Zu kalt: Finnlands Windkraftwerke frieren ein

(C) Report24/KI

Der aktuelle Winter ist in weiten Teilen der Nordhalbkugel recht frostig. So auch in Finnland. Dort wurde es so kalt, dass zwischenzeitlich die Windkraftwerke eingefroren sind. Das sorgte für Probleme und deutlich steigende Kosten für Strom und Erdgas.

Die Winter in Europa sind nicht gerade dafür bekannt, die Stromproduktion durch Wind und Sonne zu fördern. Die Zahl der Sonnenstunden ist niedrig und oftmals weht auch nicht ausreichend Wind. Doch das ist nicht das einzige Problem. In Finnland, wo die Temperaturen in den letzten Wochen immer wieder auf minus 25 Grad und kälter sanken, froren sogar die Windkraftwerke ein.

Laut Netzbetreiber Fingrid fiel die Windproduktion zeitweise auf nur rund acht Prozent der installierten Leistung. In absoluten Zahlen waren das gerade einmal etwa 119 Megawatt. Der Rest der Kapazität stand still – blockiert durch Eis oder schlicht mangels Wind. Gleichzeitig kletterten die Strompreise an der Börse auf bis zu 351 Euro pro Megawattstunde. Auch Gas verteuerte sich massiv und überschritt zeitweise die Marke von 700 Dollar pro tausend Kubikmeter.

Das Problem selbst ist weder neu noch mysteriös. Vereisung gehört zu den bekannten Risiken von Windkraftanlagen in kalten Regionen. Schon dünne Eisschichten verändern die aerodynamischen Eigenschaften der Rotorblätter, verringern den Wirkungsgrad und können mechanische Schäden verursachen. Betreiber schalten Anlagen daher oft vorsorglich ab. Zwar existieren technische Lösungen wie Rotorblattheizungen oder spezielle Beschichtungen, doch sie sind nicht überall installiert.

Hinzu kommt ein zweiter, weniger offensichtlicher Faktor. Die Wetterlage, die extreme Kälte bringt, geht häufig mit stabilen Hochdruckgebieten einher. Diese sorgen nicht nur für niedrige Temperaturen, sondern auch für geringe Windgeschwindigkeiten. Selbst Anlagen ohne Eis hätten daher nur begrenzte Mengen Strom erzeugt. Die Kombination aus Vereisung und Windflaute verstärkt die Produktionsausfälle erheblich.

Weil deshalb Gaskraftwerke als Retter in der Not einspringen mussten, stiegen auch die Gas- und die Strompreise deutlich an. Das sind zusätzliche Kosten, für die die Konsumenten schlussendlich aufkommen müssen.

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