Drohende Gasmangellage! Deutschland steuert auf die nächste Energiekrise zu

(C) Report24/KI

Die Gasspeicher leeren sich schneller als geplant, der Januar zählt zu den kältesten seit 15 Jahren, und der Verbrauch explodiert. Der Speicherstand ist bereits auf unter 42 Prozent gefallen – und ein Ende des Winters ist noch lange nicht in Sicht.

Noch vor einem Jahr waren die deutschen Gasspeicher zu rund 64 Prozent gefüllt. Heute sind es weniger als 42 Prozent. Denn ohne das günstige Pipelinegas aus Russland lohnt sich für die Betreiber der Gasspeicher die sommerliche Auffüllung nicht. Das Flüssiggas aus Übersee bietet keine solchen preislichen Vorteile.

Doch nun, angesichts der anhaltend kalten Temperaturen, rächt sich das alles. Denn in Kältephasen sinkt der Speicherstand um rund 1,3 Prozentpunkte pro Tag. Das heißt: Im Ernstfall fallen die Speicherstände bereits in wenigen Tagen unter die 30-Prozent-Marke. Bereits Mitte Februar könnte die kritische Marke von 20 Prozent unterschritten werden. Unterhalb dieses Niveaus wird es technisch schwierig, den notwendigen Druck für eine stabile Entnahme aufrechtzuerhalten. Ab diesem Punkt beginnt keine theoretische Krise mehr, sondern eine handfeste Mangellage.

Und dann ist da noch die Stromerzeugung. In Zeiten von Dunkelflaute, also fehlendem Wind und schwacher Solarleistung, springen Gaskraftwerke ein und verbrennen genau jene Reserven, die eigentlich für die Heizversorgung gedacht sind. Gleichzeitig stehen LNG-Terminals zwar auf dem Papier bereit, bleiben aber mangels verfügbarer Tanker oder langfristiger Lieferverträge unterausgelastet. Hinzu kommt der politische Irrsinn, weiterhin Gas durch Deutschland in Nachbarländer zu leiten, während im eigenen Land die Speicherstände kollabieren.

Stefan Spiegelsperger von Energie & Outdoor Chiemgau zerlegt in seinem Beitrag die offiziellen Prognosen der Initiative Energien Speichern mit nüchternen Zahlen. Die realen Speicherverläufe liegen bereits unter den optimistischen Kurven der Vorhersagen, und das mitten im Winter. Sollte die Kälte bis Mitte Februar anhalten, zeigt eine Referenzrechnung auf Basis des Jahres 2010 ein drastisches Szenario: vollständig geleerte Speicher. Dann wäre die Krise nicht mehr vermeidbar.

Dann kommt der Notfallplan. Private Haushalte erhalten Priorität, während die Industrie ihren Gasverbrauch drastisch drosseln muss. Produktionsstopps, Lieferkettenbrüche und wirtschaftliche Schäden wären die logische Konsequenz. Öffentliche Einrichtungen wie Schwimmbäder würden schließen, Heiztemperaturen in Wohnungen würden politisch “empfohlen”, und die Gaspreise würden entsprechend von Angebot und Nachfrage nach oben getrieben.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer kommt in Form von Gaslieferungen aus Aserbaidschan, doch deren Umfang deckt nur einen Bruchteil des tatsächlichen Bedarfs. Sie sind eher symbolische Beruhigungspillen als strukturelle Lösung. Spiegelsperger selbst hält eine Gasmangellage inzwischen für kaum noch vermeidbar, es sei denn, der Rest des Winters entwickelt sich überraschend mild. Die aktuellen Wettermodelle geben dafür allerdings keinen Anlass zur Hoffnung.

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