Washington kann sich die Bewaffnung der Ukraine bald nicht mehr leisten

Bild: freepik / user26920287

Je länger der Krieg in der Ukraine andauert, desto schwieriger wird es, genügend Waffen und Munition zu beschaffen. In ein paar Monaten sind die US-Waffenlager leergeräumt. Doch was dann? Ein Spiel auf Zeit spielt eher Russland in die Hände.

Für Wladimir Putin ist die andauernde Militäroperation in der Ukraine eigentlich nur ein Spiel auf Zeit. Die westlichen Waffenlager und Munitionsbestände leeren sich angesichts der ständigen Lieferungen an die Ukraine so rasch, dass die Kapazitätsgrenzen vielerorts bereits erreicht wurden. Es wird immer schwieriger, die ukrainischen Truppen mit Kriegsmaterial zu versorgen, ohne die eigenen Lager so weit leerzuräumen, dass man selbst völlig wehrlos wird.

US-Marineminister Carlos Del Toro räumte am Mittwoch auf einer Seekriegskonferenz in Arlington, Virginia, ein, dass die USA in den nächsten sechs Monaten vor der Entscheidung stehen könnten, ob sie sich selbst oder die Ukraine bewaffnen sollen. Der Grund dafür: Die eigenen Bestände erschöpfen sich aufgrund der Lieferungen an die Ukraine rasch. Angesichts dessen, dass man sich auf einen potenziellen Krieg gegen China vorbereiten möchte, ist dies für die US-Militärstrategen ein Horrorszenario. Denn der Großteil der Lieferungen an die ehemalige Sowjetrepublik stammt aus Armeebeständen, während die Rüstungsindustrie nicht in der Lage ist, ausreichend Nachschub zu produzieren.

Je länger also der Krieg in der Ukraine andauert und je mehr Waffen die Vereinigten Staaten liefern, desto schwieriger und langwieriger wird es, die Lager wieder aufzufüllen. Del Toro fordert die US-Rüstungsindustrie deshalb dazu auf, in die Produktion zu investieren und so die Kapazitäten zu erhöhen. “Es liegt auf der Hand, dass diese Unternehmen über eine umfangreiche Pipeline für die Zukunft verfügen”, sagte Del Toro. “Sie müssen jetzt in ihre Arbeitskräfte und in die Kapitalinvestitionen investieren, die sie in ihren eigenen Unternehmen tätigen müssen, um ihre Produktionsraten zu steigern.”

Indessen zeigen diese Meldungen dem Kreml, dass dieser theoretisch auf Zeit spielen kann – sofern es auch den russischen Truppen nicht an Soldaten, Waffen und Munition mangelt. Denn im Grunde genommen handelt es sich derzeit vor allem um eine Materialschlacht. Wenn die westlichen Verbündeten der Ukraine nicht mehr genügend Waffen und Munition liefern können, wird der militärische Widerstand sukzessive zusammenbrechen.

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