Deutsche Gasspeicher auf Rekordtief – Merz sorgt sich lieber um Energie für die Ukraine

Bild: European People's Party, CC BY 2.0 , via Wikimedia Commons

Laut Gas Infrastructure Europe (GIE) waren die deutschen Speicher Stand 7. Januar nur zu 51,8 Prozent gefüllt – der niedrigste Wert seit Beginn der GIE-Datenerfassung im Jahr 2011. Die Bundesnetzagentur ruft zum sparsamen Verbrauch von Gas auf. Friedrich Merz setzt derweil Prioritäten: Er warnt vor einer humanitären Energiekrise in der Ukraine. Die humanitäre Energiekrise in Berlin scherte ihn dabei wenig.

Im EU-Schnitt liegen die Gasspeicherstände laut GIE immerhin bei 58 Prozent – mit nicht einmal 52 Prozent liegt Deutschland deutlich darunter. Die Bundesnetzagentur betont, die Gasversorgung in Deutschland sei stabil: “Ein sparsamer Gasverbrauch bleibt dennoch wichtig, da aufgrund der europäischen Importabhängigkeit bei Erdgas immer Risiken verbleiben”, heißt es in der aktuellen Lagebewertung.

Leichter gesagt als getan, denn es ist kalt und soll laut Wetterbericht auch kalt bleiben. Die Initiative Energien Speichern (INES), ein Zusammenschluss deutscher Speicherbetreiber, warnte schon im November, dass bei einem außergewöhnlich kalten Januar Engpässe drohen. Die Bundesnetzagentur konstatiert, dass die Versorgungssicherheit gewährleistet sei, auch wenn die gezeigten Daten zur Veränderung der Speicherfüllstände eine rasche Abnahme in den letzten Tagen zeigen. Fakt ist: Auch wenn ein Gasnotstand durch kurzfristige LNG-Zukäufe abgewendet werden könnte, so wären die Folgen mindestens Preisschocks. Und das, wo die finanziellen Belastungen im besten Deutschland durch Energiekosten und Abgabenlast ohnehin schon immer mehr Menschen in die Bredouille bringen. Wie soll einem warm werden, wenn das Heizen zu teuer ist? Warme Gedanken werden nicht helfen – auf die kommt man in heutigen Zeiten auch nur mehr mit Mühe.

Der linksextreme Anschlag auf die Stromversorgung in Berlin verdeutlichte gerade erst das Leid, das durch den Ausfall der Heizmöglichkeiten verursacht wird. Dass Deutschland die eigene Energiesicherheit grünen Luftschlössern opfert und sich mit Verzicht auf bezahlbare Energie aus dem bösen Russland selbst ins Knie schießt, sorgt auch angesichts dessen weiterhin für massives Unverständnis in der Bevölkerung.

Das Tüpfelchen auf dem i liefert jedoch abermals Friedrich Merz: Der zeigte keinerlei Interesse an der Katastrophe in Berlin, die mindestens ein Todesopfer forderte. Mehr noch: Während Berliner in ihren eisigen Wohnungen froren und die Gasspeicherstände nun bundesweit auf ein Rekordtief gefallen sind, warnt er lieber nur vor einer “humanitären Energiekrise” in der Ukraine. Er beklagte in einem Schreiben an die Regierungsfraktionen von CDU/CSU und SPD russische Angriffe auf die zivile Energieinfrastruktur. Irre: Linksextreme Angriffe auf die Energieinfrastruktur in der eigenen Hauptstadt waren ihm kein solches Schreiben wert!

Zu diesem Zeitpunkt lag der Südwesten Berlins bei eisiger Kälte im Dunkeln. Dazu äußerte Merz sich nicht. Quelle Screenshot: zdfheute

Energiekrisen sind für den deutschen Bundeskanzler offensichtlich nur im Ausland relevant. Den Bürgern ist das nicht vermittelbar: Sie knechten für die ganze Welt, werden ausgenommen und ausgepresst – und tauchen dennoch auf keiner Prioritätenliste jener auf, die ihnen angeblich “dienen” sollen.

Halbgares Merz-Statement nach 127 Stunden: Voll des Eigenlobs

Inzwischen, 127 Stunden zu spät, wie “Nius” ausrechnete, ließ Merz sich auf eine Journalistenfrage bei einer CSU-Klausurtagung wenigstens zu einem Kurzstatement zum Blackout nötigen: Er war voll des Lobes für sich selbst. „Die Bundesregierung ist ja relativ bald, nachdem der Blackout dort stattfand, nach Unterstützung gebeten worden. Wir haben diese Unterstützung geleistet, unter anderem durch die Bundeswehr, aber auch durch andere Hilfsorganisationen und viele andere weitere Unterstützungsleistungen.“ Sein Fazit: “Wir hätten das wahrscheinlich nicht viel besser machen können, als es so gemacht wurde.“

Keine warmen Worte für die, die diese Krise erleben mussten. Nicht einmal das Wort Linksextremismus nahm er in den Mund: Er sprach abstrakt von einem Anschlag und davon, dass man, obwohl ja nichts hätte besser gemacht werden können, analysieren wolle, “was wir für den Wiederholungsfall besser machen können”. Aha. Na ja. Hauptsache, der Ukraine geht’s gut, nicht wahr?


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