Konditionierung: So können Menschen »abgerichtet« und gesteuert werden!

Bild: ksandrphoto / freepik

In der Psychologie längst bekannte Experimente beweisen, wie man Menschen vorsätzlich »konditionieren«, also bei ihnen bestimmte Reaktionen auslösen, kann, um sie bewusst zu steuern. Sogar mit Babys wurde diesbezüglich experimentiert!

Von Guido Grandt (gugramediaverlag)

Buchauszug aus: HARDCORE-KINDER-SATANISMUS (Band 2) – Ritueller Missbrauch – Geheimexperimente – Pädo-Satanisten

Rituell und auch sexuell motivierte Gewalttaten und deren Vertuschung setzen bestimmte Vorgehensweisen voraus. Ebenfalls kommt die Frage auf, warum viele Opfer schweigen, die mitunter von Dritten zu Tätern »gemacht« wurden? Können Menschen wirklich so »abgerichtet« werden, dass sie quasi auf »Knopfdruck« genauso reagieren, wie es die Täter möchten? Die Antwort darauf ist »ja«! Erst wenn man die psychologischen Instrumentarien begreift, derer sich die Täter bedienen und durch die die Opfer abhängig gemacht und oft jahrzehntelang zum Schweigen verdammt werden, fällt die Überzeugung, dass es solche schrecklichen Taten überhaupt geben kann, leichter.

In der Psychologie längst bekannte Experimente beweisen, wie man Menschen vorsätzlich »konditionieren«, also bei ihnen bestimmte Reaktionen auslösen kann, um sie bewusst zu steuern.

Die Konditionierung von Tieren und Menschen

Nachfolgende Informationen betreffen die Konditionierung von Tieren und Menschen, die »experimentell« abgerichtet wurden, um so zu reagieren, wie es ein Dritter, also der Experimentator, will. Längst schon arbeiten Wissenschaftlern und Geheimdienste mit diesen Erkenntnissen.

Der russische Physiologe und Nobelpreisträger Iwan Petrovitch Pawlow (1849 – 1936) erforschte schon zu Beginn des letzten Jahrhunderts die »bedingten Reflexe« im menschlichen Zentralnervensystem. Mit seiner bedeutenden Theorie vom »Schlüsselreiz« lieferte er wichtige Anregungen für die mechanistisch denkende Psychologie und den daraus entstandenen »Behaviorismus« (= der Mensch ist das, was Lernen und Erziehung aus ihm machen).

Ausgangspunkt dieser Theorie ist Pawlows berühmter Hundeversuch, anhand dessen er den »Schlüsselreiz« beschrieben hat: Vor jeder Fütterung eines Hundes im Labor ertönte ein Klingelzeichen. Der akustische Reiz wurde zeitlich mit dem Anblick und dem Geruch von Futter verbunden. Nach mehrfacher Wiederholung (dem »Lernen«) führte schon allein das Klingelzeichen – ohne dass Duft und Anblick von Futter da wären – zur gewünschten Reaktion, nämlich zum Speichelfluss. Auf diese Weise wurde bei dem Hund eine neue erlernte Verbindung, ein sogenannter konditionierter Reflex hergestellt. Nachdem der Speichelfluss nun zu der Glocke konditioniert worden war, konnte dies natürlich auch mit einem Licht gekoppelt werden (indem man das Licht aufleuchten ließ, kurz bevor die Glocke läutete).

In diesem zweiten Konditionierungsversuch wurde zwar keine Nahrung dargeboten, aber wiederholte Koppelungen von Licht und Glocke konditionierten den Speichelfluss schließlich zum Licht und nicht mehr zur Glocke. Diese Programmierung nennt man Konditionieren höherer Ordnung; im obigen Beispiel der zweiten Ordnung. Es ist auch möglich, Konditionierungen dritter und vierter Ordnung herzustellen.

Sonderfälle des Konditionierens sind das Verzögerte Konditionieren. Dabei lässt man beispielsweise das Klingelzeichen erheblich vor dem unbedingten Reiz einsetzen, sich bis zu diesem hin erstrecken. Ein weiterer Sonderfall ist Spurenkonditionieren: Man gibt das Klingelzeichen vorher und lässt eine Pause eintreten. Das funktioniert bei Menschen sogar noch leichter als mit Tieren im Labor.

Letztlich haben die Pawlow’schen Verfahrensweisen einen riesigen neuen Bereich psychologischer Phänomene für die Anwendung wissenschaftlicher Methoden erschlossen.i In einer anderen Untersuchung erhielt ein Hund gleich nach dem Erklingen lassen eines Tones einen Elektroschock. Als der Hund dreizehn Monate später ohne weitere Konditionierung denselben Ton zu hören bekam, beschleunigte sich sein Herzschlag unvermittelt von 90 auf 130.ii Pawlow fand zudem heraus, dass Hunde ihr Bein »automatisch« auf ein Summzeichen anhoben, nachdem die Tiere zuvor mit einem dem Bein zugefügten elektrischen Schock konditioniert worden waren.

Barbarische Kinder-Experimente zur Umkonditionierung

Der amerikanische Psychologe und Begründer des Behaviorismus John Broadus Watson (1878 – 1958) entwickelte diese Kenntnisse zu neuen Prinzipien des Lernens um, auf denen man eine echte wissenschaftliche Psychologie aufbauen konnte. Beispielsweise konditionierte er »Furcht« bei einem elf Monate alten Säugling: Der kleine »Albert« fürchtete sich keineswegs vor einer zahmen Ratte, mit der er häufig in seinem Zimmer spielen durfte. Doch Watson wollte dies experimentell ändern. Indem er nahe dem Ohr des Babys laut auf eine Eisenstange schlug, erzeugte er starken Lärm, der beim kleinen Albert Erschrecken und Tränen auslöste. Die Konditionierung bestand nun aus wiederholten Koppelungen von einem konditionierten und unkonditionierten Stimulus. Dem Baby wurde die Ratte gezeigt und gleich danach ertönte der Lärm. Nach wenigen Wiederholungen begann Albert allein beim Anblick des Nagetiers zu weinen, also bevor der Krach überhaupt aufklang. Letztlich war es Watson mit seinem barbarischen Versuch gelungen, eine sogenannte »experimentelle Neurose« bei Baby Albert zu konditionieren.iii

Der Gebrauch des Wortes Neurose im obigen Zusammenhang ist etwas spekulativ, denn im Allgemeinen wird der Begriff eher auf psychodynamische Zustände angewandt, die eine effektive Anpassung an das tägliche Leben erschweren. Doch die in diesem Beispiel verwendete Auffassung von Neurose als Angst, die zu Stimuli konditioniert wurde, die bei normalen Menschen eben keine Angst (unangebrachte Furcht) auslösen, ist weit verbreitet.iv

Das Prinzip der Stimulusgeneralisierung bewies allerdings, dass das Kind (Baby Albert) danach auch Furcht vor anderen pelzigen Objekten, einschließlich eines Kaninchens zeigte.v Die Reaktion (in diesem Beispiel die Furcht des Kindes) kann durch die Zunahme der Stärke des Reflexes weiter bekräftigt werden, er wird sozusagen »eingeschliffen«.

Eine solche Konditionierung kann jedoch auch wieder gelöscht werden. Um beim kleinen »Albert« zu bleiben: Eine solche könnte erleichtert werden, wenn man dem Baby die Ratte zunächst aus großer Entfernung und ohne Lärm gezeigt hätte. Sobald seine Angst nachlassen würde, könnte man das Tier näher heranlassen. Beispielsweise beim Einnehmen der Mahlzeiten. Dieses Verfahren wird »Gegenkonditionieren« genannt. Mary Cover Jones, eine Studentin Watsons, wandte eine solche erfolgreich bei einem anderen Kind an.vi

Aber auch sprachliche Modelle können zu konditionierten Reizen umfunktioniert werden. Vor allem dann, wenn die Rede davon sein wird, weshalb Kinder »einfach so« mit unbekannten Erwachsenen mitgehen. Selbst nur durch Worte kann Angst konditioniert werden. Diese sogenannte Semantische Konditionierung konnte 1962 von Epstein bei Fallschirmjägern nachgewiesen werden. Schon alleine die Nennung der Worte »Himmel«, »Sturz« und »Leine« genügte, um bei den Fallschirmjägern in der Ausbildung Angstreaktionen hervorzurufen. Der Psychologe maß zu diesem Experiment die Veränderung des Hautwiderstandes und konnte damit Angstreaktionen feststellen (der sogenannte psychogalvanische Reflex der Haut ist ein Indikator für Angst).vii

Ein anderer Weg, um Menschen beeinflussbar zu machen, ist die Induzierung von Schuldgefühlen.viii Darauf komme ich noch einmal zurück.

Wie mit Gehirnwäsche »Gehorsam« erzeugt wird

Der Psychologe E. H. Schein hat in seiner 1956 veröffentlichten Arbeit The Chinese indoctrination program for prisoners of warixseine ausführlichen Untersuchungen über die sogenannte Gehirnwäsche der Chinesen im Koreakrieg erläutert.

Bezüglich der Erreichung von Gehorsamkeit fand er heraus, dass man die anfängliche geringfügige Bereitschaft ständig ausweitet und zusätzlich Schuldgefühle erzeugen muss. Hinzu kamen bei den Kriegsgefangenen psychische Belastungen durch soziale Isolierung sowie raffinierter Anwendung von lerntheoretischen Erkenntnissen. So wurden die Gefangenen andauernd verhört, gedemütigt, erniedrigt und gleichzeitig für jeglichen Gehorsam, jede Komplizenschaft und Anpassung mit Vergünstigungen belohnt.x

Umkonditionierung durch Bestrafung und Belohnung

Burrhus Fredric Skinnerxi (1904-1990) war einer der führenden amerikanischen Behavioristen in der Tradition von J. B. Watson. Seine Psychologie ist die »Wissenschaft der Manipulation des Verhaltens«; ihr Ziel ist, die am effektivsten anwendbaren reinforcements (Verstärkerwirkungen) herauszufinden, um ein »bestimmtes« Verhalten hervorzurufen. Oder anders ausgedrückt: eine gewünschte Verhaltensweise zu formen und zu beeinflussen.xii

Skinner setzte der einfachen (»klassischen«) Konditionierung im Pawlow’schen Sinne die »operante« Konditionierung entgegen. Das bedeutet, dass der Experimentator (wenn es von seinem Standpunkt aus wünschenswert ist) ein unkonditioniertes Verhalten belohnt oder bestraft. Übrigens hielt Skinner reinforcements durch Belohnung für wirksamer als durch Bestrafung. Er und auch andere Wissenschaftler haben die Techniken der »operanten Konditionierung« in Hunderten von Experimenten nachgewiesen. Durch die richtige Anwendung von reinforcements konnte das Verhalten von Menschen und Tieren in einem erstaunlichen Grad verändert werden.xiii

So lösen »Trigger« vorprogrammierte Verhaltensweisen aus

Das Konditionieren ist deshalb ein grundlegendes Gebiet der Psychologie, weil es zum einen mentale Prozesse, die zuvor als subjektiv erschienen, objektiviert. Und zum anderen ein Verfahren zum Studium der elementaren Phänomene des Lernens bietet.xiv

Sogenannte »Mind Controller« arbeiten mit unterschiedlichen Konditionierungsmethoden, die dazu dienen, konditionierte Reaktionen im Unterbewusstsein der Opfer zu verankern. Durch eine Koppelung mit Suggestionen oder posthypnotischen Befehlen werden »Auslöser« (»Trigger«) gesetzt. Entweder durch bestimmte Berührungen, eines Wortes, eines Tones, eines Handzeichens, eines Symbols … Dieser konditionierte Reiz löst eine dementsprechende konditionierte Reaktion aus. Beispielsweise die Einleitung einer Hypnose, sexuell zu Diensten sein, einen zuvor programmierten Persönlichkeitsanteil abzurufen und so weiter. Dabei gilt: Jeder, der von der Programmierung und dem Trigger Kenntnis hat, kann demnach das Mind-Control-Opfer manipulieren, sprich: steuern.xv

Der Psychologe Dr. James Randall Noblitt fand heraus, dass Patienten sich an den Missbrauch durch Täter erinnerten, nachdem sie durch ein bestimmtes Wort, einen Satz oder andere Signale (z.B. einen Handgriff oder eine Berührung im Gesicht) in einen wehrlosen Zustand versetzt wurden. Die Klienten berichteten ferner davon, dass speziell Telefonanrufe oder ein rhythmisches Klopfen an der Tür eine ihrer Innenpersonen zum Vorschein gebracht hätte.xvi

Guido Grandt: HARDCORE-KINDER-SATANISMUS (Band 2) – Ritueller Missbrauch – Geheimexperimente – Pädo-Satanisten

QUELLEN

i Vgl. Benesch, H. (Hrsg.): Grundlagen der Psychologie, Weinheim 1992, Band 3: Lern- und Gedächtnispsychologie, S. 15, 17

ii Gantt, W.H.: An Experimental Approach to Psychiatry. Amer. J. Psychiatr. 92, 1936, 1007-1021

iii Watson, J. B./Rayner, R.: Conditioned emotional reactions. JOURNAL OF EXPERIMENTAL PSYCHOLOGY, 1920, 3, 1-14 und Benesch, Band 3, S. 17ff.

iv Benesch, H. (Hrsg.): Grundlagen der Psychologie, Band 3: Lern- und Gedächtnispsychologie, Weinheim 1992, S. 15, 17

v Benesch, H. (Hrsg.): Grundlagen der Psychologie, Band 3: Lern- und Gedächtnispsychologie, Weinheim 1992, S. 21

vi Jones, M. C.: The Elimination of Children’s Fear. J. Exp. Psychol., l, 1924, 382 – 390

vii Lück, H. E./Rippe, H.-J./Timaeus, E.: Einführung in die Psychologie, Hagen 1984, S. 141f.

viii Lück, H.: Psychologie der sozialen Beeinflussung, Konformität und Gehorsamkeit, Hagen 1984, S. 17

ix Erschienen in Psychiatry, 19, S. 149-172

x Vgl. auch Lück: Psychologie der sozialen Beeinflussung, S. 17

xi Vgl. auch Simmons, J.: Who ist Who der Wissenschaften, Bergisch Gladbach 1999, S. 580ff.

xii Erich Fromm: Anatomie der menschlichen Destruktivität, Stuttgart 1997, S. 52

xiii Vgl. Erich Fromm: Anatomie der menschlichen Destruktivität, Stuttgart 1997, S. 53ff. Mehr dazu bei Skinner, B. F.: Science and Human Behavior, New York 1953 (dt.: Wissenschaft des menschlichen Verhaltens, München 1973); Beyond Freedom and Dignity, New York 1971 (dt.: Jenseits von Freiheit und Würde, Reinbek b. Hamburg 1973)

xiv Benesch, H. (Hrsg.): Grundlagen der Psychologie, Band 3: Lern- und Gedächtnispsychologie, Weinheim 1992, S. 26ff.

xv James Randall Noblitt/Pamela Perskin Noblitt: Cult and Ritual Abuse – Narratives, Evidence, and Healing Approaches, Praeger, 3rd edition, 2014, S. 86, 87

xvi James Randall Noblitt/Pamela Perskin Noblitt: Cult and Ritual Abuse – Narratives, Evidence, and Healing Approaches, Praeger, 3rd edition, 2014, S. 260, 90ff.

Bücher von Guido Grandt finden Sie auf: gugramediaverlag.wordpress.com

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