Die Leser kehren den klassischen Leitmedien in Scharen den Rücken. Das Modell der gedruckten Tageszeitung verliert gegen die digitale Welt. Die Nachrichten von gestern hat man nämlich schon im Internet gelesen. Auch wenden sich immer mehr Menschen den medialen Alternativen zu.
Die überregionalen Tages- und Wochenzeitungen in Deutschland verlieren immer mehr Leser. Alleine die “großen Fünf” (Bild, SZ, FAZ, Handelsblatt und Die Welt) haben zusammen mehr als 143.000 an Auflage verloren und verkauften im vergangenen Quartal zusammen nur mehr rund eine Million Ausgaben täglich.
Quer durch die Bank zeichnet sich dabei eine negative Entwicklung ab. Die “Bild” und die “Bild am Sonntag” verloren dabei jweils rund 16 Prozent, die “Süddeutsche Zeitung”, das “Handelsblatt” und die “Welt” büßten zwischen sieben und acht Prozent ein. Selbst die FAZ, einst eine bürgerliche Zeitung und heute ebenfalls dem linksgrünen Wahn verfallen, rutscht deutlich ab.
Junge Junge Junge – Beben im Zeitungsmarkt! Die neuen Zahlen sind raus.
— Emanuel Boeminghaus (@E_Boeminghaus) January 23, 2026
Beim Handelsblatt brennt der Baum, bei der Bild glimmt die Lunte und die Süddeutsche geht in den Sturzflug. Meine Meinung.
Ist NIUS bereits ein Problem für den Springer Verlag? pic.twitter.com/2SdanSqufL
Gründe dafür gibt es viele. Einerseits wird das Zeitungsleser-Klientel zu einer immer kleineren Gruppe. Denn diese altert und stirbt mit der Zeit weg. Die jüngeren Generationen informieren sich viel mehr digital und auf anderen Plattformen. Andererseits erleben die Mainstreammedien auch einen anhaltenden Vertrauensverlust.
Jahrzehntelang lebten diese Medien von Deutungshoheit, von Agenda-Setting, von moralischem Sendungsbewusstsein und der stillschweigenden Annahme, dass ihre Weltsicht automatisch die gesellschaftliche Leitlinie sei. Diese Selbstverständlichkeit ist weg. Die Leser sind nicht “medienmüde”, sie sind medienkritisch geworden. Sie haben gelernt, Narrative zu hinterfragen, Einseitigkeit zu erkennen und politische Kampagnenberichterstattung von Information zu unterscheiden. Die Folge: Kündigungen, Aboschwund, Relevanzverlust.
Bei Wochen- und Sonntagszeitungen ist die Tendenz ähnlich. Auch hier ist Springer mit @BILDamSONNTAG der größte Verlierer mit – 16%. @derspiegel mit -7,4% auch ordentlich dabei. Nur @derfreitag (+1,1%) und @zeitonline (+1,3%) halten gegen den Trend… pic.twitter.com/MzrLQH0LZv
— Florian Warweg (@FWarweg) January 23, 2026
Das klassische Zeitungsmodell stirbt nicht an TikTok, nicht an Algorithmen und nicht am Internet. Es stirbt an sich selbst. An politischer Einseitigkeit, an moralisierender Belehrung, an ideologischer Verengung, an einer redaktionellen Kultur, die Haltung über Information stellt und Gesinnung über Analyse. Die Leser gehen nicht, weil sie keine Nachrichten mehr wollen – sie gehen, weil sie diesen Journalismus nicht mehr wollen.
Kein Wunder also, dass ständig gegen die neuen Medienportale geschossen wird. Denn immer mehr Menschen suchen nach Alternativen zum medialen Einheitsbrei der Mainstreampresse – und werden auch fündig.
