Auf einem idyllischen Gänsehof in Niedersachsen wird der deutsche Bürokratie-Wahnsinn greifbar: Landwirtin Iris T. ertrinkt förmlich in einer Flut von Vorschriften – unter anderem soll sie für ihre einfache Sackkarre, die gerade mal 50 Meter über den eigenen Hof geschoben wird, ein Fahrtenbuch führen.
In der SAT.1-Reportage „Ronzheimer – Wie geht’s, Deutschland?“ (10. März 2026) zeigt Paul Ronzheimer, wie absurd der Bürokratieirrsinn in Deutschland geworden ist. Ein Beispiel: Iris T. betreibt ihren Gänsehof in Lohne (Niedersachsen) mit viel Herzblut. Nach der Schlachtung werden die Daunen und Federn nicht weggeworfen, sondern direkt auf dem Hof weiterverarbeitet. Dafür werden sie mit einer ganz normalen Sackkarre rund 50 Meter auf dem eigenen Gelände transportiert. Was eigentlich ein ganz einfacher Vorgang sein sollte, entpuppt sich als bürokratischer Albtraum.
Laut den Schilderungen der Landwirtin verlangen Behörden für dieses simple Gerät:
- Einen Sachkundenachweis – quasi einen „Führerschein für die Sackkarre“, der beweist, dass sie das Gerät richtig bedienen kann
- Eine Transportnummer für die Sackkarre
- Ein Desinfektionsbuch, in dem jede Reinigung dokumentiert werden muss
- Und das Absurdeste: ein Fahrtenbuch, in dem jede einzelne Fahrt über die wenigen Meter Hofgelände protokolliert werden soll
„Ich muss ALLES melden – jeden Handschlag, den ich tue!“, bringt die Landwirtin ihre Frustration auf den Punkt. Sie verbringt bereits 15 bis 20 Stunden pro Woche nur mit Behörden-Apps, Nachweisen und Dokumentation.
Denn es geht munter weiter. T. berichtet von weiteren Hürden: So benötigt sie einen Sachkundenachweis für die Motorsäge und mehrere Kontroll-Apps für den Acker. “Mit meinem Gänsehof in Deutschland bin ich der Bürokratie ausgeliefert”, sagt sie.
Paul Ronzheimer konfrontiert in der anschließenden Diskussion den Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung, Karsten Wildberger, mit diesen und weiteren Beispielen aus ganz Deutschland – von einem jahrzehntelang blockierten Radweg-Projekt bis hin zu einer Sportlerin, die jährlich nachweisen muss, dass ihr noch immer ein Bein fehlt.
Brüssel und Berlin strangulieren produzierende Betriebe mit immer neuen Vorschriften und ersticken damit den letzten Funken unternehmerischer Freiheit. Ob sich an diesem bürokratischen Overkill etwas ändert, bleibt abzuwarten.
