Man muss nicht immer hilflos auf die Polizei warten – und eventuell zum Opfer werden. Nach einer Auswertung des Crime Prevention Research Center stoppten legal bewaffnete Bürger in den USA zwischen 2014 und 2025 insgesamt 260 bewaffnete Angriffe. Einschließlich der Interventionen vor dem ersten Schuss entspricht das rechnerisch 40 Prozent der dafür zusammengefassten Fälle. Die Erhebung widerspricht der amtlichen FBI-Statistik, die lediglich 3,9 Prozent behauptete.
Das von John Lott geleitete Crime Prevention Research Center (CPRC) ermittelte für die Vereinigten Staaten zwischen 2014 und 2025 insgesamt 615 sogenannte „Active-Shooter“-Vorfälle. Bei 225 davon hätten legal bewaffnete Zivilisten den Angriff gestoppt: 36,6 Prozent. Weitere 35 Fälle führt das Zentrum gesondert, weil der Angreifer bereits vor seinem ersten Schuss aufgehalten wurde. Rechnet man diese Interventionen hinzu, ergeben sich 260 erfolgreiche Eingriffe bei 650 erfassten Fällen – rechnerisch 40 Prozent. Diese erweiterte Quote ist unsere Berechnung auf Grundlage der CPRC-Angaben.
Gegenwehr kann Täter zur Aufgabe oder Flucht zwingen
Die dokumentierten Eingriffe erfolgten unter anderem in Geschäften, Gaststätten, an Arbeitsplätzen und im Umfeld von Wohnhäusern. Dabei handelten sowohl unbeteiligte Zeugen als auch unmittelbar angegriffene Opfer. Erfolgreicher Selbstschutz bedeutete nicht immer, den Täter zu töten: Die Fallsammlung enthält auch Angreifer, die nach Gegenwehr flüchteten, ihre Waffe ablegten oder bis zur Festnahme in Schach gehalten wurden. Entscheidend war, dass die bewaffneten Bürger eine fortdauernde Bedrohung unterbrechen konnten.
Ein Beispiel ist der Angriff auf eine Zahnarztpraxis in Colonial Heights, Tennessee, am 13. Februar 2019. Nach der dokumentierten Darstellung erschoss ein Mann seine dort arbeitende Ehefrau und richtete die Waffe anschließend auf weitere Personen. Ein Patient mit einer Erlaubnis zum verdeckten Tragen einer Schusswaffe schoss auf den Angreifer. In Syracuse, New York, erschoss am 31. August 2021 ein Hausverwalter mit einer legal besessenen Pistole einen Mann, der auf eine Menschenmenge gefeuert hatte. Der Staatsanwalt schrieb ihm die Rettung mehrerer Menschenleben zu.
Warum die FBI-Zahlen erheblich niedriger ausfallen
Nach der Gegenüberstellung des CPRC erfasste das FBI im selben Zeitraum 408 „Active-Shooter“-Vorfälle und schrieb bewaffneten Bürgern lediglich 16 erfolgreiche Interventionen zu – rund 3,9 Prozent. Lott begründet die Differenz mit ausgelassenen Vorfällen und abweichenden Zuordnungen. Dazu gehört die Frage, ob ehrenamtliche bewaffnete Mitglieder einer Kirchengemeinde als Bürger oder als Sicherheitspersonal zählen. Außerdem beanstandet das Zentrum Fälle, in denen Bürger einen Täter zur Flucht gebracht hätten, die spätere Festnahme durch Polizisten aber ausschlaggebend für die statistische Einordnung war.
Selbstschutz unmittelbar am Ort des Angriffs
Die untersuchte Kategorie bezieht sich auf laufende Schusswaffenangriffe auf Menschen in belebten Bereichen. Dazu können auch Vorfälle ohne Todesopfer gehören. Die Prozentzahlen beziehen sich deshalb auf die jeweilige Fallsammlung, nicht auf sämtliche amerikanischen Schusswaffendelikte. Die dokumentierten Beispiele zeigen konkret, welchen Unterschied ein legal bewaffneter Bürger vor Ort machen kann: Er kann sich und andere verteidigen, während der Angriff noch läuft und bevor eintreffende Polizeikräfte eingreifen können. Vor allem haben Menschen vor Ort oft einen viel besseren Überblick über Tat und Täter, während später eintreffende Polizeikräfte sich erst ein Bild machen müssen und gegebenenfalls sogar falsche Entscheidungen treffen.
Außerhalb von Waffenverbotszonen: Mehr als jeder zweite Angriff gestoppt
Wo Bürger ihre Waffen legal mitführen durften, fällt der Anteil erfolgreicher Gegenwehr laut CPRC sogar deutlich höher aus: Für den Zeitraum 2014 bis 2025 zählt das Forschungszentrum dort 199 gestoppte Angriffe unter 376 erfassten Fällen – entsprechend 52,9 Prozent. Für 2025 nennt die Veröffentlichung sogar 58,3 Prozent außerhalb solcher Waffenverbotszonen. Damit wurde in dieser Teilgruppe mehr als jeder zweite erfasste Angriff durch legal bewaffnete Bürger beendet. Das CPRC betont, dass gesetzestreue Waffenträger in Verbotszonen auf diese Möglichkeit des Selbstschutzes verzichten müssen, wenn sie die geltenden Vorgaben einhalten. Was linksliberale Gesetzgeber oft nicht wahrhaben wollen: In Waffenverbotszonen tragen und benutzen vor allem Kriminelle Waffen – man nimmt den gesetzestreuen Menschen die Möglichkeit, sich und andere zu schützen.