Selbstbereicherung ohne Ende: Korruptionsskandal erschüttert die Ukraine

Bild: freepik / adenom4

Eine Reihe von führenden ukrainischen Politikern trat im größten Korruptionsskandal seit dem russischen Einmarsch zurück. Darunter auch im Verteidigungs- und im Infrastrukturministerium, welche Gelder aus dem Westen verwalten.

Die Ukraine gilt schon lange als eines der korruptesten Länder Europas und auch der Welt. Selbstbereicherung der politischen Eliten und hochrangigen staatlichen Funktionäre gilt als alltäglich und selbst im unteren Staatsapparat füllen sich die Angestellten und Beamten auf Kosten des Volkes die Taschen. Doch der aktuelle Korruptionsskandal gilt als einer der größten seit Jahren. Rund ein Dutzend hochrangige Politfunktionäre haben ihre lukrativen Posten nun deshalb verloren. Ein hochrangiger Präsidentenberater und vier stellvertretende Minister – darunter zwei Verteidigungsbeamte – sowie fünf Regionalgouverneure wurden aus ihren Ämtern gedrängt. Denn während das Volk unter den Kriegswirren leidet, schaufelten sie sich Unsummen in die eigenen Taschen und lebten ein luxuriöses Leben.

Schon zuvor hatte das Verteidigungsministerium den Rücktritt des stellvertretenden Ministers Wjatscheslaw Schapowalow angekündigt, der für die logistische Unterstützung der Armee zuständig war. Ihm wurde vorgeworfen, Lebensmittelverträge zu überhöhten Preisen abgeschlossen zu haben. So kaufte das Ministerium laut einem Bericht beispielsweise Eier zu 17 Griwna pro Stück, während der Durchschnittspreis für ein Ei in Kiew bei etwa 7 Griwna liegt. Wenn man bedenkt, dass das Ministerium für das Jahr 2023 Verträge in Höhe von umgerechnet 328 Millionen Euro für die Versorgung der Soldaten abgeschlossen hat, kann man sich vorstellen, wie viel Geld an dubiose Lieferfirmen floss, an denen wohl auch der Minister beteiligt ist.

Hinzu kommt der stellvertretende Leiter der Selenskyj-Regierung Kyrylo Tymoschenko, dem ein verschwenderischer Lebensstil während des Krieges vorgeworfen wird. Er lebt in teuren Villen, fährt sehr teure Autos und macht teure Auslandsreisen (z.B. einen Winterurlaub in Spanien, während zu Hause der Krieg tobt). Mit ein Grund dafür, weshalb Regierungsvertretern nun Auslandsurlaube verboten wurden.

Die Milliarden Euro und Dollar an westlicher Hilfe für die Ukraine sind offensichtlich sehr gut angelegt… Wie viele Millionen dieser Gelder wurden wohl bereits von den Selbstbereicherern in die eigenen Taschen umgeleitet – und wie viele Millionen werden noch abgezweigt? Wo das Geld wie aus Gießkannen fließt, wächst eben auch die Gier.

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