Die Rückkehr der Raute: Wird Angela Merkel Bundespräsidentin?

Symbolbild: KI / R24

“Wir schaffen das” – oder auch nicht. Dafür steht Angela Merkel, dank ihrer Politik gern als erste grüne Bundeskanzlerin Deutschlands gehandelt. 16 Jahre lang klebte sie wacker auf diesem Posten; seit 2021 ist sie im politischen Ruhestand. Wie lange noch? Einem Medienbericht zufolge befürchtet man in CDU-Kreisen, dass Merkel 2027 als Kandidatin für das Bundespräsidentenamt vorgeschlagen werden könnte.

Der folgende Artikel von Janine Beicht erschien zuerst bei Haintz.Media:

In der Führung der CDU wächst eine Sorge, die man öffentlich kleinredet und intern umso ernster nimmt. Nach einem »Bericht der BILD« wird in Parteikreisen befürchtet, dass Angela Merkel 2027 als Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin vorgeschlagen werden könnte. Die Wahl des nächsten Staatsoberhaupts soll spätestens am »16. Februar 2027« stattfinden. »Gewählt wird durch« die Bundesversammlung, bestehend aus allen Bundestagsabgeordneten, sowie einer gleich großen Zahl von Mitgliedern, die von den Landesparlamenten entsandt werden. Im ersten oder zweiten Wahlgang ist die absolute Mehrheit erforderlich.

Obwohl noch rund ein Jahr Zeit bleibt, wird in der CDU bereits darüber nachgedacht, in den kommenden Wochen einen eigenen Kandidaten zu präsentieren. Der Zweck ist offenkundig, man will einer möglichen Nominierung Merkels zuvorkommen.

Das Szenario, das Merz fürchtet

Angela Merkels Ära als Bundeskanzlerin endete 2021 nach 16 Jahren, in denen sie Deutschland mit Entscheidungen wie der Grenzöffnung 2015 prägte, die bis heute tiefe Gräben in die Gesellschaft reißen.

Nun, fünf Jahre später, sickern Gerüchte durch die Berliner Korridore, die die CDU-Führung in Panik versetzen: Ausgerechnet Die Grünen könnten die Altkanzlerin als Kandidatin für die Bundespräsidentschaft 2027 ins Spiel bringen, etwa durch den baden-württembergischen Spitzenkandidaten Cem Özdemir. Diese Spekulationen enthüllen die anhaltenden Risse innerhalb der Union und die bleibende Popularität Merkels, besonders im linken Spektrum, wo ihre Politik als progressiv gefeiert wird, während Konservative sie als Verrat an traditionellen Werten brandmarken.

Für Friedrich Merz wäre eine solche Nominierung eine strategische Zumutung. Das Verhältnis zwischen ihm und Merkel gilt seit Jahren als belastet bis zerrüttet. Nach dem politischen Scheitern der Merkelvertrauten Annegret Kramp-Karrenbauer und Armin Laschet setzte sich Merz gegen Merkels Willen als Parteivorsitzender durch und wurde schließlich Kanzler.

Merz‘ alte Wunden: Die Feindschaft mit Merkel entzündet sich neu

Friedrich Merz trägt »seit 2002 eine offene Rechnung mit Angela Merkel«, die ihn damals als Fraktionschef entmachtete und aus dem Amt drängte. Diese langjährige politische Feindschaft, genährt durch unterschiedliche Visionen für die Christdemokraten, eskaliert nun durch die Furcht vor einem Merkel-Comeback. »Merz‘ Kritik an Merkels Migrationskurs« hallt nach, doch die Idee, dass Merkel für das Amt der Bundespräsidentin vorgeschlagen werden könnte, stellt ihn vor eine unlösbare Zwickmühle:

Eine Ablehnung würde die Partei spalten, eine Unterstützung seine Autorität untergraben. Die CDU beobachtet misstrauisch Merkels zunehmende öffentliche Präsenz, die ihre anhaltende Beliebtheit unterstreicht und Merz‘ Führung als schwach entlarvt. In der CDU-Spitze wächst die Sorge, dass ein entsprechender Impuls aus dem grünen Spektrum Merz in eine Zwangslage brächte, weil er seine frühere Gegenspielerin kaum öffentlich zurückweisen könnte, ohne innerparteiliche Verwerfungen zu riskieren.

Merkels Rückzug und ihr plötzliches Wiederauftauchen

Nach ihrem Ausscheiden aus dem Kanzleramt 2021 verkündete Angela Merkel ein klares nachamtliches Verständnis, das sie von tagespolitischen Ereignissen fernhalten sollte. Sie blieb den CDU-Bundesparteitagen 2022 und 2024 fern, um diesem Prinzip treu zu bleiben. Doch in den letzten Monaten kehrt sie schrittweise in die Öffentlichkeit zurück, was die Spekulationen über ihre Ambitionen anheizt und die CDU-Nervosität steigert. »Im Mai 2025 sprach sie beim Evangelischen Kirchentag« und verteidigte ihren ikonischen Satz „Wir schaffen das“, der für viele als Symbol für eine unkontrollierte Migration steht. Im September folgte ein Auftritt beim Spiegel-Spitzengespräch, wo sie die Grenzöffnung 2015 rechtfertigte. Im Dezember diskutierte sie bei der »Stern Stunde« mit Gregor Peter Schmitz Themen wie die AfD, Klimawandel und künstliche Intelligenz. Ergänzt werden diese Präsenzen durch »Vorlesungen aus ihrer Biografie« „Freiheit“, die Tausende besonders aus dem linksliberalen Millieu anziehen, das Merz ablehnt.

Trotz dieser früheren Distanz »plant Merkel nun«, am 20. Februar 2026 erstmals seit 2019 wieder persönlich am CDU-Bundesparteitag teilzunehmen, ausgerechnet bei Merz‘ Bestätigung als Parteichef. Auch ohne geplante Rede wird ihre bloße Anwesenheit als Provokation gewertet, die die Spannungen in der Union verstärkt.

Merkels Dementi und die klare Absage

Angela Merkel dementiert die Gerüchte energisch und distanziert sich von jeder Kandidatur. Ihre Sprecherin reagierte auf Anfragen mit klaren Absagen, die die Spekulationen als absurd darstellen. Dennoch brodelt es in der CDU, da Merkels anhaltende Sympathien im Volk, insbesondere im linken Lager, das von Olaf Scholz‘ Kanzlerschaft enttäuscht ist, ihre Position stärken.

Auf eine »Anfrage von FOCUS«, ob sie sich eine Kandidatur für die Bundespräsidentschaft vorstellen könne, antwortete Merkels Sprecherin knapp mit „Nein“. Merkels Büro wies die Spekulationen über eine Kandidatur zurück und betonte deren Unwahrscheinlichkeit »auch gegenüber dem Tagesspiegel« mit den Worten. „Das ist abwegig“.

Diese Dementis klingen wie ein taktischer Rückzug, während die Gerüchte Merz‘ Schwächen aufdecken und die CDU zwingen, ihre Strategie zu überdenken. Die Union zittert vor der Möglichkeit, dass Merkels Schatten ihre aktuelle Führung entmachtet, genau wie 2002. Doch die offizielle Linie ist damit erst einmal eindeutig. Merkel steht für das Amt nicht zur Verfügung.

Die Alternativen und ihre Mehrheitsfähigkeit

Angesichts der Gerüchte plant die CDU, bereits in den nächsten Wochen einen eigenen Kandidaten für die Bundespräsidentschaft aufzustellen, um einer Merkel-Nominierung vorzubeugen. Die Union beanspruch als stärkste Fraktion in der Bundesversammlung das Vorschlagsrecht, doch ein Kandidat braucht breite Unterstützung, einschließlich von SPD und Grünen, um die absolute Mehrheit zu erlangen.

»Innerhalb der Union« werden mehrere Namen gehandelt. Als mögliche Kandidatinnen gelten Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, Bundesbildungsministerin Karin Prien sowie die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner. Parteiintern werden Prien und Klöckner gute Chancen eingeräumt. Doch Klöckner stößt wegen ihrer Nähe zu Merz bei SPD und Grünen auf Skepsis. Prien und insbesondere Aigner können in der SPD eher mit Zuspruch rechnen.

In der SPD gibt es bislang wenig Bestrebungen, eine eigene Kandidatur durchzusetzen. Ein konkurrierender Vorschlag der Sozialdemokraten würde das schwarz-rote Bündnis erheblich belasten und womöglich in eine Krise führen. Frank-Walter Steinmeier kann nach zwei Amtszeiten nicht erneut kandidieren. Seine zweite Amtszeit endet im März 2027.

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