Wegen Sanktionen gegen die russischen Ölkonzerne Rosneft und Lukoil kann die Ölraffinerie PCK Schwedt den Betrieb bald nicht mehr garantieren. Dies könnte die Versorgung Berlins und mehrerer Tankstellen im Osten der Bundesrepublik beeinträchtigen.
Die Raffinerie PCK Schwedt, eine Rosneft-Tochter, steht vor großen Problemen. Denn die Anlage ist auf die Verarbeitung von russischem Öl spezialisiert und wird auch dank einer Ausnahmegenehmigung noch bis Ende April von dort aus versorgt. Doch danach ist Schluss.
🛢️ Rosneft PJSC $ROSN German-owned PCK Schwedt refinery has warned Berlin that U.S. sanctions pose serious risks to its operations and regional fuel supply, according to correspondence seen by Reuters. The refinery supplies 9 out of 10 cars in Berlin and its airport, as well as… pic.twitter.com/EplBdUWSCW
— LWS Financial Research (@lwsresearch) February 10, 2026
Nun warnt das Management des Unternehmens vor den negativen Auswirkungen auf die Versorgung in Ostdeutschland. Demnach werden rund 90 Prozent der Spritversorgung der Bundeshauptstadt, der Berliner Flughafen und viele Tankstellen in den neuen Bundesländern von dort aus versorgt. Alternative Lieferketten aufzubauen wird teuer.
Zwar heißt es aus dem Bundeswirtschaftsministerium, man führe Gespräche über eine Verlängerung der Ausnahmegenehmigung, doch auch ein Eigentümerwechsel wird ins Spiel gebracht. So hätten unter anderem US-amerikanische Investoren ein Interesse am Kauf der Raffinerie bekundet. Eine Übernahme durch den Staat sei ebenfalls denkbar.
Zukunft von PCK Schwedt: „#BPK keine Veranstaltung, um irgendwelche Fragen von Bürgern weiterzuleiten“
— Florian Warweg (@FWarweg) October 30, 2025
Hintergrund
Die #Bundesregierung hat von der US-Regierung ein Zeitfenster von 6 Monaten zugestanden bekommen, um die Eigentumsverhältnisse von Rosneft-Deutschland zu regeln,… pic.twitter.com/PRwuuxDyXD
Derzeit stehen die deutschen Rosneft-Töchter unter einer staatlichen Treuhandverwaltung, wurden jedoch aus diplomatischen Gründen nicht enteignet. Doch da Washington und Moskau ohnehin an einem Energieabkommen arbeiten wollen, könnte sich hier eine Lösung abzeichnen. Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg und ohne baldige Maßnahmen könnte die Versorgung der ostdeutschen Bundesländer bald schon leiden.
