Zerstörung des Hochleithenwaldes durch Windräder: Verhandlung am 28. Jänner

Symbolbild: KI

Der einzigartige Hochleithenwald im niederösterreichischen Weinviertel ist der größte Eichenmischwald der Region. Er liegt 10 km nördlich von Wien. Das ausgedehnte Waldgebiet hat eine unglaubliche Vielfalt von Tieren und Pflanzen. Unzählige Wander- und Radwege erschließen dieses wunderbare Naherholungsgebiet. Das sanfthügelige, poesievolle, stadtnahe Paradies wird durch die Geldgier der Windindustrie zerstört.

Ein Gastkommentar von Angelika Starkl

Mag. Benedikt Abensperg-Traun plant, 300 Meter hohe Windtürme mitten im Wald zu errichten. Diese Türme sind 30 km weit sichtbar, erzeugen Zappelstrom und keiner denkt an die notwendige Stromspeicherung bei Flauten. Ein typisches „Saurierprojekt“, das den Stromkunden viel Geld kostet, den Errichter reich macht und die Energiewirtschaft belastet.

Das Weinviertel ist jetzt schon eine der Windindustrie geopferte Landschaft. Man hat das Weinviertel in ein Windradviertel zerstörerisch umgewandelt. Laut der niederösterreichischen Landesregierung passiert das alles nur zum Wohl von Land und Leuten. Doch Menschen, Tiere und Umwelt sind der Kollateralschaden dieser verfehlten Energiepolitik. Sieht so das geistige und kulturelle Erbe aus, das wir unseren Nachkommen hinterlassen wollen?

Adel, der die Natur vernichtet, statt sich ihr verpflichtet?

Abensperg-Traun – das ist der Name einer alten österreichischen Adelsfamilie. Die Gemeinde Wolkersdorf hat einen Vertrag mit dem Großgrundbesitzer Mag. Benedikt Abensperg-Traun geschlossen, um Flächen im Hochleithenwald im Weinviertel für den Ausbau von Windkraftanlagen zu sichern. Mag. Benedikt Abensperg und Traun ist aber nicht nur ein bekannter Großgrundbesitzer. Er ist auch der Chef der Abensperg und Traun Energie GmbH mit Sitz in Groß Schweinbarth. Tätigkeitsbereich: Planung, Errichtung und Betrieb von Windkraftanlagen sowie Erzeugung und Abgabe von elektrischer Energie. Die Grafen von Abensperg und Traun sind ein altes österreichisches Adelsgeschlecht mit umfangreichem Grundbesitz, insbesondere in Niederösterreich. Zu den historischen und aktuellen Kernbesitzungen zählen Schloss Traun (seit 1120), Schloss Maissau (seit 1526), Schloss Groß-Schweinbarth (seit 1661) und die Burg Rappottenstein (seit 1664). Die Familie bewirtschaftet heute rund 8.000 Hektar Land- und Forstwirtschaft. 

Schirmherren von Naturschutz, Denkmalschutz und Tourismus?

Der Verband der Land- und Forstwirtschaftsbetriebe Niederösterreichs widmet sich den spezifischen Anliegen von Forst- und Gutsbetrieben, um Privateigentum von Grund und Boden und dessen Nutzung. Gegenüber der Landespolitik, Verwaltung und Öffentlichkeit sollen Themen wie Naturschutz, Wasser, ländlicher Raum, Tourismus, Denkmalschutz und die Jagd vertreten werden. Der niederösterreichische Verband vertritt mit 187 Forst- und Gutsbetrieben 150.000 Hektar in Niederösterreich. Das zentrale Motto der Land&Forst-Betriebe ist: „Natur nützen – Natur schützen“ Ob alle die ihm zugehörigen Adeligen und honorigen Persönlichkeiten für die Errichtung von hässlichen Windrädern und die Zerstörung der schönsten Landschaften in Niederösterreich sind, ist mehr als fraglich.

Die Verseuchung von Fluren, Feldern, Wäldern und Quellen durch den giftigen Abrieb der Rotorblätter ist belegt. Es braucht eine Rückbesinnung auf die gottgefälligen Werte, auf die Schönheit und Gesundheit eines Lebensraumes und den Schutz der Natur, statt kurzfristigem Profitdenken und maßloser Geldgier.

Eine Waldinsel im Weinviertel fällt der Geldgier anheim

Um sich den üblichen Behördenweg zur Errichtung von Windkraftanlagen zu sparen und ein UVP-Verfahren (Umweltprüfungsverfahren) weitgehend zu umgehen, gibt es ein juristisches Hintertürl. Benedikt Abensperg-Traun strebte ein vereinfachtes Verfahren nach dem NÖ Elektrizitätswesengesetz von 2005 an. Umweltamt und somit der Naturschutz sind außen vor, ebenso genaue Prüfverfahren über die dortige Fauna und Flora.

Das vereinfachte Verfahren ist für Stromerzeugungsanlagen vorgesehen, die eine Engpassleistung von höchstens 500 kW aufweisen. Wenn der Antrag vollständig ist, wird das Projekt lediglich durch einen Anschlag an der Amtstafel der Standortgemeinde und Auflage der Projektsunterlagen bei der Gemeinde während einer festgesetzten Frist öffentlich bekannt gemacht. Die Eingabe für das Projekt von Abensperg-Traun lautet:

Linaberg GmbH|Windpark Linaberg|4 Windkraftanlagen je 7,2 MW| KG Groß-Schweinbarth| Verfahren nach dem NÖ Elektrizitätswesengesetz 2005|Anberaumung einer mündlichen Verhandlung, Öffentliche Bekanntmachung. Termin: Mittwoch, 28. Jänner 2026, um 9 Uhr, am Gemeindeamt Groß- Schweinbarth

Parteistellung im Genehmigungsverfahren haben

  • der/die Genehmigungswerberin
  • vom Bauvorhaben direkt betroffene Grundeigentümer
  • Nachbarn, das sind Personen, die durch die Errichtung, den Bestand oder den Betrieb einer Erzeugungsanlage gefährdet oder belästigt oder deren Eigentum oder sonstige dingliche Rechte gefährdet werden können
  • die NÖ Umweltanwaltschaft
  • die Standortgemeinde
  • unmittelbar angrenzende Gemeinden, wenn die Engpassleistung der Stromerzeugungsanlage mehr als 500 kW beträgt

Die mündliche Verhandlung ist am kommenden Mittwoch, dem 28. Jänner, um 9 Uhr vormittags am Gemeindeamt Groß Schweinbarth.

Da das Projekt weitestgehend nicht publik gemacht wurde, keiner UVP unterliegt und auch keine Befragung der Bevölkerung unternommen wurde, ist es höchst notwendig, dass sowohl betroffene Bürger als auch kritische Stimmen gegen das Windindustrieprojekt im Naherholungsraum von Wien bei dieser Verhandlung erscheinen und ihren Unmut kundtun. Je größer und fundierter der Protest gegen weitere Windräder im Weinviertel ist, desto eher lässt sich der monströse Schaden für die Bevölkerung verhindern.

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