:
Ÿnsect: Als weltweit führender Hersteller von natürlichen Insektenproteinen und Düngemitteln nutzt Ÿnsect eine bahnbrechende, durch 260 Patente geschützte Technologie, um Mehlwürmer der Gattung Molitor in nachhaltige, hochwertige und wertvolle Inhaltsstoffe für Menschen, Haustiere, Fische und Pflanzen zu verwandeln. Ÿnsect baut derzeit seine zweite Produktionsstätte, die erste CO2-negative und größte vertikale Farm der Welt.
Downey Jr. war sich auch nicht zu schade, als Werbegesicht für dieses “wertvolle” Protein herzuhalten. Er bewarb es damals beispielsweise in der Late Show.
.@RobertDowneyJr teaches us about insect protein. @fp_coalition @ynsect #LSSCSuperBowlSpecial pic.twitter.com/wZI31TVOYT
— The Late Show (@colbertlateshow) February 8, 2021
Fette Förderungen durch Steuergelder
Doch nicht nur Hollywood war begeistert. Ynsect strich auch haufenweise Fördergelder ein. Nicht nur die französische Staatsbank Bpifrance beteiligte sich mit rund 28 Millionen Euro an dem Unternehmen: Durch nationale, regionale und selbstverständlich auch EU-Programme flossen Berichten zufolge mehr als 100 Millionen Euro staatliche Förderungen in das 2011 gegründete Insekten-Start-up. Die EU-Kommission förderte etwa den Bau der Fabrik in Amiens mit rund 20 Millionen Euro.
Allein, ganz so einfach und billig wie gedacht ist die Massenzucht von Mehlwürmern dann doch nicht – und die globalistische Agenda verfängt in der Bevölkerung so schlecht, dass den Kosten offensichtlich keine ausreichenden Einnahmen gegenüberstanden. TechCrunch berichtete:
Nach öffentlich zugänglichen Daten erreichte der Umsatz von Ÿnsect aus seiner Hauptgesellschaft im Jahr 2021 einen Höchststand von 17,8 Millionen Euro (etwa 21 Millionen US-Dollar) – eine Zahl, die Berichten zufolge durch interne Transfers zwischen Tochtergesellschaften aufgebläht wurde. Bis 2023 hatte das Unternehmen einen Nettoverlust von 79,7 Millionen Euro (94 Millionen US-Dollar) angehäuft.
Zwecklos: Ynsect ist insolvent
Zwar lenkte man zwischenzeitlich den Fokus auf Premium-Tierfutter um, weil die Akzeptanz menschlicher Verbraucher schlichtweg zu niedrig ist. Zudem versuchte man sich mit einem starken Personalabbau (rund 70 Prozent) über Wasser zu halten und gab einen Produktionsstandort auf. Doch vergeblich: Anfang 2025 konnte die Insolvenz durch eine zusätzliche Geldspritze von Investoren noch einmal kurzzeitig abgewendet werden, inzwischen ist aber Schicht im Schacht. Das Liquidationsverfahren wurde eingeleitet.
Ynsect ist damit in guter Gesellschaft: Die Insolvenz des dänischen Insektenerzeugers Enorm Biofactory war im November publik geworden. Auch Agronutris, ein nationaler Konkurrent von Ynsect, hat wirtschaftliche Schwierigkeiten. Der Switch auf Futtermittel, um den Ekelfaktor der Zweibeiner zu umgehen, ist kein Allheilmittel. Die “Eat the bugs”-Agenda scheitert in Summe gerade kläglich.
Downey Jr. scheint seine Footprint Coalition übrigens ein wenig aus den Augen verloren zu haben: Der letzte Instagram-Beitrag erschien dort im September 2023, der letzte News-Beitrag auf der Website im Januar 2024. Vielleicht ist er in der Schauspielerei dann doch besser aufgehoben: In kommenden Avengers-Produktionen soll er als Doctor Doom auftreten; auch einen dritten Sherlock-Holmes-Film soll’s geben. Doch ob die Streifen emissionsfrei produziert werden …?
