Es ist nichts Neues, dass Asylmigranten einfach so “verschwinden”. In Rheinland-Pfalz jedoch ist der Aufenthaltsort von fast einem Zehntel der dort im System registrierten Personen unbekannt. Das wirft Fragen auf.
Nachdem ein Angestellter des Sicherheitsdienstes der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (AfA) in Bitburg eine Liste mit 31 Namen an Landtagsabgeordnete und Medien verschickt hat, die aus der Einrichtung abgängig sind, rückte das Thema in den Fokus der Berichterstattung. Es stellte sich heraus, dass im ganzen Land Rheinland-Pfalz 923 von 10.120 Asylmigranten verschwunden sind. Das entspricht einer Abgängigkeitsquote von etwa 9,1 Prozent.
Absurdistan Deutschland, auch in der Provinz: "Täglich wird in den Aufnahmeeinrichtungen des Landes [Rheinland-Pfalz] kontrolliert, ob alle Asylbewerber noch da sind. Aktuell fehlen 923." https://t.co/jqrTavnOoP
— Alexander Kissler (@DrKissler) January 19, 2026
Zwar sind diese Aufnahmeeinrichtungen “kein Gefängnis“, dennoch gilt für Asylmigranten in den ersten eineinhalb Jahren eine Residenzpflicht. Das heißt: Sie müssen in solchen Aufnahmeeinrichtungen wohnen und dürfen nur mit einer Genehmigung den Landkreis oder die kreisfreie Stadt verlassen. Wer sich verdünnisiert, muss mit negativen Auswirkungen auf sein Asylverfahren rechnen.
Besonders entlarvend war der Auftritt der zuständigen Integrationsministerin Katharina Binz (Grüne). Als sie im SWR nach den Zahlen gefragt wurde, wusste sie sie nicht. Zuständig sei eine andere Behörde, hieß es sinngemäß. Dass eine Ministerin für Integration keine Ahnung hat, wie viele Menschen aus landeseigenen Einrichtungen verschwunden sind, ist bezeichnend für ein Land, das offensichtlich die Kontrolle verloren hat.
Kontrollverlust der #Landesregierung an #AfA #Bitburg: 31 Personen seit Aug. 2025 abgängig, Ministerium reagiert mit Pauschalaussagen. Ein Offenbarungseid! Wir fordern: Aufklärung & Kontrollen für die #Sicherheit für unsere Bürger!#AfD #AfDFraktion #RLP #Bollinger #Asyl pic.twitter.com/QkC737flYt
— AfD-Fraktion im Landtag RLP (@AfDFraktionRLP) January 18, 2026
Mehr noch: Untergetauchte Asylmigranten sind unter Umständen auch ein Sicherheitsproblem. Wo sind diese Personen? Sind darunter Straftäter? Welche Maßnahmen wurden ergriffen? Fragen, die in einem funktionierenden Rechtsstaat selbstverständlich wären, werden jedoch kaum gestellt.
