Impfdruck soll weiter steigen: Merkel fordert 3G-Zwang im Zug

Bilder: Hintergrund via Pixabay, Impfpass via freepik / gllv

Am Donnerstag bereits berichtete die BILD-Zeitung exklusiv: „Kanzlerin Merkel will 3G-Regel in Zügen“ Was wirklich dran ist, ist bislang nicht sicher geklärt, auch die Details dieser neuen Zwangsmaßnahme stehen offenbar noch in den Sternen. Insgesamt aber ist festzustellen: Die Regierung treibt die Spaltung der Gesellschaft weiter voran und versucht mit immer fadenscheinigeren Mitteln, die Bevölkerung zur Impfung zu drängen.

Von Max Bergmann

So will die BILD erfahren haben, Merkel wolle die sogenannte 3G-Regel auch in Zügen durchsetzen. Demnach dürfe nur noch derjenige mit dem Zug fahren, der geimpft, genesen oder frisch negativ getestet ist. Für Ungeimpfte würde das bedeuten: Mehrere (ab Oktober kostenpflichtige) Tests pro Woche, der Aufwand summiert sich auf Hunderte Euro pro Monat. Nicht nur Geringverdiener sehen sich dadurch zur Impfung gezwungen. Auch der zeitliche Aufwand ist nicht unerheblich. Anerkannt werden nur die offiziell zertifizierten Tests aus den Testzentren, mehrfach pro Woche müsste auch ein erheblicher zeitlicher Mehraufwand in den Alltag eingeplant werden – der kostengünstige und flexibel durchführbare Selbsttest wird selbstverständlich nicht anerkannt. 

3G-Regel bei Inlandsflügen bereits etabliert

Die 3G-Regel findet bei Inlandsflügen bereits seit längerem Anwendung. So darf am Boarding nur teilnehmen, wer geimpft, genesen oder frisch negativ getestet ist. Das lässt sich an Flughäfen durchaus umsetzen, doch die 3G-Regel in Zügen ist völlig an den Haaren herbeigezogen. Das Kanzleramt hat Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) mit der Prüfung der Einführung der 3G-Regel beauftragt, allerdings ohne sich zur Umsetzbarkeit zu äußern. Schon allein aus Zeitgründen ist es unmöglich, alle zusteigenden Fahrgäste beim Einstieg zu kontrollieren. Nicht ohne Grund findet die Fahrkartenprüfung erst während der Fahrt statt. Auch bleibt völlig unklar, wer diese neuerliche Zwangsmaßnahme umsetzen und kontrollieren soll. In Deutschland pendeln tagtäglich Millionen Menschen mit der Bahn zur Arbeit und nach Hause.

Zugbegleiter sind weder Maskenpolizei noch 3G-Kontrolleure

Das Zugbegleitpersonal sieht sich schon durch die bisherigen Maßnahmen tagtäglich mit teils gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Fahrgästen konfrontiert, Tendenz steigend. Klaus-Dieter Hommel, Vorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), kritisierte gegenüber der BILD-Zeitung: „Die EVG warnt davor, die Kontrollen auf das Zugpersonal abzuwälzen! Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter waren und sind keine Maskenpolizei und sie sind auch keine 3G-Kontrolleure. Diese Vorstellung ist außerhalb jeder Realität“. Außerdem ist bislang unklar, ob die 3G-Regel ähnlich wie in Frankreich nur den innerdeutschen Fernverkehr betrifft oder auch den Regionalverkehr, der insbesondere von Pendlern tagtäglich für den Weg zur Arbeit und zurück benutzt wird. Konsequenterweise müsste die 3G-Regel dann aber auch in Bussen, Straßenbahnen und U-Bahnen Anwendung finden – das absolute Chaos wäre vorprogrammiert. 

Alle 7 Minuten vollständiger Luftaustausch in ICEs der Deutschen Bahn

Aus den Reihen der FDP war bereits am Donnerstag Kritik zu vernehmen. Torsten Herbst (FDP), Obmann der FDP-Fraktion im Verkehrsausschuss, kritisierte die geforderte 3G-Regel in Zügen als „komplett überzogen“ und „unkontrollierbar“. Der Vorstoß sei „erneut ein hilfloser Aktionismus der Bundesregierung“, stellte er fest. Auch der Chef des Fahrgastverbands, Karl-Peter Naumann, nannte das Vorhaben „kaum umsetzbar“. Auch verwies er auf die geringe Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung im Zug. In den Fernverkehrszügen der Deutschen Bahn findet etwa alle 7 Minuten ein vollständiger Luftaustausch statt. In den Zügen des Regionalverkehrs und den S-Bahnen fände durch regelmäßige Halte ohnehin vermehrte Luftzirkulation statt, außerdem würde durch die Klimaanlage jederzeit Frischluft von außen beigemischt, dieser Vorgang sei aber abhängig von der Außentemperatur und der Jahreszeit.

Kritik aus den eigenen Reihen: Friedrich Merz gegen Merkel-Vorschlag

Selbst aus den eigenen Reihen hagelt es Kritik für Merkels neuen Vorstoß: So äußerte sich der Ex-Unions-Fraktionschef im Bundestag, Friedrich Merz (CDU), im neuen TV-Sender BILD TV und nannte die 3G Regel für Züge „lebensfremd“. Merz weiter: „Stellen Sie sich das mal vor: Millionen Pendler an den großen Bahnhöfen müssten morgens, bevor sie in den Zug einsteigen, gefragt werden, ob sie getestet, genesen oder geimpft sind“. „Offenkundig nicht zufällig“ sei dieser Merkel-Vorstoß am Tag nach der Verlängerung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite durch den Bundestag gekommen. Merz selbst wollte den Notstand nicht fortsetzen, sagte er gegenüber der BILD. Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) äußerte sich zuletzt ablehnend gegenüber einer 3G-Regel in Zügen. Vize-Vorsitzender Jörg Radek sagte der BILD: „Die Bundespolizei hat kein Personal über, um als „Corona-Polizei“ bei Verkehrshalten in wenigen Minuten Impfbücher von Reisenden zu kontrollieren“. 


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