Im Persischen Golf und der Straße von Hormus findet gerade eine militärische Machtdemonstration statt. Während Washington immer mehr Kriegsschiffe in der Region zusammenzieht, führen Teheran, Moskau und Peking ein gemeinsames Marinemanöver durch.
Was sich derzeit in der Straße von Hormus abspielt, ist eine Machtdemonstration, die bis an die Zapfsäulen in Deutschland zu spüren sein könnte. In den strategisch wichtigen Gewässern vor der iranischen Küste haben am Donnerstag gemeinsame Marineübungen begonnen. Die Hauptdarsteller in diesem militärischen Schauspiel: das Mullah-Regime im Iran und Wladimir Putins Russland. Auch China ist dabei, hält sich aber auffällig im Hintergrund.
Das Ziel ist klar definiert und eine offene Provokation gegen die USA und den Westen. Der iranische Konteradmiral Hassan Maqsudlu machte keinen Hehl daraus: Man wolle “jede einseitige Aktion in der Region verhindern”. Im Klartext heißt das: Die Amerikaner, die laut Berichten an einer Militäroperation gegen das Mullah-Regime arbeiten, sollen in die Schranken gewiesen werden.
Der Schauplatz dieser Kriegsspiele könnte brisanter nicht sein. Die Manöver finden primär in der Straße von Hormus statt. Die Europäer, die auf eine warme Heizung und bezahlbaren Sprit angewiesen sind, sollten jetzt genau hinsehen: Durch dieses schmale Nadelöhr fließt ein gewaltiger Teil der weltweiten Öl-Versorgung und das für uns so wichtige Flüssiggas (LNG). Eine Eskalation dort, und die Energiepreise explodieren weltweit.
Die Spannungen mit den USA sind wieder einmal auf einem Höhepunkt. Washington verstärkt unter Hochdruck seine militärische Präsenz im Arabischen Meer, Flugzeugträger wie die USS Abraham Lincoln und die USS Gerald R. Ford sind in Stellung oder auf dem Weg. Die Antwort aus Teheran? Raketentests und Drohungen.
Die Rhetorik aus Teheran ist kriegerisch wie lange nicht. Der iranische Marinekommandeur Shahram Irani warnte die “auswärtigen Flotten” – gemeint sind die Amerikaner – mit deutlichen Worten: “Wenn sie glauben, sie kommen mit Macht, sollen sie wissen, dass das iranische Volk sie mit noch größerer Macht konfrontieren wird.” Seine “Abschreckungswaffen” seien der Glaube und – natürlich – Raketen. Tatsächlich wurde bereits eine sogenannte NOTAM (Notice to Airmen) herausgegeben. Der Luftraum wird gesperrt, Raketenstarts sind angekündigt. Die Lunte brennt.
Während Peking sich diesmal eher bedeckt hält, demonstriert Moskau Schulterschluss. Russische Offiziere versammelten sich am Mittwoch auf der Korvette Stoiky. Die Botschaft an den Westen: Wir stehen zusammen. Zwar ist es unwahrscheinlich, dass Russland oder China bei einem US-Angriff direkt militärisch eingreifen würden. Aber sie patrouillieren in den gefährlichsten Gewässern der Welt und machen jede Bewegung der US-Navy zum Hochrisiko-Spiel.
Die Straße von Hormus ist die Lebensader der westlichen Energieversorgung. Wenn der Iran hier ernst macht, wird es für uns alle teuer. Und die Mullahs üben gerade genau diesen Ernstfall. Sind wir darauf vorbereitet?
