Die Bundeswehr möchte mehr Soldaten an die NATO-Ostfront, nach Litauen, schicken. Doch kaum jemand meldet sich freiwillig für den Dienst dort. Offensichtlich hält sich die Kriegsbegeisterung bei den Truppen sehr in Grenzen.
Offiziell wird die Stationierung von westlichen NATO-Truppen in Osteuropa als “Abschreckung gegen Russland” verkauft, doch ein paar tausend Soldaten nahe der russischen Grenze sind vielmehr Symbolpolitik. Mehr können sich die NATO-Staaten angesichts der Budgetlöcher ohnehin nicht leisten. So auch in Litauen, wo Deutschland die “NATO-Speerspitze” gegen Russland spielen soll.
Doch die Auffüllung der Bataillone dort kommt nicht in die Gänge. Medienberichten zufolge meldet sich nicht genügend Kanonenfutter für das Panzerbataillon 203 und das Panzergrenadierbataillon 122. Die Freiwilligenmeldungen würden bei lediglich 28 bzw. 47 Prozent der gewünschten Truppenstärke liegen. Vor allem bei den Mannschaftsgraden gebe es kaum Bewerbungen.
Insgesamt, so heißt es weiter, hätten sich für insgesamt 1.947 Dienstposten bei Artillerie, Aufklärung, Pionieren und Unterstützungstrupps gerade einmal “rund zehn Prozent” der eigentlich benötigten Freiwilligen gemeldet. Also wohl so um die 200 Soldaten. Und das, obwohl etwa 43.000 im Dienst befindliche Soldaten für diesen Dienst infrage kommen würden. Eine schwache Ausbeute von nicht einmal 0,5 statt der benötigten knapp 5 Prozent.
Dafür, dass es zusätzlich zum regulären Sold noch einen Auslandsverwendungszuschlag (AVZ) von 46 bis 72 Euro pro Tag (steuerfrei) sowie weitere finanzielle Boni gibt, ist das Interesse sehr gering. Wollen sich die deutschen Soldaten vielleicht etwa nicht für fremde Interessen verheizen lassen?
