Was als Versuch begann, ein Fahrrad in einer Solinger Kleingartenanlage zu stehlen, endete in einem der lächerlichsten Großeinsätze der jüngeren Polizeigeschichte: Ein 35-jähriger polizeibekannter “EinMann” flüchtete vor den Beamten auf das Dach eines Autohauses – und blieb dort knapp 22 Stunden trotz eisiger Kälte sitzen. Die Polizei war mit Dutzenden Beamten vor Ort, auch ein SEK war im Einsatz.
Am Montagmittag (5. Januar 2026) begann in Solingen (NRW) ein ungewöhnlicher Großeinsatz der Polizei, der sich bis Dienstagvormittag 10:35 Uhr hinzog: Gegen 13 Uhr meldeten Zeugen der Polizei einen Fahrraddiebstahl in einer Kleingartenanlage an der Cheruskerstraße. Als die Polizei eintraf, flüchtete der mutmaßliche Dieb zu Fuß. Er rannte durch die Kleingartenanlage und kletterte schließlich auf das Dach eines Mercedes-Autohauses an der Schlagbaumer Straße. Dort verschanzte er sich.
Ein direkter Zugriff war für die Einsatzkräfte zu gefährlich. Das Dach war extrem glatt und leicht geneigt – ein Ausrutschen hätte lebensgefährliche Folgen haben können. Durch die Schneelast und das Gewicht des Mannes bestand zudem Einsturzgefahr – es handelt sich um ein älteres Gebäude.
Also wartete man. Redete stundenlang auf ihn ein, in der Hoffnung, er gebe freiwillig auf. Tat er nicht. Stattdessen blieb er die ganze Nacht dort oben sitzen. Laut Polizei soll sich der Mann in einer “psychischen Ausnahmesituation” befunden haben.
Vor Ort waren letztlich Dutzende Polizisten, Feuerwehr mit Drehleiter, Sprungpolster und Kran, ein Spezialeinsatzkommando (SEK), Verhandlungsgruppe, Drohnen, Notfallseelsorger und Angehörige des Mannes. Die Straße wurde stundenlang gesperrt, der Verkehr staute sich kilometerweit. Eine beispiellose Ressourcenbindung für einen “armen” Kriminellen in “psychischer Ausnahmesituation”. In den sozialen Netzen schüttelt man über diesen Wahnsinn nur den Kopf. “Die Einsatzkosten zahlt wer genau? Ach, richtig!”, moniert man da. Viele fragten sich, warum man nicht einfach mit ein paar wenigen Einsatzkräften wartete, bis der Dieb von selbst vom Dach kommt.
Am Ende kam der Mann am Dienstagvormittag – nach 22 Stunden – doch noch herunter und wurde in Gewahrsam genommen. Medial wurde zunächst berichtet, er hätte freiwillig aufgegeben; laut Polizeimeldung war das aber nicht der Fall:
Mit einem polizeilichen Zugriffskonzept (insbesondere mit Blick auf die Statik der unterschiedlichen Dachbereiche) konnte die Person letztendlich von Spezialeinheiten am 06.01.2026, gegen 10.35 Uhr, auf dem Dach fixiert und unverletzt heruntergebracht werden. Der polizeibekannte 35-Jährige wurde leicht unterkühlt in ein Krankenhaus verbracht, eine weitere psychologische Untersuchung ist geplant.
Die Steuerzahler interessieren die psychologischen Befindlichkeiten des Kriminellen indessen wenig. Ihnen wurden durch dieses peinliche Schauspiel nur neue Kosten aufgebürdet – für jemanden, der offenkundig fremdes Eigentum entwenden wollte. Dafür empfindet im besten Deutschland angesichts der Zustände im Land wohl kaum jemand Sympathie.
