Europa braucht dringend Erdgas – doch Brüssels Klimawahn vergrault die Lieferanten!

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Europa sucht händeringend neue LNG-Lieferanten, während Brüssel den Erdgasverbrauch mit seiner desaströsen Klimapolitik immer weiter zurückdrängen will. Für Investoren wird der europäische Markt damit zum Risiko. Denn wer soll Milliarden in neue Exportanlagen stecken, wenn die EU den potenziellen Lieferanten schon heute die langfristigen Absatzperspektiven vermiest?

Die europäische Energiepolitik wird immer widersprüchlicher. Nachdem Europa seine Importe russischen Pipelinegases massiv reduziert hat, werden nun auf der ganzen Welt neue Lieferanten gesucht. Flüssigerdgas aus Übersee soll die Versorgung sichern, neue Terminals und Transportkapazitäten sollen die Abhängigkeit von einzelnen Staaten verringern. Gleichzeitig arbeitet Brüssel mit seinen Klimavorgaben daran, genau jenen Erdgasmarkt drastisch zu verkleinern, für den anderswo milliardenschwere Investitionen getätigt werden sollen. Ausgerechnet die EU, die dringend zuverlässige Energielieferanten benötigt, macht sich damit selbst zu einem zunehmend unattraktiven langfristigen Geschäftspartner.

Ein Bericht des Energieportals OilPrice beleuchtet die wachsenden Bedenken in Kanada, wo man sich von LNG-Exporten nach Europa ein lukratives Geschäft verspricht. Das Problem: Zwischen der Planung einer Exportanlage und der ersten Gaslieferung können zehn Jahre oder mehr vergehen. Anschließend müssen die Anlagen über Jahrzehnte ausreichend Geld einspielen. Doch wenn Brüssel seine katastrophalen Netto-Null-Pläne durchsetzt, könnte der europäische Absatzmarkt ausgerechnet dann erheblich geschrumpft sein, wenn neue kanadische Exportprojekte richtig in Betrieb gehen.

Kanada soll Milliarden investieren – Brüssel will den Gasverbrauch abwürgen

Auf dem EU-Kanada-Gipfel Ende Oktober vereinbarten beide Seiten, die Möglichkeiten langfristiger LNG-Lieferungen nach Europa in einer gemeinsamen Machbarkeitsstudie zu untersuchen. Die Europäer möchten ihre inzwischen beträchtliche Abhängigkeit von amerikanischem Flüssigerdgas reduzieren und zusätzliche Bezugsquellen erschließen. Kanada verfügt über gewaltige Erdgasvorkommen und will diese stärker für den Export nutzen. Eigentlich eine naheliegende wirtschaftliche Partnerschaft. Wäre da nicht die europäische Energiepolitik, die den künftigen Absatz solcher Lieferungen zunehmend infrage stellt.

Wie langfristig solche Geschäfte angelegt sind, verdeutlicht eine Vereinbarung zwischen dem kanadischen LNG-Projekt Ksi Lisims und dem deutschen Energieunternehmen SEFE. Ende Oktober wurde ein Vertrag über jährlich eine Million Tonnen Flüssigerdgas mit einer Laufzeit von 20 Jahren abgeschlossen. Die ersten Lieferungen sollen Anfang der 2030er-Jahre erfolgen. Damit reicht das Geschäft bis in die 2050er-Jahre. Allerdings kann SEFE die Mengen auch auf anderen internationalen Märkten verkaufen. Das ist kein unwichtiges Detail. Das geplante Exportterminal Ksi Lisims liegt an der kanadischen Pazifikküste, von wo aus die asiatischen Absatzmärkte geografisch wesentlich näher liegen als Europa. Sollte der europäische Gasbedarf tatsächlich stark zurückgehen, könnten solche Lieferungen deshalb verstärkt auf dem asiatischen Markt landen.

Während Energieunternehmen also Lieferverträge für die nächsten Jahrzehnte abschließen, hat Brüssel seine Klimaziele inzwischen noch weiter verschärft. Bis 2040 sollen die Netto-Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 um 90 Prozent sinken, bis 2050 soll die EU „klimaneutral“ werden – also nicht mehr CO2 ausstoßen, als wieder natürlich neutralisiert wird. Diese Vorgaben sind gesetzlich verankert. Einen allgemeinen Ausstiegstermin für Erdgas gibt es zwar nicht, doch die Emissionsziele setzen dessen langfristigen Einsatz erheblich unter Druck. Auf der einen Seite werden Lieferbeziehungen für Jahrzehnte aufgebaut, auf der anderen Seite betreibt die EU eine Politik, die den künftigen Absatz von Erdgas immer weiter einschränken soll. Für Investoren, die neue Gasfelder erschließen und LNG-Anlagen finanzieren müssen, ist das alles andere als eine verlässliche Geschäftsgrundlage.

Der Gasbedarf sinkt – und neue Terminals werden trotzdem gebaut

Wie teuer diese widersprüchliche Politik werden könnte, zeigen Berechnungen des Institute for Energy Economics and Financial Analysis (IEEFA). Demnach könnten die LNG-Importe der EU zwischen 2025 und 2030 um rund 29 Prozent zurückgehen. Trotzdem wird weiterhin am Ausbau der europäischen Importinfrastruktur gearbeitet. Für Europa insgesamt, einschließlich Großbritanniens, Norwegens und der Türkei, prognostiziert das Institut, dass die LNG-Empfangskapazitäten im Jahr 2030 bereits dreimal so groß sein könnten wie der tatsächliche Bedarf an Flüssigerdgas. Ein gewaltiger Überhang, für den weiterhin Kapital gebunden und Infrastruktur unterhalten werden müsste. Denn auch ein kaum ausgelastetes LNG-Terminal kostet Geld.

Für die Produzenten wird die Rechnung damit immer schwieriger. Eine LNG-Exportanlage verschlingt Milliarden, dazu kommen Pipelines, Verflüssigungsanlagen, Hafeninfrastruktur und Spezialschiffe. Banken und Investoren wollen wissen, ob sich diese gewaltigen Summen über Jahrzehnte wieder hereinholen lassen. Langfristige Abnahmeverträge können dabei helfen, die Finanzierung abzusichern. Doch was nützt einem Investor die Aussicht auf einen europäischen Großkunden, wenn dessen politische Führung gleichzeitig den künftigen Einsatz fossiler Energieträger immer weiter zurückdrängen will? Je unsicherer die Absatzperspektiven, desto schwieriger und teurer kann die Finanzierung werden. Am Ende werden Projekte verschoben, verkleinert oder gleich auf andere Märkte ausgerichtet. Europa könnte sich damit selbst um zusätzliche Lieferkapazitäten bringen, die es bei künftigen Engpässen dringend benötigen würde.

Dabei ist der sinkende europäische Erdgasverbrauch keineswegs ausschließlich das Ergebnis erfolgreicher Umstellungen auf andere Energiequellen. Hohe Energiepreise setzen insbesondere der energieintensiven Industrie zu. Wenn Chemiebetriebe ihre Produktion zurückfahren, Industrieanlagen stillstehen oder Unternehmen ihre Investitionen ins Ausland verlagern, sinkt ebenfalls der Gasbedarf. In den Verbrauchsstatistiken sieht das nach einer erfolgreichen Einsparung aus. Für die betroffenen Unternehmen, ihre Beschäftigten und die industriellen Standorte ist es allerdings alles andere als eine Erfolgsgeschichte. Eine schwächelnde Industrie verbraucht nun einmal weniger Energie als eine prosperierende.

Europa braucht Erdgas – und schreckt langfristige Lieferanten ab

Die Internationale Energieagentur (IEA) warnt in ihrem jüngsten Bericht zur globalen Gassicherheit, dass die EU mit den niedrigsten Speicherständen seit 2013 in die Heizperiode 2026/27 startet. Bei einem kalten Winter und anhaltenden Störungen der LNG-Lieferungen durch die Straße von Hormus könnten die Speicher bis Ende März 2027 auf weniger als zehn Prozent ihrer Kapazität fallen. Gleichzeitig haben die Lieferausfälle aus dem Nahen Osten gezeigt, wie schnell der internationale Gasmarkt unter Druck geraten kann. Ausgerechnet jetzt, wo die Versorgungssicherheit erneut zum Problem wird, wäre Europa auf zusätzliche Liefermöglichkeiten und langfristig verlässliche Geschäftsbeziehungen angewiesen.

Doch wer Milliarden in neue Erdgasprojekte investiert, richtet sich nicht nach den politischen Wunschvorstellungen der Brüsseler Klimafanatiker, sondern nach den wirtschaftlichen Absatzchancen. Und wenn der europäische Markt langfristig weniger attraktiv erscheint, werden andere Kunden interessant. Gerade für kanadische Projekte an der Pazifikküste bietet sich Asien als Alternative an. Dort lassen sich neue Lieferverträge abschließen, ohne dass das gesamte Geschäftsmodell vom Erfolg oder Scheitern der europäischen Energiewende abhängt.

Die Zeche für diese Widersprüche könnten am Ende wieder Europas Bürger und Unternehmen bezahlen. Denn auch bei einem rückläufigen Gasverbrauch müssen die verbleibenden Mengen zuverlässig beschafft werden. Wenn neue Exportkapazitäten jedoch vorwiegend für andere Absatzmärkte entstehen, muss Europa bei der nächsten Versorgungskrise erneut um verfügbare LNG-Ladungen konkurrieren. Dann entscheidet nicht der Brüsseler Klimafahrplan darüber, wohin die Gastanker fahren, sondern der Preis, den die Käufer zu zahlen bereit sind. Und den müssen die Europäer dann erst einmal aufbringen.

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