Corona-Spaziergänge: Musiker „Yellow Pfeiffer“ starb nach Polizeimaßnahme

Bild: V-spectrum, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons

Am Montag, den 24. Januar, verstarb im Rahmen eines friedlichen Spazierganges gegen die Corona-Maßnahmen im brandenburgischen Wandlitz ein 53-jähriger Mann nach einer Polizeimaßnahme. Schon am folgenden Tag kursierten in den sozialen Netzwerken Gerüchte, dass es sich bei dem Toten um einen bekannten deutschen Musiker aus der Mittelalter-Szene handelte. Mittlerweile wurde dies bestätigt: Boris Pfeiffer, ehemaliges Mitglied der Band In Extremo, ist tot.

Er hatte am Montagabend gemeinsam mit rund 200 anderen Personen an einem friedlichen Spaziergang gegen Corona-Maßnahmen und Impfzwang teilgenommen. Für die Mainstream-Presse war der 53-jährige Familienvater zunächst nicht mehr als „ein Querdenker„, der versucht hatte, eine Polizeikette zu durchbrechen und schließlich aus heiterem Himmel kollabierte. Hier sollte und soll vor allem die Polizei schadlos gehalten werden.

Physische Gewalt soll es seitens der Beamten tatsächlich keine gegen den 53-Jährigen gegeben haben. Nicht erwähnt wird allerdings, dass die gesamte Polizeimaßnahme entsprechend sämtlicher Augenzeugenberichte – einige finden sich etwa in der Wandlitzer Telegram-Gruppe – mehr als fragwürdig schien. Nachdem die Polizei mit mehr als einem Dutzend Einsatzwagen angerückt war, hat man die Spaziergänger kurzerhand eingekesselt. Angeblich sollen die Beamten zuvor gefordert haben, dass die Gruppe von Demonstranten sich auflöst – doch sämtliche Schilderungen von Teilnehmern des Spaziergangs stimmen darin überein, dass ein „Auflösen“ schlicht unmöglich war. Ausweichmöglichkeiten bestanden nicht – außer in fremde Privatgrundstücke oder eine Böschung hinab. Diese Taktik ist von anderen Corona-Demonstrationen wohlbekannt: Den Kessel verlassen darf nur, wer seine Personalien angibt. Bis dahin steckt man in der Masse fest. Ob eine derartige Maßnahme bei einem friedlichen Spaziergang – egal, ob dieser nun angekündigt war oder nicht – notwendig und verhältnismäßig ist, darf an dieser Stelle hinterfragt werden.

Boris Pfeiffer soll kollabiert sein, nachdem Beamte (ohne jeden Widerstand seinerseits) seine Personalien erfasst hatten. Die Polizei gibt an, umgehend Erste Hilfe geleistet und die Rettung alarmiert zu haben. Mehrere Augenzeugen sahen diese Behauptung eher kritisch und bemängelten, dass zu viel Zeit verstrichen sei, bis Hilfe kam. Der 53-Jährige soll im Krankenhaus verstorben sein. Die genaue Todesursache scheint bisher unklar, es wird auf einen Herzinfarkt spekuliert. Eine Obduktion wurde angeordnet.

Ein Freund des Musikers beschrieb ihn als „immer friedlich, vermittelnd und positiv“ – was sich mit den Erfahrungen zahlloser Besucher von In Extremo-Konzerten decken dürfte, die „Yellow Pfeiffer“ vor und nach den Auftritten kennenlernen durften. Der Freund schrieb weiter: „Es ist traurig genug, dass jemand bei einer Demo verstorben ist, und da ist es erst mal egal, ob durch Gewalt oder an einem Herzinfarkt. Es ist ein Vorfall, der nur passiert ist, weil friedliche Menschen einfach an ihren Rechten gehindert werden.“

Band distanzierte sich von „rechten Verschwörungsideologien“

Im Mai 2021 war publik geworden, dass Pfeiffer die Band In Extremo nach 24 Jahren verlassen hat. In einer Stellungnahme der Band hieß es:

Über die vielen Jahre der Zusammenarbeit verändern sich Lebensumstände, Sichtweisen und Prioritäten. An den vielen Kreuzungen, an denen wir in der gesamten Zeit zusammen als Band standen, haben wir es immer geschafft, uns für einen Weg zu entscheiden, mit dem der Einzelne und auch die Band leben konnte. Leider war es diesmal nicht mehr möglich und wir konnten keinen Konsens finden.

Schon damals lag nahe, dass die Mainstream-konforme Band Probleme mit kritischen Ansichten zur Corona-Politik hatte. Im Dezember distanzierte man sich etwa von „rechten Verschwörungsideologien“ und sagte einen Auftritt in der Docks Konzerthalle in Hamburg ab: Bei den sogenannten „Wandzeitungen“ vor der Tür des Clubs erlaubte man nach Ansicht obrigkeitshöriger Veranstalter zu viel Meinungsfreiheit. Die Betreiber hatten damit Wissenschaftlern Gehör verleihen wollen, die in der Corona-Berichterstattung sonst nicht zu Wort kommen.

Hartes Vorgehen der Polizei am selben Tag in Bernau

Für berechtigte Empörung sorgten derweil Videoaufnahmen von einem Spaziergang am selben Tag aus dem benachbarten Bernau, das zeigt, wie ein Polizist einen älteren Mann brutal zu Boden stößt, sodass dieser hart mit dem Hinterkopf auf dem Boden aufschlägt. Fälschlicherweise wurde dieses Video zunächst mit dem Todesfall in Wandlitz in Verbindung gebracht. Der Mainstream bemühte sich um eine „Klarstellung“, schob die Verbreitung des Videos sogenannten Rechtsextremen in die Schuhe und hielt fest, dass gegen das angeblich aggressive Opfer ermittelt werde – ebenso wie gegen die „Verbreiter des Fake-Videos“. Bloß, dass es sich keinesfalls um Fake handelt. Der Vorfall fand statt: Nur eben nicht in Wandlitz. Das Video ist beispielsweise hier zu sehen (die Beschreibung ist nicht korrekt, der Mann ist nicht verstorben):

Die Polizei Brandenburg bestätigte selbst die Echtheit des Videos:

Dass derartige Aufnahmen nicht dazu beitragen, das Vertrauen der Bevölkerung in die Polizei zu steigern, steht außer Frage. Zumindest die Spaziergänger in Wandlitz sind sich einig: Alles war ruhig und friedlich – bis die Polizei eintraf. Auch wenn zweifelsfrei nicht bei allen Protesten direkte körperliche Gewalt gegen Demonstranten ausgeübt wird, so wirft das Vorgehen gegen regierungskritische Spaziergänger doch viele Fragen auf.

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