Irankrieg: Israelisches Militär gibt Zwischenbilanz nach 4 Tagen

Symbolbild Raketenangriff. (C) R24/KI

Die Meldungen seitens Israel und den USA zum Krieg gegen das Mullah-Regime sind widersprüchlich. Die Sicht des israelischen Militärs präsentierte jüngst General Amir Avivi einem internationalen Publikum. Er betonte, man wünsche sich ein möglichst rasches Ende des Kriegs, doch das Ziel – die bedingungslose Kapitulation des Regimes – müsse erreicht werden.

von Eric Angerer

Amir Avivi ist israelischer General und Sprecher des „Israel Defense and Security Forum“ (IDSF), eines Zusammenschlusses von 34.000 Reserveoffizieren mit guten Verbindungen zu Armeeführung und Regierung. Er ist bekannt für seine treffenden und nüchternen Einschätzungen.

Seit Kriegsbeginn gab Avivi israelischen TV-Stationen zahlreiche Interviews zur Entwicklung des Krieges. Nun sprach er mit Moshe Davis für den IDSF-Youtube-Kanal zu einem internationalen Publikum.

Avivi sagte einleitend, es laufe sehr gut für die Israel Defense Forces (IDF) und besser als erwartet. Bereits nach vier Tagen seien 86 Prozent der ballistischen Raketen des Iran zerstört. Man sei nur noch wenige Tage von der vollen Kontrolle über den iranischen Luftraum entfernt. Das sei sehr bedeutend, da die USA bisher überwiegend aus der Distanz auf iranische Ziele schossen.

Mit der Kontrolle über den Luftraum werde alles viel einfacher. Man kann mit den Flugzeugen über dem Iran agieren und dafür andere und viel billigere Munition verwenden, über die Israel und die USA in riesigem Ausmaß verfügen. Dann können sämtliche Einrichtungen und die Führung des Regimes immer massiver attackiert werden. Und man erreiche den Punkt, an dem die Fähigkeit der Mullahs, Israel zu gefährden, systematisch und schnell reduziert werde.

„Indem wir unsere Operation innerhalb des Iran vertiefen, bringen die USA immer mehr Kräfte, etwa die B1, die B2, die B52, all die strategischen Bomber, die Anlagen der ballistischen Raketen, Nuklearanlagen und Kommandozentralen angreifen. Israel greift währenddessen rund um die Uhr die Basidsch-Milizen, die Polizei und die Revolutionsgarden an und zerschlägt die Reste der Luftverteidigung.“

Die USA hätten die komplette iranische Marine versenkt, 17 Schiffe. Das iranische Regime hätte die Hisbollah unter Druck gesetzt, mit Raketen auf Israel zu schießen, und die Hisbollah habe auch immer mehr geschossen. Diese Raketen und Drohnen seien aber nicht sehr erfolgreich gewesen. Die IDF habe einen sehr genauen Plan für den Umgang mit der Hisbollah und führe ihn aus.

An dieser Stelle wurde das Interview durch einen Luftalarm unterbrochen. Bezugnehmend auf diesen Alarm sagte Avivi, dass die Menge der vom Iran abgeschossenen Raketen immer geringer werde. Deshalb werde es für die israelische Luftverteidigung auch langsam leichter. Trotzdem müsse man vorsichtig bleiben und für die Sicherheit der Bevölkerung sorgen.

Die ersten zweieinhalb Tage seien am schwersten gewesen, mit vielen Abschüssen und auch Toten in der israelischen Zivilbevölkerung. Trotzdem sei es wichtig, dass sich die Menschen genau an die Anweisungen halten. Insgesamt seien sowohl IDF als auch US-Offiziere überrascht, wie schnell Erfolge erreicht würden. Man habe sehr stark gestartet und könne jetzt immer mehr nachlegen.

Auf die Frage vieler TV-Journalisten, wie lange der Krieg dauern werde, führte Avivi aus: Man wünsche sich ein möglichst schnelles Ende, aber es müsste das Ziel erreicht werden, nämlich die bedingungslose Kapitulation des iranischen Regimes und der Hisbollah und der Hamas. Es mache keinen Sinn, aufzuhören, bevor man gesiegt habe.

Soweit die Ausführungen des israelischen Generals. Natürlich ist zu berücksichtigen, dass er nur das sagt, von dem er will, dass es das Publikum hört. Er ist nicht „neutral“, sondern Teil der IDF. Dennoch sind seine Briefings immer unaufgeregt sachlich und waren schon während des Gaza-Kriegs oft aufschlussreich.

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