Während die EU zittert: 40 Millionen Barrel Putin- und Mullah-Öl machen China krisenfest

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Während der Westen mit moralgetriebener Außenpolitik angeblich die Welt retten will und um seine Energieversorgung zittert, lacht man sich in Peking und Neu-Delhi ins Fäustchen. Die westlichen Sanktionen gegen Russland, den Iran und Venezuela erweisen sich einmal mehr als zahnloser Tiger. Denn als wirtschaftliche Profiteure der Entwicklungen zeichnen sich vor allem China und Indien ab.

Die Zahlen, die der Datenanbieter Kpler (zitiert von Bloomberg) liefert, sind ein Schlag ins Gesicht für alle Befürworter der westlichen Sanktionspolitik. Fast 40 Millionen Barrel sanktioniertes Rohöl dümpeln derzeit auf riesigen Tankern vor der chinesischen Küste. Ein gigantischer, schwimmender Öl-Schatz, der nur darauf wartet, von Pekings Wirtschaft verschlungen zu werden. Seit Beginn des Krieges im Nahen Osten ist diese schwimmende Reserve auf Schattentankern um satte 17 Prozent in die Höhe geschossen. Mehr als drei Viertel der vollbeladenen Schiffe haben iranisches Mullah-Öl an Bord. Zwei Drittel dieser gigantischen Flotte ankern im Gelben Meer, der Rest im Südchinesischen Meer.

Während der Tankerverkehr in der Straße von Hormus faktisch zum Erliegen gekommen ist und die globalen Ölmärkte in Panik geraten, zeigt sich: Chinas Strategie war für die eigene Resilenz in Bezug auf geopolitische Risiken goldrichtig. Monatelang haben chinesische Raffinerien – allen voran private Verarbeiter – das billige, vom Westen sanktionierte Öl auf dem Weltmarkt zusammengekauft. Jetzt, wo die globale Versorgung wackelt und die Lieferketten aus dem Nahen Osten massiv gestört sind, hat das Reich der Mitte einen gewaltigen Puffer. Die Sanktionen interessieren in Peking niemanden. China saugt das russische und iranische Öl einfach auf und sichert so seine Wirtschaft ab, während man in Europa und den USA die Zeche für explodierende Energiepreise zahlt.

Auch Indien, der drittgrößte Öl-Importeur der Welt, mischt beim großen Sanktions-Ausnahmespiel kräftig mit. Weil die größte Demokratie der Welt massiv vom Öl aus dem Nahen Osten abhängig ist (rund 60 Prozent der Importe, was einem Risiko von 2,6 Millionen Barrel pro Tag entspricht), ist die US-Regierung klammheimlich eingeknickt. Washington erteilte Indien letzte Woche eine einmonatige Ausnahme-Lizenz. Die Inder dürfen nun ganz offiziell wieder russisches Öl kaufen, sofern es bis zum 5. März verladen wurde. Laut den Analysten von Kpler könnten die russischen Öllieferungen nach Indien nun schnell wieder auf 1,8 bis 2 Millionen Barrel pro Tag ansteigen. Doch die Experten warnen: Das wird Indiens Ausfall aus dem Nahen Osten nicht komplett kompensieren können. Denn Indien muss sich nun mit China um genau diese russischen Öllieferungen streiten.

Die A-Karte haben vor allem die Europäer gezogen. Denn im Gegensatz zu den Chinesen und den Indern spielen moralinsaure, ideologische Gründe die Hauptrolle in der Außen- und Wirtschaftspolitik. Die Sanktionierung Russlands – eines der wichtigsten Exporteure von Erdöl und Erdgas der Welt – hat die Spielräume massiv eingeschränkt. Und Putin zeigt (verständlicherweise) kein großes Interesse daran, die unter dieser Politik leidenden Europäer zu entlasten. Dies zeigt sich auch in der Umleitung von LNG-Lieferungen nach Asien.

Schon während der letzten Jahre des Ukraine-Krieges zeichnete es sich ab, dass China und Indien mit ihrer pragmatischen Politik, die auf eine stabile und sichere Versorgung ihrer Volkswirtschaften mit Öl und Gas abzielt, als Krisengewinner hervorgehen würden. Nun, mit den globalen Disruptionen durch den Iran-Krieg, sieht es ähnlich aus. Der Westen sanktioniert, der Osten (und der globale Süden) importiert – und das auch noch zu günstigeren Konditionen.

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