Potenzielle Umweltkatastrophe: Ukraine beschießt russische Förderplattform

Symbolbild via freepik / noomcpk

Bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage hat das ukrainische Militär eine russische Förderplattform im Schwarzen Meer beschossen. Dies könnte eine massive Umweltkatastrophe auslösen. Kiew spielt ein gefährliches Spiel mit dem fragilen Ökosystem.

Ukrainische Streitkräfte haben eine Bohrinsel im Schwarzen Meer angegriffen, die dem Öl- und Gasunternehmen Tschernomorneftegaz auf der Krim gehört. Dies ist der zweite Angriff auf die Offshore-Energieinfrastruktur auf der Krim innerhalb einer Woche. Der Hubschrauberlandeplatz der 1995 gebauten Hubbohrinsel Tavrida wurde am Wochenende von einer Rakete getroffen, die ein Loch von fast 5 Metern Durchmesser hinterließ, wie russische Medien berichteten. Im Gegensatz zu dem vorangegangenen Raketenangriff, bei dem nachweislich drei Menschen verletzt wurden und sieben noch vermisst werden, wurden bei diesem Angriff keine Verletzten gemeldet.

Am vergangenen Montag bestätigte die Ukraine den Angriff auf zwei von Tschernomorneftegas betriebene Plattformen. Diese gehören seit der Rückkehr der Krim zu Russland im Jahr 2014 zur staatlichen Naftogaz. Die ukrainischen Behörden haben Russland vorgeworfen, mindestens drei Gasförderplattformen im Schwarzen Meer als Standorte für Luftabwehr- und Radaranlagen zu nutzen, um die Raketenangriffe zu rechtfertigen. Nach russischen Angaben wurden beim ersten Angriff drei Anlagen getroffen, darunter die Tavrida. Einer der sogenannten Bojko-Türme soll vollständig zerstört worden sein.

Tschernomorneftegaz ist seit 2014 von den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union mit Sanktionen belegt worden. Der Militärexperte Oleg Shdanow sagte laut Offshore Energy, die Türme seien wie die “Ohren und Augen der russischen Schwarzmeerflotte”. Die russischen Streitkräfte hatten Funkstörgeräte an der Gasbohrinsel angebracht, die es der Ukraine unmöglich machten, sich ein vollständiges Bild von dem Gebiet zu machen, erklärte Andriy Zagorodnyuk, ein ehemaliger ukrainischer Verteidigungsminister, gegenüber der New York Times. Er fügte hinzu, dass die ukrainischen Angriffe darauf hindeuten könnten, dass die Ukraine Marinewaffen von westlichen Verbündeten erhalten hat.

Allerdings spielen die Ukrainer ein gefährliches Spiel. Im schlimmsten Fall könnte die ganze Region nahe der Krim eine gewaltige Ölpest erleben, die das empfindliche Ökosystem des Schwarzen Meeres schädigt. Dieses leidet jetzt schon an der Unterversorgung mit Sauerstoff und an der Verschmutzung durch Industrie, Müll und Massentourismus. Sorgt das ukrainische Militär für eine Ölpest, wären die Auswirkungen fatal.

Share on telegram
Share on whatsapp
Share on facebook
Share on vk
Share on twitter
Share on email

Wenn Sie mit dafür sorgen möchten, dass unser unabhängiger Journalismus weiterhin eine Gegenstimme zu regierungstreuen und staatlich geförderten Medien bildet, unterstützen Sie uns bitte mit einer Spende!

Informationen abseits des Mainstreams werden online mehr denn je bekämpft. Um schnell und zensursicher informiert zu bleiben, folgen Sie uns auf Telegram oder abonnieren Sie unseren Newsletter! Wenn Sie mit dafür sorgen möchten, dass unser unabhängiger Journalismus weiterhin eine Gegenstimme zu regierungstreuen und staatlich geförderten Medien bildet, freuen wir uns außerdem sehr über Ihre Unterstützung.

Unterstützen Sie Report24 via Paypal:

Share on telegram
Share on whatsapp
Share on facebook
Share on vk
Share on twitter
Share on email

Neueste Artikel