Die Insel Kharg ist für die Abwicklung der iranischen Ölexporte unerlässlich. 90 Prozent der Ausfuhren laufen darüber. Das Mullah-Regime befestigt die Insel nun, für den Fall eines Einnahmeversuchs durch US-Truppen. Auch eine Zerstörung der Ölanlagen auf dem Eiland steht im Raum.
Nachdem US-Präsident Donald Trump zusätzliche Truppen in den Nahen Osten verlegen ließ, wachsen in Teheran die Befürchtungen davor, dass diese zur Einnahme der Insel Kharg eingesetzt werden könnten. Über das Eiland im Persischen Golf werden rund 90 Prozent aller Ölexporte abgewickelt. Eine Eroberung durch US-Truppen würde die iranische Wirtschaft schwer treffen.
CNN: Sources are telling CNN Iran is actively preparing for an invasion of Kharg Island. The traps that we understand that are being put there: anti-personnel and anti-armor mines placed around the island. Tehran is also moving a large number of troops and air defenses to this… pic.twitter.com/M0J9UZyElM
— Acyn (@Acyn) March 25, 2026
Angesichts dessen, dass das US-Militär in den vergangenen Wochen bereits sämtliche militärischen Einrichtungen auf der Insel zerstört hat, ließ das Mullah-Regime zusätzliche Truppen und Luftabwehrsysteme dorthin verlegen. Den Berichten zufolge wurden auch Minen entlang der Küste verlegt, um den US-Truppen bei einer potentiellen Anlandung erhebliche Verluste zuzufügen.
BREAKING: Iran has reinforced Kharg Island with troops, air defenses, and naval mines amid fears of a potential U.S. ground operation. Officials warn any assault would carry high risks and heavy casualties due to the island’s layered defenses and fortified positions. pic.twitter.com/v34BH9ofl2
— Baba Banaras™ (@RealBababanaras) March 26, 2026
Die Trump-Administration erwägt demnach den Einsatz von US-Streitkräften zur Einnahme der Insel, um Druck auf den Iran auszuüben, damit dieser die Straße von Hormus wieder öffnet. Doch Teheran hat erklärt, dass jeder Versuch, irgendwelche Inseln oder Küstengebiete einzunehmen, schwere Gegenangriffe provozieren wird. Die Mullahs drohen damit, die Ölproduktion in der gesamten Region weiter ins Visier zu nehmen.
Grund für die Befürchtungen Teherans ist vor allem die Verlegung von rund 3.000 Soldaten der 82nd Airborne Division der US Army in die Region, welche auf solche Eroberungsfeldzüge spezialisiert ist. Auch soll US-Präsident Trump einen solchen Schritt ins Auge gefasst haben, um den Druck auf das Mullah-Regime weiter zu erhöhen. Eine Zerstörung der Pipelines und der Ölinfrastrukturen auf der Insel liegt jedoch nicht in Trumps Interesse, da der Wiederaufbau Jahre dauern würde.
Für das iranische Regime ist jedoch jedes dieser Szenarien ein Albtraum. Ob die Amerikaner nun die Insel einnehmen oder aber auch einfach die Ölanlagen zerstören – ohne die Einnahmen aus dem Ölgeschäft bricht auch das Geschäftsmodell des Landes zusammen. Der Ölsektor trägt knapp ein Fünftel zur gesamten Wirtschaftsleistung und (je nach Ölpreis) zwischen 30 und 40 Prozent der Staatseinnahmen bei. Fast alle Deviseneinnahmen des Landes stammen daraus.
Die rund 20 Quadratkilometer große Insel, auf der wohl im siebten Jahrhundert auch ein christliches Kloster gebaut wurde, ist damit der wundeste Punkt des Irans. Das weiß man sowohl in Teheran als auch in Washington. Nun stellt sich nur noch die Frage, wie weit beide Seiten im aktuellen Konflikt gehen wollen.
