Polnischer General will russische Raketen über der Ukraine abschießen lassen

Symbolbild: freepik / boggy

Westliche Waffenlieferungen, die von russischen Raketen bedroht werden, müsse die NATO beschützen, so der polnische General Stanisław Koziej. Die NATO-Luftabwehr müsse diese Raketen vernichten. Doch dies wäre ein direkter Kriegseintritt des westlichen Militärbündnisses.

In Polen sorgt man sich offensichtlich um die westlichen Waffenlieferungen an die Ukraine, die immer wieder direkt nach Ankunft in der ehemaligen Sowjetrepublik von russischen Raketen ins Visier genommen und zerstört werden.

“Putins Armee siegt im Donbass, rückt dann nach Odessa vor, besetzt die Südukraine und schneidet sie vom Meer ab. Wenn Russland in der Ukraine gewonnen hätte, hätte es auch gegen dem Westen gewonnen. Putin würde sehen, dass seine Eskalationsdoktrin wirksam ist, und in ein paar Jahren könnte er weiter vorrücken, zum Beispiel in Richtung der Suwałki-Lücke”, warnte General Stanisław Koziej in einem Interview mit Onet, wie MSN Polen berichtet.

Der General erwartet jedoch territoriale Verluste für die Ukraine. “Aber wenn es um die Einheit des Staates, die Stärke des ukrainischen Volkes, die Stellung der Ukraine in der Welt oder ihre Chancen auf einen Beitritt zum Westen geht, hat die Ukraine diesen Konflikt gewonnen, auch wenn sie territorial abgeschnitten sein wird”, so der polnische Militär. Es sei allerdings auch wichtig, dass die Ukraine im Vergleich zu Beginn des Krieges nun über eine modernere westliche Militärausrüstung verfüge. Russland hingegen müsse auf veraltete Ausrüstung zurückgreifen, um die erlittenen Verluste auszugleichen. Wobei dies allerdings nur bedingt der Fall ist. Ähnlich wie die Amerikaner setzen die Russen auch lieber zuerst älteres Material ein, dessen Verlust weniger schmerzt. Gleichzeitig nutzen die Russen jedoch auch moderne Waffen wie Kalibr und Iskander-M-Raketen, um hochwertige Ziele möglichst effektiv auszuschalten.

Nach Ansicht des Generals sollte die NATO die vom Westen gelieferte militärische Ausrüstung auch in der Nähe der NATO-Grenzen – also auf ukrainischem Territorium – schützen. Denn die Russen versuchen, mit Langstreckenraketen diese Lieferungen zu zerstören. “Das ist inakzeptabel. Russische Langstreckenraketen, die vom Schwarzen Meer aus oder mit Hilfe der strategischen Luftfahrt auf die NATO-Grenzen zufliegen, sollten in angemessener Entfernung von dieser Grenze abgeschossen werden”, so General Koziej.

Der General weist zudem darauf hin, dass in der Ukraine derzeit zwei Kriege geführt werden: Einerseits jener Russlands gegen die Ukraine, andererseits gebe es auch einen Stellvertreterkrieg des Westens gegen Russland. “In dieser Konfrontation kann es nicht sein, dass eine Seite die Initiative ergreift. Es ist an der Zeit, die Philosophie des Ansatzes für die Konfrontation mit Russland auf ukrainischem Territorium zu ändern”, erklärte Koziej. Er warnt davor, dass ein Angriff russischer Truppen auf die baltischen Staaten oder Polen “keine Fiktion” sei. “Dies ist eine sehr wahrscheinliche Situation, die eintreten könnte, aber nur im Falle eines vollständigen russischen Sieges in der Ukraine”, erklärt der General.

“Putin ist irrational und Russland ist ein abenteuerlicher Gegner. Wenn Putin in der Ukraine gewinnen würde, wäre diese Irrationalität noch größer. Auch wenn wir alle der Meinung sind, dass Russland in einem solchen Krieg keine Chance hätte, muss man damit rechnen, dass Putin trotzdem angreift”, so Koziej abschließend.

Offensichtlich denkt General Koziej aus diesem Bedrohungsszenario heraus, dass die NATO quasi direkt die Initiative ergreifen muss. Allerdings müsste auch ihm klar sein, dass ein Abschuss russischer Raketen in der Westukraine (die übrigens von polnischen Nationalisten weiterhin als polnisches Territorium beansprucht wird) faktisch den direkten Kriegseintritt der NATO darstellt und eine Eskalation hin zum heißen Dritten Weltkrieg mit sich bringen wird. Ein Weltkrieg, der auch den Einsatz von Atomwaffen mit sich bringen und Europa in Schutt und Asche legen würde. Offensichtlich hat man in Polen vergessen, dass das eigene Volk während des Zweiten Weltkriegs, eingebettet zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion, fast zermalmt wurde und prozentual den größten Blutzoll zu entrichten hatte.

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