Verschwundene Zivilisten: Ukraine-Berichterstattung unrecherchiert und wirr wie bei Corona

Bild: Marca Gallardo

Die Macher der Systemmedien müssen ihre Leser und Seher für komplett verblödet halten. Das kommt nicht von ungefähr, sie tragen ihr Möglichstes dazu bei, um diesen Zustand zu erreichen. Wer die Ukraine-Berichterstattung kritisch verfolgt, findet nicht nur brutale Kriegshetze und Propaganda, sondern unglaubliche Widersprüche. Wir zeigen das an mehreren Beispielen auf. Bleiben Sie kritisch, trauen Sie niemandem, prüfen Sie alles.

Ein Kommentar von Willi Huber

Dass in westlichen Medien vor allem die Erzählweise der NATO erwünscht ist, liegt auf der Hand. Die Mechanismen, um dies zu erreichen, sind dieselben wie beim Corona-Narrativ. Für Medien, die bei dem Spiel mitmachen, gibt es Millionenförderungen aus Steuergeldern und reichhaltige Inserateeinnahmen. Wer nicht mitspielt, findet sich früher oder später vor dem Richter. So läuft das eben in der simulierten Demokratien des Westens. Wenn man den Menschen nur oft genug sagt, sie leben frei und demokratisch, werden sie es schon glauben.

Fall Eins: Mariupol (und die angeblichen Zivilisten)

In der ukrainischen Hafenstadt Mariupol wird nahezu seit Kriegsbeginn gekämpft. Mariupol wurde nach dem blutigen Putsch des Jahres 2014 mit Gewalt unter ukrainische Kontrolle gebracht. Regimegegner wurden verschleppt, gefoltert und ermordet. (Siehe: Videos zeigen Gewalt und Unterdrückung der Bürger Mariupols durch die Ukraine im Jahr 2014).

Die restlichen Neonazis des Azov-Regiments und zahlreiche Söldner haben sich in weitläufigen Bunkeranlagen unter dem Stahlwerk Azovstal verbarrikadiert. Für den Westen ist die Entwicklung besonders peinlich, da sich unter den Kämpfern offenbar auch reguläre Soldaten europäischer Armeen befinden (Siehe: Warum feuerte Macron den Chef des Militärgeheimdienstes? Franzosen in Mariupol gefallen).

Mariupol stets so viel zerstört, wie es der Geschichte dient

Die Berichterstattung in den Mainstream-Medien über Mariupol ist besonders absurd. Wir verfolgen dazu hauptsächlich ORF Online und nehmen diesen öffentlich-rechtlichen Medienkanal deshalb als Referenz.

  • Am 15. März berichtete der ORF unter dem Titel „Mariupol nach Angriffen völlig zerstört“, dass „etliche Gebäude“ zerstört wären.
  • Am 29.3. und am 4.4. berichtete der ORF, dass Mariupol zu 90 Prozent zerstört wäre.
  • Am 18.4. brachte der ORF den Artikel „Mariupol: Kampf um eine Stadt mit Symbolkraft“. In diesem Artikel war Mariupol „vollständig zerstört“, es wurde ein Bild gewählt, das einen großen Schutthaufen zeigte, im Hintergrund ein beschädigter Wohnblock.
  • Am 21.4. berichtete der ORF von einem Hilferuf der in Azovstal eingeschlossenen Truppen. Dabei wurden Fotos gezeigt, die zwar Schäden dokumentierten, aber den Eindruck erweckten, dass zahlreiche Häuser intakt wären. Damit sollte suggeriert werden, dass Russland vor allem Wohnhäuser attackieren würde.
  • Am 3.5. berichtete der ORF, dass Mariupol nahezu vollständig zerstört wäre.
  • Komplett absurd, am 3.5. berichtete der ORF, Azovstal befände sich unter russischem Beschuss („Sasow-Stahl-Werk unter russischem Beschuss“) – so als wäre das eine tagesaktuelle Neuheit.

Von der oben erwähnten Vorgeschichte seit 2014 wurde bis heute kein Sterbenswörtchen berichtet, auch die neonazistische Ausrichtung des Azov-Regiments findet kaum oder stark verharmlost Einfluss in die Berichterstattung. Dass sich Azov-Kombattanten mit Vorliebe in Zivilgebäuden verschanzten und diese in Folge beschossen wurden, hat der Mainstream auch übersehen. Kann ja mal passieren. Hat im Irak und in Afghanistan ja auch kaum jemanden interessiert.

Zivilisten in Azovstal: 1.000 – 100 = 200

  • Am 19. 4. berichtete der ORF, dass „Zivilisten in den Bunkern von Azovstal Schutz suchen würden“.
  • Am 21. 4. berichtete der ORF, dass 1.000 Zivilisten in den Azovstal Bunkern gefangen wären. Zudem freute man sich, dass Azovstal „noch nicht erobert“ wäre.
  • Am 30. 4. berichtete der ORF, dass 20 (!) Zivilisten evakuiert wurden. In einem weiteren Bericht war über „Dutzende“ die Rede (andere Quellen sprechen von 80 bis 150 Personen).
  • Am 2.5. erhöhte der ORF die Zahl der evakuierten Zivilisten auf „etwa 100“.
  • Am 3.5 berichtete der ORF, dass noch 200 Zivilisten in Bunkern gefangen wären.

Was lernen wir daraus? Die Berichterstattung ist faktenfrei und willkürlich, wie im Zuge der angeblichen Corona-Pandemie. Im Endeffekt reproduzieren Systemmedien Agenturmeldungen ohne Eigenrecherche. Offenbar gibt es auch keinen Chefredakteur, der einen Überblick über die Geschichten oder die Chronologie hat. Deshalb wiederholen sich Meldungen oder widersprechen sich innerhalb nur weniger Tage. Dass niemandem auffällt, dass 1.000 minus 100 nicht 200 ergeben kann, ist eine ganz besondere Fehlleistung. Dabei darf niemals vergessen werden, dass die Bürger zu Zwangszahlungen genötigt werden, um all diese Halb- und Fehlinformation zu bezahlen.

Dabei könnte man meinen, ein Ereignis, das zum Dritten Weltkrieg oder gar einem Atomkrieg führen könnte, wäre durchaus recherchierens- und berichtenswert. Bei „Haltungsmedien“ mit „Haltungsjournalisten“ sieht man das offenbar anders.

Der Geist von Kiew – Totale Propagandaverarsche aus allen Medienrohren

In den ersten Kriegstagen erfand die Ukraine einen Piloten, dem man den Namen „Geist von Kiew“ verpasste. Er solle zunächst 10 Flugzeuge der russischen Streitkräfte abgeschossen haben. Militärexperten wiesen nahezu sofort darauf hin, dass die angegebenen Abschusszahlen nicht zur Bewaffnung seiner MiG-29 passten und schlichtweg unmöglich seien. Die ursprüngliche Information stammte vom Inlandsgeheimdienst der Ukraine und wurde von nahezu allen Westmedien unreflektiert übernommen.

Nun geisterte rund um den 1. Mai die Meldung durch die Medienwelt, der „Geist von Kiew“ namens Major Stepan Tarabalka wäre im Krieg gefallen, sein Flugzeug abgeschossen worden, nachdem er über 40 feindliche Flugzeuge besiegt hätte. Dies zwei Monate, nachdem an sich für alle seriösen Quellen komplett klar war, dass es einen „Geist“ und sein Flugzeug nie gegeben hat.

Am 2.5. bestätigte nun auch die Ukraine, dass es den „Geist von Kiew“ nie wirklich gab. Man wollte den Propagandakrieg auch hier kontrollieren, jemand der nie existierte, kann man auch nicht töten. Die Ukraine erklärte, dass es sich nie um eine reale Person gehandelt habe, der Begriff stand für alle Piloten der Ukraine. Diese absurde Aussage wurde in Folge von Westmedien als „Faktencheck“ gefeiert, schließlich wurde damit bewiesen, dass der Pilot nicht abgeschossen wurde. Das würden nun wirklich nur rechte Putinversteher behaupten.

Ein paar Beispiele für an der Lüge teilnehmende Medienhäuser:
ORF Ö1, 15.4.: Der „Geist von Kiew“ ist ein ukrainischer Fliegerheld, der schon Dutzende russische Feinde vom Himmel geschossen hat.
Vol.at, 1.5. Geist von Kiew ist gefallen
Focus.de, 30.4.: Mysteriöser ukrainischer Kampfpilot offenbar getötet
Focus.de, 1.5.: Familienvater, Kampfpilot, Legende: Er war der „Geist von Kiew“
Bild.de, 30.4.: „Geist von Kiew“ soll tot sein
OE24, 30.5.: Der legendäre „Geist von Kiew“ ist tot

Die Deutsche Tagesschau entschuldigte sich knapp nach Kriegsbeginn faktisch vorab für die „Berichterstattung“: Informationspolitik der Ukraine: Sympathisch, aber oft ungenau. Ist ja auch schon egal, Hauptsache sympathisch.

Chefreporterin der Presse ist fad

In diesem Zusammenhang ist ein Posting von Anna Thalhammer, Chefreporterin der Presse (im Eigentum der Kirche) äußerst aussagekräftig. Frau Thalhammer ist „fad“. Wir haben einen Untersuchungsausschuss, einen extremen Absturz im Pressefreiheits-Ranking, ein Welt- oder gar Atomkrieg steht bevor – aber Frau Thalhammer ist fad. Wir können das aber auch nachvollziehen. Denn die Texte, die wir in den Systemmedien zu lesen bekommen, stammen größtenteils von Presseagenturen und werden automatisiert in die Systeme eingespielt. Für Haltungsredakteure bleibt nur noch übrig, einmal pro Monat „Scheiß Nazis“ in Sozialen Medien zu posten und irgendwelche „Aufdeckerstories“ über Alternative Medien zu bringen – die im Prinzip aber auch von Correctiv und Co. vorgegeben sind. Da kann einem – wohldotiert, zu einem relevanten Teil aus Steuergeldern – schon einmal „fad“ sein. Was gäbe es für Journalisten heutzutage schon zu tun?

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