Der Mainstream lenkt ab. Böllerschießen wäre eskaliert. Feuer wäre ausgebrochen. Die Folge: Das bekannte Bauwerk aus 1880, das nach fast hundert Jahren Nutzung als katholische Kirche als Veranstaltungshalle diente, brannte völlig aus, der Turm stürzte ein. Nachdem die Flammen bereits kurz nach Mitternacht aus dem Kirchturm loderten, ist im multikulturellen Amsterdam ein ganz anderer Grund wahrscheinlich. Auch bei diesem Jahreswechsel gab es massive Ausschreitungen und Unruhen mit “jungen Männern, die noch nicht so lange hier sind”.
Die Vondelkerk in Amsterdam ist ein bedeutendes Zeugnis niederländischer Architektur- und Stadtgeschichte. Der neogotische Kirchenbau wurde zwischen 1872 und 1880 nach den Entwürfen des renommierten Architekten Pierre Cuypers errichtet, der auch das Rijksmuseum und den Amsterdamer Hauptbahnhof entwarf. Ursprünglich als römisch-katholische Kirche des Heiligsten Herzens Jesu konzipiert, diente die Vondelkerk von ihrer Weihe 1880 bis 1977 dem Gottesdienst der lokalen Gemeinde und galt als Cuypers’ „schönste Kirche“ inmitten des städtischen Wohnviertels, das er selbst mitgestaltete.
Aufgrund der fortschreitenden Säkularisierung geriet das Bauwerk jedoch in Verfall und wurde Ende der 1970er Jahre geschlossen; durch bürgerschaftliches Engagement und restaurative Maßnahmen der Stiftung Stadsherstel Amsterdam konnte es erhalten und in ein multifunktionales Kultur- und Veranstaltungszentrum umgewandelt werden. Im Lauf der Jahrzehnte überstand die Vondelkerk bereits einen Turmbrand im Jahr 1904, der einen Wiederaufbau erforderte, und wurde bis in die Gegenwart als kultureller Veranstaltungsort genutzt. In der Nacht zum 1. Januar 2026 wurde der Bau durch ein verheerendes Feuer schwer beschädigt, wobei große Teile der Struktur zerstört wurden, während die Außenwände größtenteils stehen blieben. Die Kirche gilt als nicht zu retten.
BREAKING: Historic Vondelkerk Church in Amsterdam just burned to the ground on New Year’s Eve pic.twitter.com/fkpRsJgzLJ
— Libs of TikTok (@libsoftiktok) January 1, 2026
Der Brand wurde knapp nach Mitternacht gemeldet und soll im Turm ausgebrochen sein. Die Silvesternacht war die letzte mit landesweit legalem Privatfeuerwerk, das ab 2026/2027 verboten sein wird. Deshalb hätten viele Menschen besonders viel Feuerwerk gezündet – so ein Teil der Erklärungsversuche des Mainstreams. Mehrere Handy-Videos zeigen den Brand des Turms, z. B. wie Flammen aus dem Turm schlagen, den Einsturz und dichten Rauch. Die bisher bekannten Filmdokumente beschränken sich auf die Zerstörung der Kirche. Es gibt Spekulationen unter Anwohnern zu Feuerwerk als Auslöser, aber keine bestätigten detaillierten Augenzeugen, die den genauen Beginn gesehen haben.
In der Silvesternacht kam es in Amsterdam zu vereinzelten Unruhen und Eskalationen, die vor allem durch den missbräuchlichen Einsatz von Feuerwerk gekennzeichnet waren – eine Problematik, die in den Niederlanden seit Jahren wiederkehrt. Wie überall in Europa werden die Gründe für die jährlich gesteigerten Eskalationen nicht offen ausgesprochen. Als zentral relevant erscheint, dass die Bevölkerung von Amsterdam zu 59 % Migrationshintergrund besitzt, Jugend- und Bandenkriminalität sind ein wesentlicher Faktor.
Polizeikräfte berichteten von Angriffen mit Feuerwerkskörpern, insbesondere in Vierteln wie Amsterdam-Noord, wo die Bereitschaftspolizei mehrmals eingreifen musste, um Brände und Ausschreitungen einzudämmen. Auch in anderen Städten kam es zu massiven Übergriffen gegen die Sicherheitsbehörden. Obwohl die Nacht insgesamt als „arbeitsreich“ und von „beispielloser Gewalt“ gegen Einsatzkräfte beschrieben wurde, gibt es bisher keine Berichte über Plünderungen oder Terrorakte. Verantwortlich gemacht werden in offiziellen Stellungnahmen und Medienberichten primär “jugendliche Gruppen”, oft “junge Männer”, die in “spontanen Zusammenkünften” illegales oder übermäßiges Feuerwerk einsetzten. Man diskutiert fleißig um das Problem herum.
Die kommenden Tage werden zeigen, ob anhand von Zeugenberichten der Hergang des Kirchenbrandes näher einzuordnen sein wird. Sollte es sich um einen gezielten Raketenbeschuss durch “junge Männer” gehandelt haben, wäre es ein fatales Signal für kommende Silvesternächte.
Der ORF titelte das Ereignis übrigens mit “Letzte Böllernacht in Niederlanden eskalierte” ein Wording, das man auch in der Heute wiederfindet: “Kirche eingestürzt – letzte Böllernacht eskaliert völlig!” Die Vorgabe für dieses Narrativ dürfte einmal mehr von anonymen Autoren aus den Presseagenturen stammen.
