Der Phantom-Ayatollah: Regiert ein Toter das iranische Terror-Regime?

(C) Report24/KI

Der alte Ayatollah ist tot – ausgeschaltet durch einen präzisen israelischen Schlag. Sein Sohn und Nachfolger, Mojtaba Khamenei, soll nun das Ruder übernommen haben. Doch es gibt ein gewaltiges Problem: Niemand hat ihn gesehen. Ist der neue oberste Führer des Iran längst ein Geist?

Geheimdienste auf der ganzen Welt, allen voran die CIA und der israelische Mossad, blickten am Freitag gebannt auf Teheran. Es war das persische Neujahrsfest Nowruz – traditionell der Moment, in dem sich der oberste Führer an sein Volk wendet. Doch die Bildschirme blieben schwarz. Kein Video, keine Fernsehansprache, kein Lebenszeichen in Bild und Ton. Stattdessen: Lediglich eine schriftliche Erklärung auf Telegram. Das Rätsel um den neuen starken Mann im Iran wird immer bizarrer. Wo steckt Mojtaba Khamenei? Wie schwer ist er verletzt? Und wer führt eigentlich den Krieg gegen Israel und die USA?

Dass Mojtaba sich in den Schatten versteckt, kommt nicht von ungefähr. Seit der Eliminierung seines Vaters steht er ganz oben auf der israelischen Todesliste. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth machte bereits deutlich, dass Mojtaba bei dem Angriff, der seinen Vater tötete, “verwundet und wahrscheinlich entstellt” wurde. Drei Wochen ohne ein einziges voraufgezeichnetes Video werfen Fragen auf. Zwar haben die USA und Israel Geheimdienstinformationen, die darauf hindeuten, dass er noch am Leben ist (iranische Vertreter versuchen verzweifelt, persönliche Treffen mit ihm zu vereinbaren, scheitern aber an “Sicherheitsbedenken”), doch die Zweifel wachsen.

Ein hochrangiger US-Regierungsvertreter bringt es auf den Punkt: “Es ist mehr als schräg. Wir glauben nicht, dass die Iraner sich die Mühe gemacht hätten, einen toten Mann zum obersten Führer zu wählen, aber gleichzeitig haben wir keinen Beweis dafür, dass er das Ruder in der Hand hat.” Auch in den Geheimdienst-Briefings von US-Präsident Donald Trump ist der “Phantom-Mullah” ständiges Thema. Trumps nationales Sicherheitsteam versucht fieberhaft herauszufinden, wer in Teheran überhaupt noch die Befehle gibt.

Trump selbst fasste die Lage am Freitag in seiner gewohnt direkten Art zusammen: “Ihre Anführer sind alle weg. Die nächste Riege von Anführern ist auch weg. Und die übernächste Riege ist größtenteils weg. Und jetzt will dort niemand mehr Anführer sein. Wir haben es schwer. Wir wollen mit ihnen reden, aber da ist niemand, mit dem man reden kann. Wisst ihr was, uns gefällt das so.” Tatsächlich fallen die iranischen Führungskader wie Dominosteine. Erst letzte Woche schaltete Israel Ali Larijani aus, den De-facto-Interimschef und das öffentliche Gesicht des Regimes. Die verbliebenen Top-Kader leben wie Gejagte, wechseln ständig die Verstecke und meiden jegliche digitale Kommunikation.

Um das Machtvakuum zu vertuschen, greift das Regime offenbar zu absurden Methoden. Wie das Wall Street Journal berichtet, wird die öffentliche Abwesenheit des Ayatollahs mit Voice-Overn und möglicherweise sogar Künstlicher Intelligenz gefüllt. Seine erste “feurige Ansprache” am 12. März, in der er Rache schwor und mit der Schließung der Straße von Hormus drohte, wurde nicht von ihm selbst gehalten – sie wurde von einer Nachrichtensprecherin im Staatsfernsehen verlesen.

Während der angebliche Führer unsichtbar bleibt, reißt eine andere, noch gefährlichere Kraft die Macht an sich: die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC). Geheimdienstexperten warnen, dass die IRGC das entstandene Machtvakuum rücksichtslos ausfüllen. Ein hochrangiger arabischer Beamter warnte gegenüber Axios eindringlich: “Die IRGC übernehmen den Iran und sie sind verrückt. Sie sind hochideologisch und bereit zu sterben und Khamenei Senior zu treffen.”

Israel macht derweil keinen Hehl daraus, dass ein Regimewechsel in Teheran eines der erklärten Kriegsziele ist. Der Druck von außen soll das System von innen zum Einsturz bringen. Doch Kritiker warnen: Wenn die alte Garde komplett ausgelöscht wird, machen sie nur Platz für noch radikalere Fanatiker. Fanatiker, die bereit sind, den Iran in einen endlosen Krieg zu stürzen – ganz gleich, ob ihr oberster Führer noch atmet oder längst ein Geist ist.

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