Nach Ukraine auch Georgien? Region Südossetien will Vereinigung mit Russland

Bild: freepik / Allexxandar

Während der Ukraine-Krieg nun bereits mehrere Wochen andauert, droht eine weitere außenpolitische Eskalation mit Russland-Bezug. Dieses Mal betrifft es Georgien, welches – wie die Ukraine – Teil der NATO werden möchte und ebenfalls direkt an Russland grenzt und die autonome Region Südossetien.

Mit dem Zerfall der Sowjetunion haben einige der Nachfolgestaaten auch territoriale bzw. ethnische Dispute geerbt. Der jüngste Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan ist ein Beispiel dafür, genauso wie die separatistischen Bestrebungen von Südossetien und Abchasien in Georgien. Auch die Ukraine-Krise kann als Teil des Ganzen betrachtet werden, wie auch der Transnistrien-Konflikt in Moldawien. Die politischen Entwicklungen führten beispielsweise dazu, dass nach dem von den Vereinigten Staaten unterstützten Putsch in der Ukraine die Krim für die Rückkehr nach Russland abstimmte (im Westen benutzt man den Begriff “Annexion” dafür) und sich im Donbass in den Oblasten Donezk und Luhansk sogenannte “Volksrepubliken” bildeten, die mittlerweile von Moskau anerkannt werden.

Doch das ist noch längst nicht alles. Nun will die sich von Georgien für unabhängig erklärte Republik Südossetien ein Referendum über den Anschluss an Russland abhalten (Zum Südossetienkrieg 1991/1992 und zum Kaukasuskrieg 2008, die als Grundlage für den Entschluss der südossetischen Regierung dienen, finden Sie hier einige kurze Erklärungen). Der Präsident Südossetiens, Anatoly Bibilov, erklärte, die Vereinigung mit Russland sei das strategische Ziel des Landes und auch das Bestreben der Bevölkerung des Gebiets. Er sagte weiter, dass in naher Zukunft die notwendigen rechtlichen Schritte für den Beitritt zu Russland unternommen werden und bekräftigte, dass Südossetien wieder ein Teil Russlands sein werde, das sein angestammtes Land sei. Bobilov betonte weiter, dass die Meinung der Bevölkerung zum Beitritt zur Russischen Föderation eingeholt werden müsse.

Sollte die Bevölkerung der autonomen georgischen Region dem Anschluss an Russland zustimmen, könnte sie Teil der russischen Republik Nordossetien-Alanien werden. Immerhin ist die Mehrheit der russischen Republik auch ossetisch. Doch ein solcher Schritt würde wahrscheinlich dazu führen, dass es zu einem Krieg zwischen Russland und Georgien kommt. Zumindest dann, wenn Moskau das Referendum anerkennt und die Eingliederung des Gebietes in die Wege leitet. Doch dann stellt sich die Frage, wie die Welt darauf reagieren wird.

In der Hauptstadt Südossetiens, Zchinwali, hat man die Nachricht jedoch offenbar mit Begeisterung aufgenommen, wie mehrere Videos (darunter auch das obige) zeigen.

Derweil stellt sich die Frage, wie die ebenfalls “abtrünnige” Republik Abchasien im Westen Georgiens auf diese Pläne reagieren wird. Die dortige Führung wird ebenfalls von Moskau unterstützt.

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