Dr. Schiffmann: 683.707 Euro suchen Flutopfer-Gemeinde. Bürgermeister verweigert Annahme.

Bild: Bodo Schiffmann

Flutkatastrophe in Deutschland. In Bayern, aber vor allem im nordrhein-westfälischen bzw. rheinland-pfälzischen Ahrtal waren nach schweren Unwettern zahlreiche Gemeinden betroffen. Die Menschen dort verloren alles. Ersthilfe und Aufräumarbeiten zeichnen sich vor allem durch Selbstorganisation, private Unterstützung und Behördenversagen auf der ganzen Linie aus. Und auch dadurch, dass immer wieder konkrete Hilfe abgelehnt wird, weil sie von den „falschen“ Leuten kommt. Zum Beispiel von Dr. Bodo Schiffmann & Team.

Von Siri Sanning

In einem Video vom 23. Juli 2021 richtet sich Dr. Schiffmann mit einem Aufruf an die Community. Man möge die Menschen im Ahrtal über die Geschehnisse im Hintergrund zahlreicher Hilfsaktionen informieren. Als er von der Flutkatastrophe erfuhr, berichtet er, hatte er sofort die Idee, einen Moneypool zu erstellen. Nicht als Querdenker, wie er sagt, sondern als Christ und Mensch. Um den Leuten vor Ort zu ermöglichen, Hilfe zu bekommen.

Hilfe von „Querdenkern“ unerwünscht. Auch von den Flutopfern selbst?

Gemeinsam mit anderen wurden eine Logistik aufgebaut, Fachleute vor Ort gestellt, ein Lager organisiert und Toiletten zur Verfügung gestellt. Letztere – 190 Stück – wurden von ihm privat bezahlt. Sehr rasch jedoch setzte das übliche Framing ein: rechtsradikal, Nazi. „All das ist eine Beleidigung, die wir uns das ganze Jahr anhören müssen. Im Moment nimmt das Formen an, die eigentlich nicht mehr zu ertragen sind,“ so Schiffmann.

Der Arzt schildert, wie er mit dem Ersthelfer Wipperfürth sowie dem Bauunternehmer Zintel in Kontakt stand und anbot, mittels Spendengeldern die Bauarbeiten in den betroffenen Gemeinden zu bezahlen. Dies wurde letzten Endes jedoch abgelehnt. Man wollte nicht mit „Querdenkern“ sympathisieren „Ihr erinnert Euch an den Flutmanager. Wir haben den Account aufkündigen müssen, weil wir keine Möglichkeit haben, die Sachen, die Ihr schenkt, weiterzugeben. Die gesamte Logistik war für den Ar***. ´tschuldigung. Alle Arbeit, die unser gesamtes Team, die Admins von Samuel Eckert und die Admins von Alles außer Mainstream dort tage-und nächtelang reingesteckt haben, war völlig für den Eimer, weil man nichts nimmt von Querdenkern.“

683.707 Euro bereit zur Auszahlung. Bürgermeister von Schuld lehnte ab.

Im Hinblick auf den Moneypool und dessen Auszahlung besprach sich Schiffmann mit der zuständigen Stelle bei PayPal. Dies riet ihm zu einer Überweisung der inzwischen auf beachtliche 683.707 Euro angewachsenen Summe an eine Gemeinde, welche ebenfalls über ein Paypal-Konto verfügt. Dies wäre der einfachste Weg, der komplette Betrag könnte so direkt überwiesen werden.

„Ich fand die Idee toll,“ berichtet er, und kontaktierte daraufhin den Bürgermeister der von der Flutkatastrophe am stärksten betroffenen Gemeinde Schuld im Landkreis Ahrweiler, Herrn Lussi. Zwei Tage wurde sich darüber ausgetauscht: „Wir hatten jetzt am Ende eine Frist gesetzt bis 18 Uhr, wo er uns einfach seinen Paypal Link geben kann und er hätte das Geld bekommen. Für seine Gemeinde, für die Flutopfer direkt vor Ort.“

Schließlich teilte Bürgermeister Lussi dem mit der Angelegenheit der Spendengelder beauftragten Anwalt via Anruf mit, dass man das Angebot ablehnen wird. Es handle sich zwar um sehr viel Geld, man habe jedoch recherchiert. Und entschieden, dass man nicht mit „Querdenken“ in Verbindung gebracht werden möchte.

Gemeinde gesucht!

Nun wendet sich Schiffmann in einem Aufruf an alle Bürger im Ahrtal und anderen Hochwassergebieten: „Wir brauchen eine Gemeinde, oder auch mehrere Gemeinden, die Flutwasserhilfe für ihre Bürger organisiert hat. Die ein Verwaltungs-Paypal-Konto hat. Und die bereit sind, 683.707 Euro anzunehmen. Ihr könnt diesen gesamten Moneypool haben mit der einzigen Voraussetzung, dass er zu 100% an Flutopfer geht und an nichts anderes.“

Der Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenerkrankungen aus Sinsheim weist darauf hin, dass die Logistik von Paypal keine Rücküberweisung an die Spender erlaubt. Auch die Alternativen, das Geld beispielsweise an eine Stiftung zu überführen oder auf ein Konto, das der Kontrolle und Verwaltung eines Notars unterliegt, sind ungünstig. „Wir hätten das gerne direkt vor Ort den Menschen zur Verfügung gestellt.“

Interessierte Bürgermeister melden sich unter @FlutOpferPool auf Telegram

„Die Menschen, Bürger und Wähler sollten das wissen.“

Schiffmann ist der Ansicht, dass die Einwohner des Ortes Schuld von der Ablehnung der Spendengelder durch ihren Bürgermeister erfahren sollten. Auch stellt er die Frage, wie es bei den Moneypools von ARD und ZDF bestellt ist – ist dort ein Nachweis erforderlich, dass man kein Querdenker ist, um spenden zu dürfen? Zudem würden Menschen wie Bill und Melinda Gates überall beliebige Mengen Geld spenden, wofür sie als Helden gefeiert würden.

Querdenken ist eine Bewegung der Mitte der Gesellschaft, so der Arzt. Weder ist sie verboten, noch tut sie Verbotenes. Weder verfügt sie über Anschlusspotential für Rechtsradikale, noch besteht Gewaltpotential. Lesen Sie dazu mehr auf der Webseite von Querdenken und dem Manifest: „Grundrechte sind nicht verhandelbar. Wir sind Demokraten. Wir sind eine friedliche Bewegung, in der Extremismus, Gewalt, Antisemitismus und menschenverachtendes Gedankengut keinen Platz hat.“

„Es gab in Deutschland eine Zeit,“ so Schiffmann, „da hing an Läden: kauft nicht bei Juden. Jetzt heißt es: Nehmt nichts von Querdenkern und vertreibt die Querdenker.“ „Wir bieten unsere Hilfe an als Menschen, aus Nächstenliebe und der Bürgermeister von Schuld, Herr Lüssi, schmeißt 683.707 Euro weg, weil er nicht mit Querdenkern in Verbindung gebracht werden will. Nun, jetzt sind Sie damit in Verbindung gebracht, Herr Lussi. Und jetzt müssen Sie ihren Bürgern erklären, warum wir nicht direkt im Ahrtal heute Abend per Direktüberweisung 683.707 Euro hätten ausgeben können.“

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