Rettung der Hamas: Katars Einfluss auf die USA

Symbolbild: stockstockphoto / freepik

Nicht nur in Westeuropa, sondern auch in den USA hat der Einfluss des islamistischen Emirats in den vergangenen Jahren immer mehr zugenommen. Das betrifft einerseits die Ökonomie, andererseits politische und kulturelle Bereiche.

Von Eric Angerer

Das Emirat Katar hat nur 3,1 Millionen Einwohner, ist aber mittlerweile ein wichtiger Player im globalen Kapitalismus. Dabei geht es längst nicht mehr nur um Erdölexporte, sondern um strategische und geduldige Investitionen in westlichen Ländern. Eine herausragende Rolle spielt dabei die Qatar Investment Authority (QIA), der Staatsfonds des Emirats. Ihr Portfolio ist zu großen Teilen auf Europa und die USA konzentriert.

Katars Führung betreibt aber nicht nur ein Projekt der wirtschaftlichen Expansion, sondern auch eine politisch-ideologische. Die katarische Herrscherfamilie Al-Thani ist eng mit dem internationalen Netzwerk der Muslimbruderschaft verbunden. De facto ist die Bruderschaft in Katar die herrschende politische Kraft, und das Emirat ein Staat der Muslimbrüder. Ihre Agenda ist, wie im Koran befohlen, die Islamisierung der gesamten Welt.

Das Konzept der Muslimbruderschaft

Während Al-Qaida oder IS voller religiös-politischem Eifer auf eine frühzeitige militärische Konfrontation setzen (und damit scheiterten), baut die Muslimbruderschaft über viele Jahrzehnte ihre ökonomischen, religiösen, politischen und militärischen Strukturen sowie ihre Verankerung in Institutionen und in der Bevölkerung auf. Sie arbeitet dabei auch bewusst mit der demografischen Entwicklung, einer Art Geburtendschihad.

Erst dann, aus einer Position der Stärke, sucht die Muslimbruderschaft die Konfrontation und ist dann – ganz in der Tradition der islamischen Expansion – um nichts besser als Al-Qaida oder IS. Zuletzt bewiesen hat das die Hamas, ihre palästinensische Zweigstelle. Aufgrund ihrer überlegten und geduldigen Strategie und ihrer Verbreitung ist die Muslimbruderschaft letztlich global gesehen die deutlich größere Gefahr als Al-Qaida oder der IS.

Katars ökonomischer Einfluss in den USA

In den USA kündigte Katar für den Zeitraum 2020 bis 2030 Investitionen in Höhe von 500 Milliarden US-Dollar an. Laut einem Reuters-Bericht (Mai 2025) hält die QIA bereits Beteiligungen an rund 90 Großunternehmen, darunter strategisch wichtige Industriekonzerne wie Boeing und ExxonMobil. Eines der auffälligsten Einzelprojekte ist ein gemeinsames LNG-Vorhaben mit ExxonMobil im texanischen Golden Pass Terminal im Umfang von zehn Milliarden US-Dollar.

QIA hat in QuantumScape, einen Batterieentwickler für Elektroautos, und in Ascend Elements, einen Hersteller von nachhaltigen, speziell entwickelten Batteriematerialien für Elektrofahrzeuge, investiert. Außerdem hat QIA im Januar 2026 mit der weltweit führenden Investmentbank Goldman Sachs eine Vereinbarung unterzeichnet, gemeinsam bis zu 25 Mrd. USD in globale Fonds und Co-Investitionen zu stecken, was weitere Investitionen in Europa beinhalten kann.

Lobbying und US-Unis

Katar soll insgesamt 200 Milliarden Dollar in den USA investiert haben – insbesondere in Medien, in Lobbyarbeit im Kongress und ins Bildungssystem. Ein besonderes Beispiel dafür sind die US-Elite-Universitäten, die zuletzt durch propalästinensischen und antiisraelischen Extremismus aufgefallen sind. Katar ist nämlich mit 6,3 Milliarden US-Dollar seit 2007 der wichtigste ausländische Sponsor von US-Universitäten, etwa 2 Milliarden allein zwischen 2021 und 2024 (29 Milliarden Dollar an ausländischen Zuwendungen für amerikanische Universitäten).

Lobbyarbeit und „Sponsoring“ seitens Katar übertreffen in den USA die dämonisierte Israel-Lobby des „American Israel Public Affairs Committee“ (AIPAC) längst um das Vielfache. Dass das universitäre Establishment und die Partei der US-Demokraten von diesem Geld aus Katar beeinflusst waren und sind, war seit langem offensichtlich. Nun zeigt sich, dass offenbar auch wichtige Republikaner und Mitglieder der Trump-Regierung mehr oder weniger offen auf der Gehaltsliste Katars stehen.

Trumpismus und katarisches Geld

Im Mai 2025 ließ sich Präsident Donald Trump vom Emir von Katar eine Boeing 747-8 im Wert von etwa 400 Millionen Dollar schenken. Die MAGA-Influencerin Laura Loomer bezeichnete das bereits damals als „Fleck auf Trumps weißer Weste“.

Vor Trumps Wahlsieg richteten sich lediglich 10 % der Lobbyarbeit Katars auf konservative Medien. Nach seinem Sieg konzentrierten sich jedoch 50 % der Lobbybemühungen auf Sender wie Fox News, die New York Post und die Daily Mail. Ziel dieser Entscheidung ist es, das Image Katars zu verbessern und es als verlässlichen strategischen Partner Washingtons darzustellen.

In diesem Zusammenhang erwies sich Tucker Carlson als eines der deutlichsten Beispiele für diese Strategie. Im März führte Carlson ein Interview mit dem katarischen Premierminister Mohammed bin Abdulrahman Al Thani, das über die von Katar bezahlte Firma Lumen8 organisiert wurde und für das Carlson laut Loomer über 200.000 $ bekommen hat. Darüber hinaus soll Tucker Carlsons Network (TCN), seine neue Plattform nach seinem Ausscheiden bei Fox, hauptsächlich von einem einflussreichen Scheich aus Katar finanziert sein.

Katars Geld wirkt

Die Investitionen Katars machen sich offenbar bezahlt. Die Financial Times veröffentlichte am 17. Oktober 2025 einen Artikel mit dem vielsagenden Titel: „Trump had to choose between Israel and Qatar. He chose Qatar“.

Schon im September hatte Donald Trump erklärt, er werde dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu nicht erlauben, das „Westjordanland“, also das alte jüdische Kernland Judäa und Samaria, zu annektieren. Der Ton war dabei schon der eines strengen gerechten Lehrers gegenüber einem eigensinnigen Schüler.

Unmittelbar darauf wurde Netanjahu von der US-Regierung dermaßen unter Druck gesetzt, dass Israel bereit war, dem Trumpschen Gaza-Deal zuzustimmen. Das Abkommen trat am 10. Oktober in Kraft.

Katar und USA retten Hamas

Die meisten Analysten sind sich einig, dass die israelische Armee noch etwa zwei Wochen gebraucht hätte, um die Hamas vollständig zu zerschlagen. Der Deal hat also die Dschihadisten gerade noch rechtzeitig gerettet. Nur deshalb haben Katar und die Hamas dem Abkommen zugestimmt. Letztere kann seitdem ihre Herrschaft erneut festigen und denkt nicht daran, ihrer Verpflichtung zur Abgabe der Waffen nachzukommen.

Während der Verhandlungen wurde Katar, die Operationsbasis und der Hauptfinanzier von Muslimbruderschaft und ihrer Zweigstelle Hamas, von den USA, der EU und den Mainstreammedien als eine Art neutraler Vermittler hingestellt.

Gleichzeitig wurde Israel für seinen Versuch, der terroristischen Schlange Hamas in Katar den Kopf abzuschlagen, weltweit (und auch von der US-Regierung) verurteilt. Begründet wurde das damit, dass Israel mit dem Luftschlag die territoriale Integrität Katars verletzt habe – als hätten nicht von Katar finanzierte und aus Katar angeleitete Terroristen seit 2007 ständig mit Raketenangriffen die territoriale Integrität Israels verletzt.

Strategische US-Partnerschaft mit Terrorpate Katar

Die mit dem Gaza-Deal zeitgleiche Sicherheitsgarantie der US-Regierung für Katar war jedenfalls direkt gegen Israel gerichtet: „Verpflichtung: (a) Die Vereinigten Staaten betrachten jeden bewaffneten Angriff auf das Territorium, die Souveränität oder die kritische Infrastruktur des Staates Katar als Bedrohung des Friedens und der Sicherheit der Vereinigten Staaten. (b) Im Falle eines solchen Angriffs ergreifen die Vereinigten Staaten alle rechtmäßigen und angemessenen Maßnahmen – einschließlich diplomatischer, wirtschaftlicher und, falls erforderlich, militärischer –, um die Interessen der Vereinigten Staaten und des Staates Katar zu verteidigen und Frieden und Stabilität wiederherzustellen.“

Und damit noch nicht genug, hat US-Verteidigungsminister Pete Hegseth Anfang Oktober bekanntgegeben, dass Katar auf dem Gelände der Mountain Home Air Force Base im US-Bundesstaat Idaho eine eigene Luftwaffen-Einrichtung errichten darf. Dort sollen künftig katarische F-15QA-Kampfjets und Piloten stationiert werden, die gemeinsam mit US-Truppen trainieren. Hegseth wörtlich: „Dies ist ein weiteres Beispiel unserer engen Partnerschaft – Sie können auf uns zählen.”

Einschätzungen und Reaktionen

Bezüglich der US-Kapitulation vor Katar hob eine mit der Angelegenheit vertraute Person die enge persönliche Beziehung zwischen Trump und seinem Sondergesandten Steve Witkoff sowie dem Emir von Katar, Scheich Tamim bin Hamad Al Thani, und Premierminister Mohammed Abdulrahman Al Thani als Grundlage für die Verhandlungen hervor und merkte an, dass das Quartett in seinen Geschäftswurzeln eine gemeinsame Basis gefunden habe.

Der israelische Aktivist und Youtuber Yishai Fleisher bezeichnete Witkoff und Trump-Schwiegersohn Jared Kushner als „von Katar gekaufte amerikanische Juden“. Fleisher präsentierte in einem seiner Videos auch die relevanten Auszüge eines Auftritts von Michele Bachmann, einer prominenten Republikanerin, bei einer Diskussion an einer US-Universität. Bachmann prangert darin sehr pointiert an, in welchem Ausmaß Katar US-Institutionen unterwandert habe und dass es verrückt sei, dass mit Witkoff und Kushner zwei Personen für die Verhandlungen zuständig seien, die Geschäftsbeziehungen mit Katar haben.

Und Trumps Verbündete und konservative Aktivistin Laura Loomer kritisierte die Ankündigung bezüglich der katarischen Militäreinrichtung in Idaho scharf und schrieb in einem Beitrag auf X: „Das ist eine Falle, um Amerika von islamischen Barbaren aus Katar, den größten Finanziers des islamischen Terrors weltweit, angreifen zu lassen. … Ich muss mir überlegen, wie viel Zeit ich noch einer Partei widmen soll, die die Bedrohung durch den Islam im Westen ignoriert.“

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