In Freiburg im Breisgau steht die Wahl des Oberbürgermeisters an. Eine Kandidatin bringt sich mit einer besonders absurden Idee in Stellung: Sie will Baumhaus-Kommunen bauen, um zum einen die Wohnungsnot zu bekämpfen und zum anderen die „Klimaziele“ einzuhalten.
Valerie Tabea Schult, die sich selbst als „parteilose Feministin“ bezeichnet, tritt mit dem Slogan „Mit Innovation und Feminismus für ein gesundes Freiburg“ für die Wahl am 26. April 2026 an. Sie ist eine von elf Kandidaten. Ihre Vision: Baumhäuser für alle! Statt in langweilige Häuser sollen die Freiburger einfach in die Bäume ziehen. Nach Schults Vorstellungen ließe sich so nicht nur der Wohnungsmangel bekämpfen, sondern gleichzeitig auch „ökologisch bauen”. Und auch die sogenannten Klimaziele könnten erreicht werden. Schult will sich dafür auch für autofreie Stadtviertel einsetzen.
Auf nur 10 Prozent der Stadtwaldfläche könnten laut Schult bis zu 26.400 Menschen untergebracht werden. Pro Hektar satte 40 Personen. So könnten viermal so viele Einwohner in Baumhäusern leben wie im neuen Stadtteil Dietenbach.
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— Wahrheitsfinder (@wfinder99) March 3, 2026
Und wer braucht schon eine eigene Dusche, wenn man stattdessen Gemeinschaftserlebnisse im Campingplatz-Stil haben kann? Das Areal soll nämlich wie ein Campingplatz funktionieren, erklärt die OB-Kandidatin: zentrale Duschen, Toiletten und ein Aufenthaltsraum mit Küche für alle. Zum Schlafen, für Privatsphäre und eigene Freizeit klettert man dann einfach die Leiter hoch in sein privates Baumhaus-Zimmer. Romantisch? Diskussionsbedürftig. Praktisch? Sicher nicht … außer wenn man Wind, Regen und Eichhörnchen sowie anderes Getier als Mitbewohner mag.
Im Kampf fürs Klima sind das nur kleine Einschränkungen und Komfort wird sowieso überbewertet. Schließlich muss Freiburg bis 2035 die „Klimaneutralität“ erreichen!
Schult fordert eine Machbarkeitsstudie (natürlich auf Steuerzahlerkosten), um zu prüfen, ob die alten Bäume im Stadtwald das Gewicht von Tausenden hipper Öko-Kommunarden aushalten.
Ob das Konzept bei den Wählern ankommt? In Freiburg, Deutschlands grüner Vorzeigstadt, vielleicht schon. In den sozialen Netzen sorgt der Vorstoß derweil eher für Spott.
