Das war wohl nichts: FFF gegen kritische Bürger – Wind- und Klimapropaganda scheiterten kläglich

Symbolbild: KI

Simonsfeld, WEB und EVN engagierten die Firma GUSTA der Klimaökonomin Sigrid Stagl. Der Auftrag: die Menschen im Horner Becken „windgängiger“ zu machen, sprich ihnen Windmaschinen im Wald als Heilsbringer zu verkaufen. Die Umsetzung des entwickelten Formats sollten die Klimajünger von Fridays for Future ausführen, die mit fast missionarischem Eifer an die Sache gingen. Allein, sie scheiterten kläglich. Denn zu den drei Veranstaltungen an diesem Wochenende in Horn, Zwettl und Bärnkopf kamen sehr wenige Leute, eigentlich nur Bürgerinitiativen gegen Windindustrie. Und die waren allesamt besser informiert als die Veranstalter. Peinlich. Ein Sturm im Wasserglas.

Ein Gastkommentar von Angelika Starkl

In Horn kamen 25 Leute, in Zwettl ca. 35 und in Bärnkopf waren es 30 Menschen. Zwei Drittel der Besucher waren aus Bürgerinitiativen, entsprechend gut über Windkraft informiert, allesamt gegen Windräder im Wald eingestellt. So taten sich die Klimaaktivisten recht schwer. Zudem suchten sie den Dialog und die Diskussion mit dem Publikum nicht. Denn sie waren bemüht, ihre Klimaagenda mit den vorgefertigten Folien aus ihrer Broschüre unters Volk zu bringen. Ihr Ziel: Windindustrie als klimafreundliches Zukunftsmodell zu verkaufen. Berichte von Menschen, die vor Ort waren, lesen Sie hier:

Horn

„Welchen Werbewert hatte der Energiestammtisch im Sinne der Veranstalter? Aus meiner Sicht lag der Werbewert nahe Null. Es gab keine überzeugenden Argumente und es war niemand anwesend, den man überzeugen hätte können.“

„Es wurden grüne und gelbe Zettel auf den Tischen aufgelegt und von Fridays for Future nach Angaben der Anwesenden vor den Vorträgen ausgefüllt. Man konnte also zum Inhalt der Vorträge keine Fragen mehr stellen. Auf den grünen Zetteln wurden die Antworten auf die Frage ‚Unter welchen Bedingungen kann ich mit der Windkraft in meiner Umgebung leben?‘ notiert. Auf den gelben Zetteln wurden kritische Fragen erfasst. Mit den Fragen wurde die Diskussion nach den Vorträgen gestaltet.“

„Angekündigt war Prof. Schmidt (BOKU), der nur einen Bruchteil des Programms bestritt und ungefragt mitteilte, unentgeltlich tätig zu sein. Den Abend beherrschten Max Nutz (ein Ko-Autor der genannten Broschüre) und Martin Fliegenschnee (Österreichs Windkraft, ehemals Interessensgemeinschaft Windkraft). Fliegenschnee stellte die Vision von 5.000 Windrädern in Österreich als ein von ihm sogenanntes realistisches Ziel 2040 in den Raum. Das ist völlig vermessen und macht deutlich, dass die Energiewende kein abgestimmtes, realistisches Gesamtkonzept hat. Es gab heftigen Widerspruch. In diesem Augenblick wurde mir klar, dass der Großteil der Besucher mental gegen das Präsentierte eingestellt war.“

Zwettl

„In Zwettl waren nach einer Teilnehmerschätzung rund 35 Menschen aus Bürgerinitiativen anwesend. Vertreten waren Sallingberg, Grafenschlag, Oberstrahlbach, Allentsteig/Schwarzenau und Altmelon/Bärnkopf. Auch Menschen aus Großgöttfritz waren bei der Veranstaltung anwesend. Die Zahl der weiteren interessierten Besucher wurde auf höchstens fünf geschätzt, ein ÖVP-Stadtrat eingerechnet. Zwischen diesen beiden Besuchergruppen ergibt das ungefähr ein Verhältnis von sieben zu eins. Aus der Zwettler Gemeindepolitik nahm der Berichterstatter lediglich zwei Vertreter wahr.“

„In Zwettl berichten zwei Teilnehmer, dass ihre eigenen schriftlichen Fragen überhaupt nicht behandelt wurden. Dazu gehörte eine Frage zu den überholten Abstandsregelungen.“

„Aus Zwettl wird berichtet, dass im Vortrag über Schall, Schattenwurf und Eisabwurf gesprochen wurde. Infraschall sei dabei als unbedenklich dargestellt worden. Ein weiterer Teilnehmerbericht gibt die Bezeichnung ‚Fake-Thema‘ wieder und schildert abwertende Äußerungen über namentlich genannte Kritiker.“ (gemeint ist Univ. Doz. Dr. Manfred Mayer)

„Ein Bericht schildert die Wortmeldung einer Anrainerin aus der Zone WA08. Sie habe Beschwerden bei Besuchen bestehender Windparks beschrieben und erklärt, dass sie bei einer entsprechenden Belastung ihres Wohnorts wegziehen müsse. Sie sei dann an einen Referenten zum Einzelgespräch verwiesen worden.“

„Die Kritik des Teilnehmers richtet sich vor allem gegen eine aus seiner Sicht unvollständige Betrachtung der zusätzlichen Kosten für Ersatzkapazitäten, Speicher und Netze.“

„Die Veranstaltungen haben unsere Einwände nicht ausgeräumt. Sie haben uns in der Überzeugung bestärkt, dass wir genau nachfragen, die Unterlagen gründlich prüfen und unseren Widerspruch öffentlich vertreten müssen. Die Zukunft unserer Region entscheidet sich nicht an einem ‚grünen Werbebild‘. Entscheidend sind die tatsächlichen Folgen vor Ort.“

Bärnkopf

„Viel Werbung für den Windkraftausbau, aber erhebliche Lücken bei den Antworten für die betroffenen Menschen. Unsere Ablehnung der geplanten Waldprojekte hat dieser Abend verstärkt.“

„Die Menschen kommen, weil konkrete Vorhaben ihre Umgebung verändern sollen. Sie wollen wissen, was diese Projekte für den Wald, die Tierwelt, ihre Häuser und ihren Alltag bedeuten. Wer an einem betroffenen Ort die Vorteile der Windkraft hervorhebt, muss sich an diesen konkreten Fragen messen lassen. Ein allgemeines Bekenntnis zur Energiewende ist kein Freibrief für Industrieanlagen in unserem Wald.“

„Fragen zu Infraschall, Lärm, Schattenwurf und Mikroplastik seien in der gemeinsamen Fragerunde unbeantwortet geblieben. Dafür sei kein entsprechender Experte anwesend, hieß es. Man solle in der Broschüre nachlesen.“

„Auf Kärtchen sollten Besucher angeben, unter welchen Bedingungen sie einem Windkraftwerk in der Region zustimmen würden. Damit wird das Gespräch auf Bedingungen für ein Ja gelenkt. Genau diesen vorgegebenen Rahmen kritisieren wir als Framing.“

„Aus dem Publikum wurde ein Sachverständigengutachten im UVP-Verfahren Königswiesen entgegengehalten, das Verluste von 24.000 bis 44.000 Euro pro Liegenschaft beziffere. Es wurde darauf inhaltlich nicht eingegangen. Damit blieb dieser konkrete Einwand unbeantwortet.

Verein: „Werbeveranstaltung“ ändert nichts an Ablehnung

Auch der Verein Lebensraum Weinsbergerwald formulierte ein Statement. Das überdeutliche Fazit: Die geplanten Windkraftprojekte im Weinsbergerwald und Stiftinger Forst werden weiterhin klar abgelehnt.

Nachfolgend lesen Sie die Stellungnahme des „Vereins Lebensraum Weinsbergerwald – Verein für Natur, Landschaft, Lebensqualität“:

Prof. Stagl und GUSTA: Diese Rollen sind für die Einordnung relevant. Das eigene Impressum der Guttmann & Stagl Consult GmbH, kurz GUSTA, nennt Prof. Sigrid Stagl in der Geschäftsführung. Zum Geschäftszweig gehören die Begleitung der Umsetzung erneuerbarer Energieprojekte sowie entsprechende Vorträge und Veranstaltungen. Auf der Unternehmenswebsite steht bei ihrem Namen der Satz: „Soziale Akzeptanz kann man herstellen.“ Für uns ist deshalb entscheidend, ob ein Beteiligungsprozess den Einwänden tatsächlich Einfluss auf das Ergebnis gibt. Dazu gehört auch die Möglichkeit, einen Standort abzulehnen.

In Pernegg moderiert und dokumentiert GUSTA einen Windkraft-Beteiligungsprozess im Auftrag der Gemeinde. Laut Projektwebsite finanziert der mögliche Betreiber diesen Prozess. Dieselbe Website erklärt ausdrücklich, dass die Moderation unabhängig arbeite und eine Einflussnahme auf Inhalte oder Ergebnisse ausgeschlossen sei. Als Ergebnis wurden dem Gemeinderat zwei Varianten mit fünf beziehungsweise vier Windrädern übergeben. Es handelt sich um Empfehlungen für weitere Entscheidungen.

Auch in St. Bernhard-Frauenhofen begleitet GUSTA einen Windkraft-Bürgerdialog und wird als allparteiliche Dritte beschrieben. Dort waren die Projektwerber Windkraft Simonsfeld, W.E.B und EVN Naturkraft vertreten. Diese Tätigkeiten und Finanzierungsverhältnisse beweisen keine inhaltliche Einflussnahme. Sie sind aber wesentlich, wenn das Publikum die beruflichen Rollen und den Hintergrund einer Vortragenden einordnen soll. Laut Teilnehmerbericht bestätigte Prof. Stagl ihre Tätigkeit in einer GmbH auf Nachfrage vor Beginn. Den Finanzierungszusammenhang aus Pernegg habe sie in Bärnkopf nicht angesprochen. Wir erwarten, dass solche Zusammenhänge von Anfang an für das gesamte Publikum erkennbar sind.

Unser Urteil über diesen Abend ist deutlich

Standortfragen wurden ausgeklammert. Wesentliche Anrainerfragen blieben laut Bericht unbeantwortet. Die Interessenvertretung der Branche beantwortete Fragen zu den Auswirkungen des Ausbaus. Gleichzeitig wurden wirtschaftliche Chancen und allgemeine Vorteile ausführlich dargestellt. Das Etikett „erneuerbar“ beantwortet keine Frage zum konkreten Eingriff in den Wald. Aussicht auf Einnahmen ersetzt keinen Nachbarschutz. Ein wissenschaftlicher Titel entkräftet keinen fachlichen Einwand. Wir lehnen die geplanten Windkraftprojekte im Weinsbergerwald und Stiftinger Forst weiterhin klar ab. Unsere Ablehnung lässt sich nicht mit einer Werbeveranstaltung vom Tisch wischen.

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