Kriegswahn: Russisches Fernsehen will britische Drohung eines Atomangriffs vernommen haben

Symbolbild: Atomexplosion, freeepik, @polubiatka

Die gratismutigen Politiker Europas (des Kontinents, in diesem Fall) spielen mit unseren Leben. Nachdem sich speziell die Linken und Grünen vor Waffen- und Munitionslieferungen gar nicht mehr einkriegen können, setzt Großbritannien nun eins drauf: Die britische Außenministerin Elizabeth Truss hat gemeinsam mit Boris Johnson wieder zahlreiche großspurige Drohungen in Richtung Russland formuliert. Dort wurden wegen der Dame schon einmal die Atomwaffen in Alarmbereitschaft versetzt …

Ein Kommentar von Willi Huber

Das alternative Medium Anti-Spiegel berichtete ausführlich über den Sachverhalt und übersetzte einen Beitrag des russischen Fernsehens, vesti7.ru. Zunächst die Vorgeschichte: Anfang März erklärte Frau Truss, dass die NATO in den Ukraine-Konflikt verwickelt werden könnte. Niemand pfiff sie zurück, die Aussage blieb so stehen. In Folge versetzte Russland die Atomstreitkräfte in erhöhte Alarmbereitschaft. Wie viele andere moderne Politiker scheint Frau Truss einen Hang zum Plappern zu haben – sie sagt, was ihr gerade einfällt. Beispielsweise, dass der Ukraine-Krieg 10 Jahre lang dauern könnte. Frau Truss hat bereits bei einem Russland-Besuch unter Beweis gestellt, dass es um ihre Bildung nicht sehr gut bestellt ist.

Prinzipiell sollte es in einer freien Demokratie kein Problem darstellen, wenn Menschen sagen, was sie denken. Etwas problematischer wird es, wenn man Außenministerin einer Atommacht ist, die wiederum mit anderen Atommächten ein Militärbündnis namens NATO bilden – und offen eine vermeintlich gegnerische Atommacht bedroht.

Eine False-Flag-Aktion genügt für den Atomkrieg?

Stein des Anstoßes war die Aussage der britischen Regierung, sich ohne Rücksprache mit der NATO das Recht vorzubehalten, selbst Vergeltungsmaßnahmen zu ergreifen, sollte Russland in der Ukraine Massenvernichtungswaffen einsetzen. Russland hat nach eigener Aussage aber kein Interesse am Einsatz von Massenvernichtungswaffen – es gibt auch strategisch keinen Nutzen für solch eine Aktion. Vielmehr ist zu befürchten, dass jemand eine False-Flag-Aktion (vergleichbar mit Bucha oder dem Bahnhof Kramatorsk) durchführt, um diese Russland in die Schuhe zu schieben. Sowohl in Bucha als auch Kramatorsk stellte sich später heraus, dass die Vorverurteilung unangebracht war. Aber dann kann es schon zu spät sein. Was, wenn ein Land wie Großbritannien in den ersten Tagen nach einer solchen Provokation die Nerven verliert und einen Angriff auf Russland durchführt? Die russische Doktrin ist ganz klar formuliert:

Die Russische Föderation behält sich das Recht vor, als Reaktion auf den Einsatz von Kernwaffen und anderen Massenvernichtungswaffen gegen sie selbst und (oder) ihre Verbündeten Atomwaffen einzusetzen.

Dann erfolgt der angekündigte russische Gegenschlag. Dann verlöschen mit einem Tastendruck Millionen Leben. Das kann ja nicht ernsthaft im Sinne eines europäischen Volkes sein. Die meisten von uns sind im Pazifismus aufgewachsen und erachten diesen als richtig und wichtig. Gegen den Krieg, vor allem aber gegen den Atomkrieg. Nun, plötzlich, über Nacht, haben die selbst ernannten Eliten beschlossen, dieses Prinzip über Bord zu werfen und mit blutunterlaufenen Augen nach noch mehr Krieg zu brüllen. An Friedensverhandlungen ist niemand interessiert, niemand kümmert sich um eine Abrüstung der Worte und um eine Annäherung am Verhandlungstisch. Ja, sind denn alle wahnsinnig geworden?

Politiker wähnen sich in Sicherheit, bezahlen müssen die anderen

Fest steht für die Politiker ja offensichtlich, dass zahlen und leiden nur die anderen müssen. Das hat beispielsweise der deutsche Minister Habeck (Grüne) jüngst ganz offen und ehrlich formuliert: Habeck noch vor Kriegsausbruch: „Ich muss in diesem Krieg nicht kämpfen, nicht sterben“.

Russland teilt diesen schrägen Humor nicht. In der Nachrichtensendung wurden laut der Übersetzung von Anti-Spiegel.ru folgende Worte verwendet:

Warum droht man dem riesigen Russland mit Atomwaffen, wenn man auf einer kleinen Insel sitzt? Die Insel ist so klein, dass eine einzige Sarmat-Rakete ausreicht, um sie ein für alle Mal zu versenken. Alles ist bereits berechnet worden. Mehr noch, die Briten selbst haben es berechnet. Damit sich niemand über „radioaktive Asche“ beschwert, zitiere ich den englischen Journalisten Will Stewart von der Daily Mail über die russische Sarmat-Rakete, die stärkste Rakete der Welt: „Die neue tödliche Hyperschallwaffe ist in der Lage, die US-Raketenabwehr zu umgehen und ein Gebiet von der Größe von Texas oder England zu zerstören.“ Das ist nur ein Start, Boris. Und England ist weg. Ein für alle Mal. Wozu das provozieren?

Die andere Möglichkeit besteht darin, Großbritannien in die Tiefen des Meeres zu stürzen. Eine russische Unterwasser-Roboterdrohne, die Poseidon, nähert sich in einer Tiefe von einem Kilometer mit 200 Kilometern pro Stunde ihrem Ziel. Es gibt keine Möglichkeit, diese Unterwasserdrohne zu stoppen. Der Sprengkopf hat eine Sprengkraft von bis zu 100 Megatonnen. Die Explosion dieses thermonuklearen Torpedos vor der britischen Küste würde eine gigantische Welle auslösen – einen bis zu 500 Meter hohen Tsunami. Dieser Wasserberg würde auch extreme Strahlendosen mit sich bringen. Wenn er über die Britischen Inseln hinweg fliegt, würde er das, was von ihnen übrig ist, in eine radioaktive Wüste verwandeln, die für immer unbrauchbar ist. Was ist das für eine Perspektive?

vesti7.ru

Der Bericht des russischen Senders endete mit den Worten:

Und noch ein wichtiges Detail. Russland hat nicht die Absicht, in der Ukraine Atomwaffen einzusetzen. Sergej Lawrow hat das wiederholt gesagt. Und es gibt in der Ukraine keine Bedingungen, die so etwas rechtfertigen würden. Die Erfindung dieser wilden Pläne wurde von CIA-Direktor William Burns in die Öffentlichkeit getragen. Er war es, der den Mythos über den möglichen Einsatz russischer taktischer Atomwaffen in Umlauf brachte. Dann wurde es von Selenskyj aufgegriffen und Boris Johnson drohte, Russland mit einem Schlag, angeblich „zur Vergeltung“. Alle sollten sich beruhigen. Das Thema ist zu ernst, um darüber Witze zu machen.

vesti7.ru

Lesen Sie die gesamte Analyse und die Übersetzung des russischen TV-Beitrages auf anti-spiegel.ru.

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