In Alberta gewinnt die Unabhängigkeitsbewegung immer mehr an Zustimmung und eine Abspaltung wäre möglich. Auch andere Provinzen könnten folgen, darunter Quebec, Saskatchewan und British Columbia. Entwickelt sich hier ein Vorbild für eine EU-Exit-Bewegung in Europa?
In Kanada brodelt es. Wie Report24 bereits berichtete, gewinnt in der Provinz Alberta die Unabhängigkeitsbewegung einen stark wachsenden Zulauf. Eine Abspaltung infolge eines Referendums im Herbst wäre durchaus möglich. Doch dies könnte unter Umständen einen Domino-Effekt auslösen.
By the end of 2026, Canada as you know it may not look the same, and Alberta will be the reason why.
— Rise Of Alberta (@RiseOfAlberta) February 8, 2026
In October 2026, Alberta is expected to vote on leaving Canada as support for independence continues to rise rapidly across the province. What began as frustration has matured… pic.twitter.com/jnuzBnCugL
Denn ein Austritt Albertas aus der Föderation würde unter anderem die Unabhängigkeitsbewegung in der französischsprachigen Provinz Quebec stärken. Dort wird im Oktober 2026 ein neues Provinzparlament gewählt und die separatistische Parti Québécois gilt als klarer Favorit. Einer der Gründe, warum Quebec bislang im Bund blieb, sind die bundesstaatlichen Mittelzuflüsse. Doch ohne den wichtigen Nettozahler Alberta werden die Gelder knapper, so dass ein Anreiz zum Verbleib wegfällt.
Mit Alberta und Quebec als unabhängige Staaten würden jedoch auch die Unabhängigkeitsbewegungen in Saskatchewan und British Columbia an Stärke gewinnen. Das ebenfalls von den Konservativen dominierte Saskatchewan gilt als ebenfalls ziemlich unzufrieden mit der Politik der liberalen Regierung in Ottawa.
British Columbia wiederum verkörpert eine andere Art von politischer Bruchlinie. Hier geht es weniger um Ressourcenverteilung, sondern um Eigentumsrechte und Verfassungsfragen. Grundstücke, Immobilien und wirtschaftliche Freiheiten stehen unter wachsendem politischen Druck, ohne dass es auf föderaler Ebene realistische Schutzmechanismen gäbe. Wenn der Rechtsstaat als verhandelbare Größe wahrgenommen wird, beginnt die Loyalität zu erodieren.
Kanadas Föderalismus erodiert, weil er dysfunktional wurde. Wenn wirtschaftlich erfolgreiche Provinzen zu Zahlmeistern degradiert werden, während die Bundesregierung jedoch die wirtschaftliche Basis dieser Provinzen durch grün-ideologische Maßnahmen bedroht, führt dies zu entsprechenden Konsequenzen. Die Liberalen in Ottawa wollen die Ölindustrie in Alberta zerstören – also zieht Edmonton die Konsequenzen.
Im weiteren Sinne ist dies auch eine Warnung für die Europäische Union. Die Briten haben vor einigen Jahren bereits die Konsequenzen gezogen und sind ausgetreten. Fährt die Brüsseler Eurokratie mit ihrer Politik in Sachen “European Green Deal”, Massenzuwanderung und Kriegsgeilheit fort, könnten weitere Länder nachziehen und ebenfalls die Union verlassen.
