Energiekrise: Lange Warteschlangen für Kohle in Polen

Bild: freepik / user28179794

In Polen versuchen sich die Menschen noch vor dem Winter mit ausreichend Kohle einzudecken, um so ihre Häuser während der kalten Jahreszeit heizen zu können. Es gibt bereits Warteschlangen vor der Kohlemine.

Die Energiekrise sorgt dafür, dass die Menschen sich zunehmend Gedanken darüber machen, wie sie im Winter ihre Wohnungen warm halten können. In Deutschland führte dies beispielsweise bereits dazu, dass die Suchanfragen auf Google für “Brennholz” auf ein Niveau explodierten, wie man es noch nie gesehen hat. Waldeigentümer beklagen zudem Millionenschäden durch Diebstahl.

Nicht viel besser ist es in Polen. Dort reihen sich die Menschen beispielsweise vor einer Kohlenmine auf, um sich für die Wintermonate mit dem Heizmaterial einzudecken. Wie Reuters berichtet, haben sich in Polen, das noch immer in der Spätsommerhitze schwelgt, bereits Hunderte von Autos und Lastwagen vor dem Kohlebergwerk Lubelski Wegiel Bogdanka aufgereiht, da die Haushalte aus Angst vor winterlichen Engpässen tage- und nächtelang darauf warten, sich mit Kohle für den kommenden kalten Winter einzudecken. Die Warteschlangen erinnern an kommunistische Zeiten, als es ebenfalls eine Mangelwirtschaft gab. Und angesichts dessen, dass rund vier Millionen polnische Haushalte immer noch mit Kohle heizen, ist eine Verschärfung der Lage zu erwarten.

Auch wenn es für die Polen einfacher ist, da das Land selbst Kohle fördert (und zwar mehr als 50 Millionen Tonnen pro Jahr), so ist der fossile Brennstoff jedoch vor allem für die Kohlekraftwerke des Landes bestimmt. Vor dem Verbot von Kohleimporten aus Russland deckten sich die polnischen Haushalte stets damit ein, weil die russische Kohle billiger war und sich besser für den Heimverbrauch eignete. Allerdings haben sie es wohl immer noch leichter als jene, die auf Erdgas angewiesen sind, da die Versorgung mit diesem Energieträger (trotz derzeit voller Gasspeicher) auch nicht ewig garantiert werden kann – und zudem noch deutlich teurer ist. Und das, obwohl sich auch der Preis für Kohle in diesem Winter wohl verdreifachen wird.

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