Montgomery tritt nach: Ungeimpfte als Reichsbürger verunglimpft

Bild: freepik / orion_production

Nach teils scharfer Kritik an den Aussagen des Präsidenten des Weltärztebundes Frank Ulrich Montgomery über eine vermeintliche Tyrannei der Ungeimpften tritt dieser nun ganz unverhohlen nochmals nach. Im WELT-Interview nutzte er perfide statistische und sprachliche Tricks, verteidigt sich und seine Aussagen, doch dann redet er sich endgültig in Rage und setzte Ungeimpfte mit Reichsbürgern gleich. 

Ein Wut-Kommentar von Max Bergmann

Das Interview beginnt fast harmlos. Und für Mainstream-Journalismus ungewohnt kritisch. Die Moderatorin des TV-Senders WELT beginnt ihre Argumentation mit dem Verweis auf die immer häufiger bekanntwerdenden Impfdurchbrüche. Vollständig Geimpfte sind allen Erkenntnissen nach ähnlich hoch ansteckend wie Ungeimpfte, das belegen zahlreiche Studien. Auch landeten Geimpfte immer häufiger auf den Intensivstationen und müssten intensivmedizinische Behandlung erfahren, mindestens 25 Prozent, wie die Moderatorin erklärte. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher sein. „Das ist doch ein Irrglaube, dass dann alles super und vorbei ist, wenn wir alle geimpft sind“, konfrontierte sie den Weltärztebund Vorsitzenden. 

Narrativ des „leichten Verlaufs“ – Definition der Impfung ad absurdum

Montgomery erklärte zunächst, in der Medizin gäbe es ohnehin niemals 100 Prozent Sicherheit. Fast erweckt er den Eindruck, niemand hätte 100 Prozent Wirksamkeit versprochen, auch nicht etwa die Regierung. Das Paul-Ehrlich-Institut definierte die umstrittenen Vakzine übrigens mit Stand 15. August 2021 mit „COVID-19-Impfstoffe schützen vor Infektionen mit dem SARS-CoV2 Virus“. Klammheimlich und ohne große Aufmerksamkeit lautet die neuerliche Definition seit 7. Oktober aber nur noch: „COVID-19-Impfstoffe sind indiziert zur aktiven Immunisierung zur Vorbeugung der durch das SARS-CoV2 Virus verursachten COVID-19 Erkrankung“.

Der bekannte und geschätzte Maßnahmen-Kritiker Prof. Dr. Stefan Homburg wies auf Twitter in der Vergangenheit mehrfach auf die sich ändernden Definitionen hin und äußerte außerdem einen eigenen Vorschlag zur Definition der Covid-19 Vakzine: „COVID-19 Impfstoffe schützen Hersteller vor Haftung und Geimpfte vor sozialer Ausgrenzung“. Auch Montgomery verweist hauptsächlich auf die „sehr viel leichteren Verläufe“, die Geimpfte seiner Ansicht nach durchliefen. Von Immunität aber keine große Rede mehr. Nur am Rande erklärte er, um die Vorerkrankten in der Gesellschaft zu schützen müssten wir uns alle mit einem der höchstumstrittenen Covid-19 Vakzinen impfen lassen, „damit wir von diesem Virus dann mal loskommen“. 

Montgomery kann Statistik – aber nur dann, wenn es ihm passt

Interessant wird es schon, als er die Anzahl der Impfdurchbrüche ins Verhältnis der Anzahl der „vollständig Geimpften“ in Deutschland setzte. Tatsächlich, sogenannte Experten sind doch noch in der Lage, statistische Grundsätze anzuwenden. Ja, eine Zahl alleine ist selten etwas wert. Deswegen setzt man sie ins Verhältnis zu einer anderen, um die Zahl verständlicher und anschaulicher zu machen. Montgomery kann das offenbar, aber nur dann, wenn ihm die Argumentation in der Folge noch in den Kram passt. Dass nämlich die Anzahl der „an oder mit Covid-19“ Verstorbenen unbedingt auch ins Verhältnis der Gesamtbevölkerung gesetzt werden sollte, oder ins Verhältnis der ohnehin jeden Tag durch die Normalsterblichkeit sterbenden Menschen, das vergisst er – oder blendet es bewusst aus. Selbstverständlich ist sein „ins Verhältnis setzen“ der Impfdurchbrüche knallharte Taktik und für die mitdenkende Bevölkerung nicht mehr als durchschaubare Propaganda. 

Mit statistischen und sprachlichen Tricks werden Impfdurchbrüche kleingeredet

Er erweckt damit den Eindruck, Impfdurchbrüche seien gar nicht so besonders, denn im Verhältnis zur Anzahl der „vollständig Geimpften“ sei die Zahl der Impfdurchbrüche seiner Meinung nach vernachlässigbar. Doch warum wendet man derartige mathematische und statistische Grundlagen nur noch dann an, wenn es Experten in den Kram passt? „Das sind etwa 2 Promille“, stellt er in Bezug auf Impfdurchbrüche im WELT-Interview fest. Schon allein die Verwendung der Einheit „Promille“ soll hier natürlich deutlich machen, die Anzahl der positiv getesteten Geimpften sei statistisch absolut nicht relevant. Genauso könnte man aber auch feststellen, lediglich etwa 1,2 Promille der Bevölkerung in Deutschland ist „an oder mit Covid-19“ verstorben, wenn man die offiziellen Zahlen hierfür betrachtet. Doch stattdessen wird allzu gern mit Horrorbildern wie Flugzeugabstürzen oder „so viele Corona-Tote wie eine ganze Großstadt“ gearbeitet. 

„Sehr viele Reichsbürger“ – Montgomery sieht Geimpfte offenbar als mehrheitliche Bessermenschen

Doch was bislang zumindest noch nach gewissem selektiven Intellekt aussah, wenn auch nicht unbedingt nachvollziehbar, gleitete bald ins Unsachliche und höchst Unverschämte ab. Die WELT-Moderatorin wies zu Recht auf die zunehmende Spaltung der Gesellschaft hin, und darauf, dass Ungeimpften nicht immer mehr mit Freundlichkeit begegnet wird. Sie stellte die berechtigte Frage, ob es nicht viel sinnvoller sei, Ungeimpften mit respektvoller Kommunikation und Argumentation entgegen zu treten, statt sie herabzuwürdigen und unter Druck zu setzen. Der Vorsitzende des Weltärztebundes Montgomery hatte dafür nur ein müdes aber deutlich vernehmbares Lächeln übrig, von oben herab. Er bestätigte, ruhige und sachliche Kommunikation sei für ihn durchaus wichtig, nur um sofort ins Unsachliche abzudriften:

„Wenn Sie die Mails sehen würden, die ich bekomme, und die Kommunikation von Seiten der Ungeimpften, bei denen ja sehr viele auch Menschen wie Reichsbürger und Menschen mit, ich will es mal vorsichtig sagen, ausgesprochen kruden Ideen dabei sind, dann sage ich mal schlicht und einfach, wir dürfen uns als die ganz große Mehrheit der Geimpften, als die ganz große Mehrheit, die ihre soziale Aufgabe wahrgenommen haben, um die Bevölkerung und uns alle zu schützen, da können wir uns nicht länger von denen tyrannisieren lassen!“

Als Krönung setzte er dann noch einen drauf und erklärte die Covid-19 Vakzine zu einer „nachgewiesenermaßen gut wirksamen und gut verträglichen“ Impfung – ohne dies zu belegen.

„Wo sind die großen Nebenwirkungen, wo sind die großen Gefahren?“

Doch als ob das alles nicht genug wäre verhöhnt der Weltärztepräsident vor laufender Kamera, offenbar zugeschaltet aus dem Homeoffice, noch die zahlreichen Opfer der teils schweren Nebenwirkungen der Covid-19 Vakzine. Frank Ulrich Montgomery outete sich im WELT-Interview tatsächlich als waschechter und fanatischer Nebenwirkungsleugner. Herzmuskelerkrankungen insbesondere bei jungen Männern und Hirnvenenthrombosen sind dabei nur die Spitze des Eisbergs, die Montgomery hier dreist unter den Tisch kehrte und leugnete. Die zahlreichen Impfreaktionen und Nebenwirkungen, die nicht unmittelbar zum Tode aber zu tage- oder wochenlangen Beeinträchtigungen bei Geimpften führten erwähnt er ebenfalls nicht. Ob langfristige Folgen entstehen könnten ist auf Grund der unklaren Datenlage und fehlender Langzeitstudien ebenfalls nicht absehbar. Es ist außerdem unumstritten, zumindest unter Anhängern der Wissenschaft, dass die derzeit verfügbaren und nur bedingt zugelassenen Covid-19 Impfstoffe im Vergleich zu klassischen und bekannten Vakzinen Nebenwirkungen in deutlich erhöhtem Maße hervorrufen und in den seltensten Fällen besonders „gut verträglich“ sind. Auch dann nicht, wenn Clowns wie Karl Lauterbach die Impfstoffe zu einer „nebenwirkungsfreien Impfung“ erklären und für ihre gefährliche Propaganda ihre Twitter-Reichweite nutzen.

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Tyrannei der Geimpften, der Mainstream-Medien und der Regierung

Der Auftritt Frank Ulrich Montgomerys im WELT-TV Interview im Nachgang zu seinem bereits unverschämten Auftritt bei Anne Will verdeutlichte eines erneut: Wir erleben definitiv keine Tyrannei der Ungeimpften, die einen Impfstoff begründet ablehnen. Wir erleben aber sehr wohl eine Tyrannei der Geimpften, die Ungeimpften ihren Standpunkt, ihre Meinung und ihr Weltbild mit aller Macht aufzwingen wollen. Mit Zwang, mit Druck, mit sozialer Ächtung, mit Ausgrenzung, mit Diffamierung und Diskriminierung arbeiten Geimpfte (wenn auch nicht alle) vermehrt und gezielt gegen Ungeimpfte. Wir erleben eine Tyrannei der Mainstream-Medien, die mit Angst, Panik und überzogenen Narrativen hetzen und Geimpfte aufstacheln. Wir erleben eine Tyrannei der Regierungen dieser Welt, die zunehmend Gefallen an der Repression der Bevölkerung finden. Hier geht es längst nicht mehr um den einen oder anderen Geimpften mehr für die Statistik der Regierung. Hier geht es längst nur noch ums Prinzip: Folge der Mehrheit, oder geh‘ unter. Dieses Mehrheits-Prinzip verdeutlichte Frank Ulrich Montgomery in seinem WELT-Interview nochmals. Ja, die Geimpften sind (mittlerweile) die Mehrheit. Doch das alleine gibt Geimpften nicht das Recht, Ungeimpfte zu tyrannisieren. Diese Tyrannei gegen Ungeimpfte muss aufhören. Nicht morgen, nicht übermorgen, sondern jetzt, sofort, und für immer!

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