Polen demonstrieren gegen Massenzustrom von Ukrainern

Bilder: Screenshots via Twitter

Hunderte Polen gingen in Warschau auf die Straße, um gegen die anhaltende Einwanderungswelle aus der Ukraine zu protestieren. Dies sei “Polen und nicht Ukropol”, skandierten die Demonstranten in der polnischen Hauptstadt. Offenbar befürchten sie eine Verschmelzung Polens mit der Ukraine.

Während die Spitzenpolitiker in Polen die aktuelle Krise in der Ukraine als Gelegenheit betrachten, den Einfluss auf ehemals polnische westukrainische Gebiete auszudehnen, wächst in der Bevölkerung der Unmut über den Zustrom von unzähligen Ukrainern in das Land weiter an. Vor allem polnische Nationalisten, die historisch begründete Abneigungen gegen die Ukrainer haben, scheinen die Stimmung im Land für sich zu nutzen.

Dies ist Polen, nicht Ukropol”, skandierten die Demonstranten auf einem der im Internet aufgetauchten Videos und warfen der Regierung offenbar vor, Polen in einen Staat für Ukrainer zu verwandeln. Die Proteste fielen mit der Beendigung der Politik der Regierung zusammen, Bürgern, die ukrainische Flüchtlinge aufnehmen und versorgen, 40 Zloty (rund 8,50 Euro) pro Tag für jeden Ukrainer zu zahlen. Die polnischen Medien versuchen die Proteste zu diskreditieren, indem sie sie als “pro-russisch” bezeichnen.

Insgesamt sind seit dem Beginn der russischen Sonderoperation in der Ukraine etwa 3,57 Millionen Ukrainer nach Polen gekommen. Umfragen zeigen jedoch, dass die meisten von ihnen in andere Länder auswandern wollen. Nur 17 Prozent planen, in Polen zu bleiben. In den letzten Wochen sind weniger Ukrainer nach Polen eingereist als das Land verlassen haben.

Trotz der Kürzung der Mittel für die einreisenden Ukrainer hat Warschau die Waffenlieferungen an die Ukraine nicht reduziert und ist einer der wichtigsten Geber weltweit. Der Kreml hat wiederholt gewarnt, dass solche Lieferungen nicht nur die europäische Sicherheit untergraben, sondern auch den Konflikt verlängern und Kiew dazu veranlassen, Verhandlungen abzulehnen und noch mehr Ukrainer in den Tod zu schicken.

Es bleibt nun abzuwarten, ob sich die Proteste weiter ausbreiten oder im Laufe der nächsten Tage und Wochen wieder abklingen.

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