Das seit Jahrzehnten von den linken Demokraten regierte Kalifornien predigt Naturschutz – und pflastert gleichzeitig immer größere Teile seines Landes zu. Fast 9.700 Quadratkilometer Natur- und Agrarflächen verschwanden allein zwischen 1982 und 2022 unter Häusern, Straßen und Gewerbegebieten. Eine neue Studie führt 91 Prozent dieses Flächenfraßes auf das Bevölkerungswachstum zurück. Dahinter stehen gewaltige Wanderungsbewegungen: Heute leben allein 10,9 Millionen im Ausland geborene Menschen in dem US-Bundesstaat.
1970 hatte Kalifornien 19.953.134 Einwohner. Beim Census 2020 waren es 39.538.223. Innerhalb eines halben Jahrhunderts hatte sich die Bevölkerung mehr als verdoppelt. Und diese knapp 20 Millionen zusätzlichen Menschen brauchten Wohnungen, Straßen, Arbeitsplätze, Geschäfte, Schulen, Strom, Wasser und Abwasserentsorgung. Aus Bevölkerungswachstum wird Bautätigkeit, aus Bautätigkeit wird Flächenverbrauch. Das lässt sich in Kalifornien inzwischen über Jahrzehnte verfolgen.
Die im September veröffentlichte Studie „Paving Paradise: 50 Years of Population Growth in California“ von Leon Kolankiewicz und Philip Cafaro zieht dafür eine drastische Bilanz. Zwischen 1982 und 2022 wurden nach ihren Berechnungen fast 9.700 Quadratkilometer Natur- und Agrarland bebaut. Verschwunden sind Äcker, Lebensräume und Freiflächen, an ihre Stelle traten Wohnsiedlungen, Gewerbegebiete, Straßen und andere Infrastruktur.
Die Massenzuwanderung erhöht den Flächenverbrauch
Der Großteil davon geht auf die Zuwanderung selbst zurück, nur ein kleiner Teil auf den wachsenden Platzbedarf pro Person. Lediglich neun Prozent des zusätzlichen Flächenverbrauchs führen sie darauf zurück, dass pro Einwohner mehr Land beansprucht wurde. 91 Prozent schreiben sie dem Bevölkerungswachstum zu. Dichteres Bauen kann den Verbrauch je Einwohner reduzieren. Doch auch Stadtviertel mit Hochhäusern brauchen Straßen, Versorgung, Gewerbe, Schulen und Infrastruktur.
Die Dimension dieser Entwicklungen zeigt sich besonders deutlich im kalifornischen Agrargürtel. Im Kern County nahm die bebaute Fläche zwischen 1982 und 2022 um rund 684 Quadratkilometer zu, im Fresno County um etwa 368 Quadratkilometer. Im Imperial County schrumpfte die landwirtschaftlich genutzte Ackerfläche laut Studie innerhalb dieser vier Jahrzehnte um 35 Prozent. Einmal unter Wohnsiedlungen, Lagerhallen, Parkplätzen und Asphalt verschwundene Böden stehen der Landwirtschaft nicht mehr zur Verfügung.
Ein erheblicher Teil dieses Bevölkerungswachstums geht auf die Zuwanderung aus dem Ausland zurück. In Kalifornien leben heute 10,9 Millionen Menschen, die nicht in den Vereinigten Staaten geboren wurden. Sie stellen 28 Prozent der Bevölkerung – mehr als jeden vierten Einwohner. Allein in den 1990er-Jahren wuchs diese Bevölkerungsgruppe um rund 2,4 Millionen Menschen, zwischen 2000 und 2010 um weitere 1,24 Millionen und von 2010 bis 2024 noch einmal um etwa 800.000. Kalifornien hat inzwischen mehr Einwanderer als jeder andere US-Bundesstaat.
Zwischen 2010 und 2024 zogen fast zehn Millionen Menschen – darunter auch Konservative, die von der linksgrünen Politik der Demokraten genug hatten – von Kalifornien in andere US-Bundesstaaten, während etwas mehr als sieben Millionen aus anderen Teilen der USA nach Kalifornien kamen. Unter dem Strich verlor der Bundesstaat damit mehrere Millionen Einwohner an den Rest der USA. Dieser Binnenwanderungsverlust hält laut Public Policy Institute of California bereits seit 2001 ununterbrochen an.
Seit Jahren verliert Kalifornien unter dem Strich Einwohner an andere US-Bundesstaaten. Trotzdem wächst die Bevölkerung seit 2022 wieder – vor allem dank der Zuwanderung von außerhalb der Vereinigten Staaten. Zwischen Juli 2022 und Juli 2025 kamen netto rund 718.000 Menschen aus dem Ausland hinzu, während die Binnenabwanderung weiterhin hoch blieb. Man könnte sagen, auch Kalifornien erlebt einen massiven Bevölkerungsaustausch.
Eine ähnliche Entwicklung sieht man auch in Europa
Auch die europäische Bevölkerung wächst inzwischen vor allem durch Zuwanderung. In der Europäischen Union sterben seit 2012 jedes Jahr mehr Menschen, als geboren werden. 2024 standen 3,56 Millionen Geburten bereits 4,82 Millionen Todesfällen gegenüber – ein natürliches Minus von rund 1,3 Millionen Menschen. Gleichzeitig sorgte eine positive Nettomigration von etwa 2,3 Millionen dafür, dass die EU-Bevölkerung dennoch um fast 1,1 Millionen Menschen zunahm. Zum 1. Januar 2026 lebten rund 452 Millionen Menschen in der Europäischen Union – acht Millionen mehr als zehn Jahre zuvor.
Fast 1,1 Millionen zusätzliche Einwohner in nur einem Jahr bedeuten auch zusätzliche Nachfrage nach Wohnraum, Verkehr, Energie, Wasser, Schulen, Krankenhäusern und öffentlicher Infrastruktur. Gleichzeitig klagen viele europäische Staaten über Wohnraummangel, steigende Mieten, überlastete Verkehrswege und zunehmende Bodenversiegelung. Man kann dichter bauen, höher bauen und jeden Quadratmeter effizienter nutzen. Die zusätzliche Nachfrage verschwindet dadurch nicht.
Kalifornien zeigt, wie schnell aus dem Bevölkerungswachstum ein gravierendes Flächen- und Infrastrukturproblem wird. Europas Wohnungsnot, Bodenversiegelung, Verkehrschaos und überlastete Netze hängen am Ende an derselben Rechnung: Mehr Menschen brauchen mehr Platz und mehr Versorgungsinfrastruktur.
