EU-Irrsinnspolitik: Investitionen “nahe null” – Europas Chemieindustrie kollabiert

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Die anhaltend hohen Energiekosten und die Klima-Regulierungspolitik sorgen dafür, dass die europäische Chemieindustrie zusehends kollabiert. International ist sie einfach nicht mehr wettbewerbsfähig. Darunter leiden auch die nachgelagerten Branchen.

Die Investitionen in die europäische Chemieindustrie stürzen regelrecht ab und auch bei den Kapazitätsstilllegungen gibt es besorgniserregende Zahlen. Laut der Financial Times brachen die Investitionen im letzten Jahr um 80 Prozent ein, während die Kapazitätsschließungen in der EU seit 2022 um das Sechsfache gestiegen sei. Insgesamt verlor die Branche damit neun Prozent der Gesamtkapazität, wobei dies auch mit 20.000 abgebauten Stellen einherging.

Der Chef des Europäischen Chemieindustrieverbandes (Cefic), Marco Mensink, warnt vor den Auswirkungen: “Der Sektor steht unter massivem Druck und bricht. Die Schließungsrate hat sich innerhalb eines Jahres verdoppelt, und noch schlimmer: Die jährlichen Investitionen haben sich halbiert und liegen nahe null. Auf beiden Seiten beschleunigt sich das Tempo, es verlangsamt sich nicht. Wir brauchen noch in diesem Jahr entschlossenes Handeln – mit Wirkung bis hinunter auf die Fabrikebene.”

Laut den jüngsten von Cefic veröffentlichten Zahlen erzielte die Branche 2024 Umsätze von über 600 Milliarden Euro. Beim Marktanteil haben Europas Chemieunternehmen ihr Gewicht am Weltmarkt von über 27 Prozent im Jahr 2004 auf nur noch 12,6 Prozent im Jahr 2024 schrumpfen sehen. Tendenz weiter fallend.

Mit ein Grund dafür sind auch die EU-Sanktionen gegen Russland, die mit dem Verlust des günstigen Pipelinegases einhergingen. Ohne das günstige Erdgas und billigen Strom leidet die preisliche Wettbewerbsfähigkeit massiv. Extrem hohe Energiekosten setzen jeder einzelnen europäischen Industrie zu, doch die energieintensiveren unter ihnen leiden verhältnismäßig besonders stark. Hinzu kommen all die klimapolitisch motivierten Regulierungen, die die EU-Führung den Unternehmen auferlegt hat.

Doch anstatt sich um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Industrie zu sorgen, hat die EU-Kommission den “Carbon Border Adjustment Mechanism” (CBAM) entwickelt. Oder anders ausgedrückt: Günstigere Waren aus anderen Ländern, die mit billiger Energie aus Gas und Kohle hergestellt werden, sollen dadurch verteuert werden. Damit erhöhen sich jedoch allgemein die Preise innerhalb der EU, während die europäischen Unternehmen auf internationaler Ebene trotzdem nicht im Wettbewerb bestehen können. Exportieren ist also nicht mehr drin.

Chinesische Konzerne weiten Produktionskapazitäten bereits aus

Dies führt laut dem Wall Street Journal mittlerweile sogar dazu, dass unter anderem chinesische Chemiekonzerne ihre Produktionskapazitäten ausweiten, obwohl sie noch nicht voll ausgelastet sind. Mit dieser Strategie wollen sie die europäische Konkurrenz ausschalten und marktbeherrschende Stellungen einnehmen. Die europäischen Konzerne, die sich seit dem europäisch-amerikanischen Handelsabkommen vom letzten Jahr (geschlossen zwischen Trump und von der Leyen) ohnehin schon mit der günstigeren US-Konkurrenz auseinandersetzen müssen, geraten nun noch stärker unter Druck.

Immer mehr internationale Konzerne – darunter SABIC, Dow und Exxon – haben sich bereits aus Europa zurückgezogen, bzw. planen dies zu tun. Europäische Konzerne – darunter BASF – haben bereits damit angefangen, Teile der Produktion ins außereuropäische Ausland zu verlagern. Doch damit ergeben sich weitere Probleme.

Ohne Chemieindustrie keine Rüstung

Denn die chemische Industrie ist keine geschlossene Branche, sondern eng mit anderen industriellen Sektoren verbunden – darunter die Automobilproduktion und die Rüstungsindustrie. “Wenn Sie einen Verteidigungssektor … einen Automobilsektor wollen, ist er völlig abhängig davon, dass die Chemie die Materialien liefert. Das ist schlicht ein Würgegriff, den der Rest der Welt über Europa hat”, sagte Mensink laut der FT. Er bezeichnete Chemikalien anschließend als “die Mutter aller Industrien” und warnte: “Sie bricht gerade in diesem Moment auseinander.”

Doch gerade hier liegt die Ironie: Während Brüssel (Berlin, Paris, Warschau & Co) von Aufrüstung und Kriegsbereitschaft faseln, weil die europäischen Eliten wohl unbedingt einen Krieg gegen Russland vom Zaun brechen wollen, zerfällt infolge der irrsinnigen Klima- und Energiepolitik eine jener Schlüsselindustrien (von der für den Rüstungssektor wichtigen Metallindustrie ganz zu schweigen), die für ein solches Vorhaben unabdingbar ist.

Diese aktuellen Entwicklungen verdeutlichen, wie sehr die politischen Eliten in Europa die Ideologie über die wirtschaftlichen Realitäten stellen – und dabei gleichzeitig ihre anderen Ziele (z.B. die Kriegsfähigkeit) sabotieren. In den europäischen Hauptstädten scheint man komplexe Zusammenhänge ganz offensichtlich nicht zu verstehen.

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