Palästinenser kritisieren die Hamas – und plötzlich sollen die Kameras ausgeschaltet werden. Ein weltweit gefeierter Gaza-Fotograf enthüllt, wie Kritik an der islamistischen Terrororganisation unterdrückt wurde. Selbst Aufnahmen misshandelter israelischer Geiseln hielt er zurück. Während westliche Medien seine Bilder millionenfach verbreiteten, blieben die unbequemen Wahrheiten über die Hamas unsichtbar.
Die Hamas darf offenbar alles – nur die Kameras sollen besser nicht laufen, wenn Palästinenser ihre eigenen islamistischen Machthaber verfluchen. Genau das schildert ausgerechnet ein Mann, den westliche Medien zum Helden der Gaza-Berichterstattung hochjubelten. Der palästinensische Fotograf Motaz Azaiza, vom TIME-Magazin 2024 unter die 100 einflussreichsten Menschen der Welt gewählt, liefert einen erschütternden Einblick in den Medienbetrieb unter der Terrorherrschaft der Hamas.
Kritik an der Hamas ist unerwünscht
In einem Podcast-Interview vom 3. September berichtete Azaiza von Palästinensern, die aus einem Krankenwagen stiegen und die Hamas für ihr Elend verfluchten. Statt deren Wut festzuhalten, senkten Journalisten laut seiner Schilderung ihre Kameras. Auch er selbst sei zum Ausschalten gedrängt worden. Die Welt sollte das Leid der Palästinenser sehen. Ihre Wut auf die islamistischen Machthaber durfte offenbar nicht auf den Bildern auftauchen.
Azaiza berichtete außerdem von einer WhatsApp-Gruppe namens „SMART“, die von einem Hamas-nahen Medienverantwortlichen am Grenzübergang Rafah verwaltet worden sei. Journalisten aus Gaza waren darin organisiert. Später stellte er klar, damit keine vollständige Steuerung sämtlicher Journalisten durch die Hamas behauptet zu haben. Doch bereits seine Schilderungen von Einschüchterung, Selbstzensur und unterdrückter Hamas-Kritik zeichnen ein verheerendes Bild von den Arbeitsbedingungen der Presse unter islamistischer Herrschaft.
Zurückhaltung von Bildmaterial des Hamas-Terrors
Noch ungeheuerlicher ist sein Eingeständnis zum Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023. Azaiza erklärte, er habe gefilmt, wie israelische Geiseln nach ihrer Verschleppung in den Gazastreifen von Palästinensern geschlagen wurden. Die Aufnahmen veröffentlichte er bewusst nicht. Seine Sorge: Israel könnte die Beteiligten anhand der Bilder identifizieren und gegen sie vorgehen. Später verwies er auf mögliche Gefahren für palästinensische Zivilisten. Ein international gefeierter Fotojournalist besitzt Aufnahmen von Übergriffen auf entführte Israelis – und hält sie zurück. Während seine Bilder palästinensischer Opfer weltweit Schlagzeilen machten, verschwanden diese Aufnahmen in seiner privaten Sammlung. Was für ein Verständnis von journalistischer Verantwortung ist das?
Und die westliche Medienwelt? Die feierte Azaiza über Jahre als mutigen Augenzeugen. CNN, der britische Guardian, die Washington Post und andere große Medienhäuser widmeten dem palästinensischen Fotografen reichlich Aufmerksamkeit. Er galt als authentische Stimme aus Gaza. Seine Bilder und Berichte passten hervorragend in die geframte internationale Berichterstattung über den Krieg. Doch kaum sprach derselbe Fotograf über Selbstzensur, Hamas-Einschüchterung und verschwiegene Geiselaufnahmen, verflog das Interesse auffällig schnell.
Eine sehr einseitige Berichterstattung
Die Medienbeobachtungsorganisation HonestReporting untersuchte die Berichterstattung großer Medienhäuser, die Azaiza zuvor regelmäßig zitiert oder porträtiert hatten. Von zwölf untersuchten Redaktionen griff nach Angaben der Organisation keine die Kontroverse im Zeitraum vom 19. bis 24. September auf. Lediglich die separat berücksichtigte Los Angeles Times berichtete darüber. Dieselben Medienhäuser veröffentlichten in diesen Tagen Hunderte andere Beiträge. Für den gefeierten Gaza-Fotografen gab es jahrelang Schlagzeilen. Seine unbequemen Aussagen über die Hamas waren vielen Redaktionen offenbar keine Meldung wert. Ausgerechnet jene Journalisten, die ständig Transparenz und unabhängige Berichterstattung einfordern, zeigten hier bemerkenswert wenig Neugier.
Auch die deutschen und österreichischen Gebührenzahler haben allen Grund, genauer hinzusehen. ARD, ZDF und ORF sind für ihre Gaza-Berichterstattung auf lokale Journalisten, Fotografen und Produktionsfirmen angewiesen. Report24 berichtete bereits über die Zusammenarbeit öffentlich-rechtlicher Sender mit einer Gaza-Produktionsfirma, bei der auch Hamas-Mitglieder beschäftigt waren. Das ZDF beendete die Kooperation, nachdem die Verbindungen eines Mitarbeiters zum militärischen Arm der Terrororganisation bekannt geworden waren. Wenn Journalisten vor Ort aus Angst vor der Hamas ihre Kameras senken, erhalten die Zuschauer im Ausland zwangsläufig ein verzerrtes Bild. Die entscheidende Frage lautet deshalb, wie konsequent westliche Redaktionen ihre Quellen kontrollierten und warum man vor allem Hamas-Propaganda verbreitete. Schließlich kassieren gerade die öffentlich-rechtlichen Sender Milliarden an Gebührengeldern, um ihre Zuschauer umfassend und unabhängig zu informieren.
Einschüchterung und Beeinflussung
Azaizas Enthüllungen zeigen, wie gefährlich der Einfluss einer Terrororganisation auf die Berichterstattung sein kann. Die – von Pallywood zudem oftmals eigens dafür angefertigten und manipulierten – Bilder zerstörter Häuser, verletzter Kinder und verzweifelter Familien gingen um die Welt. Doch die Wut jener Palästinenser, die ihre eigene Führung für das Elend verantwortlich machten, erreichte das internationale Publikum hingegen nicht. Die Hamas konnte damit nicht nur ihre Bevölkerung einschüchtern, sondern auch beeinflussen, welche Stimmen aus Gaza weltweit gehört wurden. Eine traurige Erkenntnis nach Jahren einer Berichterstattung, in der Bilder und Aussagen lokaler Reporter oft als unmittelbarer Blick auf die Wirklichkeit präsentiert wurden.
Die Hamas brauchte keine eigenen Redakteure bei CNN, ARD, ZDF oder ORF. Es genügt, Journalisten vor Ort einzuschüchtern und kritische Bilder aus dem Verkehr zu ziehen. Die westlichen Medien verbreiten anschließend, was sie selektiv und vorgefiltert aus Gaza erhalten – und auch zu deren Narrativen passt. So wird aus Nachrichten Propaganda. In diesem Fall die allgegenwärtige antiisraelische, islamistische Terrorpropaganda der Hamas.