Der Mainstream verliert die Deutungshoheit: Nirgendwo sonst wird das so deutlich wie auf der Plattform X. War das ehemalige Twitter einst ein von den Betreibern durch Zensurmaßnahmen geschützter “Safe Space” für Linkslinke und die Wokeria, so ist echter Diskurs inzwischen wieder möglich. Das hält nicht jeder aus: Nun hat mit der Süddeutschen Zeitung auch das Medium, das 2021 “Mehr Diktatur wagen” und den Entzug “kindischer Rechte” von Ungeimpften propagiert hatte, die Flucht ergriffen. Auf die Ankündigung ihres Rückzugs erntete die SZ einen letzten gepfefferten Shitstorm.
Am 10. März verkündete die Süddeutsche Zeitung auf X:
Dies ist vorerst unser letzter Post auf X und wir stellen den Betrieb dieses Kanals ab sofort ein. Aus unserer Sicht macht die zunehmende Verrohung der Plattform einen konstruktiven öffentlichen Dialog nicht mehr möglich. Sie erreichen die SZ weiterhin auf https://instagram.com/sz/, https://tiktok.com/@sueddeutsche, https://linkedin.com/company/s%C3%BCddeutsche-zeitung/ und https://whatsapp.com/channel/0029VaDkixz7YSdAVNzlHY2E. Wir beobachten die Entwicklung weiterhin und behalten uns vor, diese Entscheidung bei veränderten Umständen zu überdenken.
in der Tat unfassbar, was auf dieser Plattform verbreitet wird. pic.twitter.com/prUq6HsIHs
— Tobias Straub (@musikutiv) March 10, 2026
Verrohung? Dialog? Die Argumentation des Mediums sorgt bei Kommentatoren für Skepsis. Mehrfach erinnern sie an die von der SZ verbreitete Forderung eines Gastautors – “Mehr Diktatur wagen” – in der Corona-Zeit. Ebenfalls aus dem Jahr 2021 stammte der Kommentar “November des Zorns”, in dem schon im Anriss befunden wurde: “Droht die Spaltung der Gesellschaft, wenn man Ungeimpften ihr kindisches Recht aufs Ungeimpftsein nimmt? Quatsch. Diese Leute rauben den Vernünftigen die Freiheit – und die Regierungen haben auch noch gekuscht vor ihnen.” Solche Behauptungen kritisch zu kommentieren, wird von Verantwortlichen offenbar schnell als “verroht” aufgefasst.
Generell wettert man im heutigen Mainstream gern gegen das eigene Volk. Eine weitere steile These, die die Süddeutsche im Dezember letzten Jahres aufstellte: “Deutsche bekommen viel Gehalt, haben aber wenig Vermögen. Wie schaffen sie das? Sie können einfach nicht mit Geld umgehen.” Ein Screenshot des Beitrags wurde von einem Nutzer mit der Frage “Was werden wir nur ohne euren Mist tun?” geteilt. Auch das ist nach Meinung von SZ-Verantwortlichen womöglich ein Zeichen von “Verrohung”. Warum lassen die Deutschen, die unter immenser Abgabenlast leiden und in allen Bereichen ausgepresst werden, sich solche Vorwürfe auch nicht einfach klaglos gefallen?
Die Behauptung eines “Dialogs” verfängt bei den Usern auch nicht: “Sie haben noch nie einen Dialog geführt. Zeigen Sie mal eine einzige Antwort von Ihnen. Heuchler”, stellte Ali Utlu fest. Der Account der SZ war ein reiner Push-Kanal, auf dem die eigenen News verbreitet wurden. Mit der Community wurde nicht kommuniziert. Das hat allerdings die User nicht davon abgehalten, einseitige Regierungspropaganda, Hetze gegen kritische Bürger und Aufrufe zum Entzug “kindischer Rechte” scharf anzuprangern. Fragt sich nur, von wem dabei die beklagte “Verrohung” ausging.
Viele User sagen voraus, dass das Zusammenleben ohne die Agitation und Aufstachelungskampagnen linker Medien eher harmonischer werden dürfte. Markus Krall kommentierte den X-Abschied der Süddeutschen: “Schade, wir haben immer sehr über Euch gelacht.” Und Künstler Gerd Buurmann freute sich: “X wird von Tag zu Tag besser.”
In Summe kam wohl noch nie ein Beitrag der Süddeutschen Zeitung auf X so gut an wie dieser: Die Likes sind bereits vierstellig. Die tausenden Kommentare fallen für das Medium allerdings wenig erfreulich aus. Wackerer linker Haltungsjournalismus wird hier anscheinend kaum jemandem fehlen.
