Iran: Ayatollah Khamenei getötet – Die nächsten Tage werden kritisch

Symbolbild links: KI. Screenshot rechts via Sky News Australia

Der Tod des iranischen Obersten Führers Ayatollah Ali Khamenei bei gemeinsamen US- und israelischen Militärschlägen hat den laufenden Konflikt in eine neue, für das Regime kritische Phase geführt. Israel schaltet nach Angriffen der Hisbollah die Führung der islamischen Terrororganisation aus. Die Golfstaaten halten sich nach Angriffen des Iran noch mit einer militärischen Antwort zurück. Das Ende des Öl- und Gastransits durch die Straße von Hormus wird Einfluss auf die Energiepreise haben.

Der Konflikt mit dem Iran zieht immer weitere Kreise. Die vom Iran unterstützte Hisbollah startete Raketenangriffe auf israelische Grenzregionen und Städte. Der Iran selbst griff Ziele in den Golfstaaten an, darunter Einrichtungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Bahrain und Kuwait sowie US-Militärbasen in der Region. Diese Angriffe richteten sich sowohl gegen militärische als auch gegen zivile Infrastruktur. Israel und die USA reagierten mit gezielten Operationen gegen iranische Kommandozentralen, Nuklearanlagen und Führungsstrukturen in Teheran und anderen Städten.

Bei diesen Schlägen wurden neben Khamenei zahlreiche hochrangige iranische Führer getötet. Die israelischen Streitkräfte bestätigten die Eliminierung mehrerer Kommandeure der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) und weiterer Militär- und Regierungsvertreter, darunter IRGC-Chef Mohammad Pakpour, Verteidigungsminister Aziz Nasirzadeh, Sicherheitsberater Ali Shamkhani und Generalstabschef Abdolrahim Mousavi, insgesamt rund 40 Personen in den ersten Stunden der Operation. Das Weiße Haus bezeichnete den Tod Khameneis als „historische Gerechtigkeit“ und zitierte Präsident Trump mit der Einschätzung, dieser sei „einer der bösesten Menschen der Geschichte“ gewesen.

Im israelfeindlichen Mainstream verbreitete man umgehend Behauptungen einer von den Mullahs kontrollierten iranischen Presseagentur, wonach ein Luftschlag angeblich eine Mädchenschule getroffen haben soll. Bei dem Angriff sollten nach iranischen Angaben über 150 Mädchen ums Leben gekommen sein. Von unabhängigen Quellen bestätigt ist dies keineswegs, was Öffentlich-Rechtliche nicht von der Berichterstattung abhielt – zu allem Überfluss auch noch mit dramatisch falscher Bebilderung. „Zu diesem Zeitpunkt sind uns keine israelischen oder amerikanischen Angriffe dort bekannt“, kommentierte ein israelischer Militärsprecher die Vorwürfe.

An der Straße von Hormus drohte der Iran mit einer Sperrung der strategisch wichtigen Meerenge, durch die etwa ein Fünftel des weltweiten Öls transportiert wird. Die Revolutionsgarden warnten internationale Schiffe per Funk, einzelne Tanker wurden attackiert und der Schiffsverkehr ging spürbar zurück. Eine vollständige und längerfristige Blockade würde nicht nur westliche Länder, sondern auch China und Indien massiv treffen und die globalen Ölpreise weiter in die Höhe treiben. Europa wäre nach dem freiwilligen, beziehungsweise von der Ukraine erzwungenen Verzicht auf russische Energie besonders schwer getroffen.

Freudenfeste weltweit

Im Iran lässt das Regime Trauerkundgebungen für Khamenei abhalten. Aber aus dem In- und Ausland kommen zahlreiche Stimmen, die den Tod Khameneis als Wendepunkt begrüßen. Iraner wie Iman Sefati aus Deutschland berichten von den Hoffnungen der Iraner auf politischen Wandel, der nur durch Hilfe von außen möglich war.

Es kommt weltweit zu Freudenkundgebungen der Exiliraner.

Auch im Iran selbst wird auf den Straßen gefeiert, allerdings noch vorsichtig, weil die Revolutionsgarden und islamischen Milizen nicht vollständig besiegt sind. Die internationalen Reaktionen fallen unterschiedlich aus. Russland und China verurteilen die US- und israelischen Operationen als „Verletzung der Souveränität“ und fordern ein sofortiges Ende aller Militäraktionen. Die angegriffenen Golfstaaten, darunter Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar – richten ihren Protest vor allem gegen die iranischen Raketenangriffe auf ihre Territorien und behalten sich weitere Schritte zur Selbstverteidigung vor.

Die nächsten Tage werden entscheidend sein

Der Tod Khameneis und zahlreicher Generäle könnte zu einem Machtvakuum innerhalb des Iran führen. Auch der designierte Nachfolger Khameneis soll schon getötet worden sein. Ob die Militärschläge ausreichen, um das Regime zu beseitigen, ist aber nicht gewiss. Es kommt viel darauf an, wie sich die bewaffneten Kräfte innerhalb des Iran entscheiden. Die reguläre iranische Armee, die Revolutionsgarden und die islamischen Milizen sind nicht im selben Maße regimetreu. Stellt sich die Armee auf die Seite des Volkes, dann ist das Ende der islamischen Diktatur besiegelt. Ohne bewaffnete Unterstützung kann es für die aufständische Bevölkerung trotz der US- und israelischen Militärschläge schwierig werden, sich gegen die schwer bewaffneten islamischen Garden und Milizen durchzusetzen, die schon bis jetzt bewiesen haben, dass sie bei der Verteidigung ihrer Macht und der islamischen Herrschaft keine Skrupel kennen.

Für Europa, das sich durch den Bruch mit Russland in eine größere Energieabhängigkeit vom arabischen Raum begeben hat, kann ein längerer Konflikt zu Energieknappheit, explodierenden Öl- und Gaspreisen und damit zu einem Wiederanstieg der Inflation führen. Sollte das Regime fallen, dürfte damit zu rechnen sein, dass hunderttausende islamische Schergen des Regimes versuchen, vor der Rache der Bevölkerung zu fliehen. Europa muss deshalb seine Grenzen eisern geschlossen halten, um das Einsickern der Mörder zu verhindern. Eine Aufnahme der Revolutionsgarden und der Basidsch-Milizen aus „humanitären Gründen“ wäre Wahnsinn und Selbstmord.

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