Nach “Fuck off”-Kommentar von Melnyk an Musk: Kein kostenloses Internet für Ukraine mehr von SpaceX

Bild: Courtesy Photo, Public domain, via Wikimedia Commons

Rund 20.000 Starlink-Satelliten wurden mittlerweile für die Ukraine gespendet – doch nun gab Elon Musk bekannt, dass SpaceX das Satelliteninternet nicht ewig für die Ukraine finanzieren könne. Stattdessen solle das Pentagon einspringen. Diese Ankündigung kommt kurz nachdem der Tesla-Gründer in den sozialen Netzen einen Vorschlag für einen Frieden in der Ukraine machte, der ihm von Botschafter Andrij Melnyk ein “Fuck off” einbrachte. Musk kommentierte: “Wir folgen nur seiner Empfehlung.”

CNN berichtete zuerst darüber, dass Musks SpaceX die Finanzierung des Starlink-Services beenden will: Das Unternehmen schilderte in einem Brief ans Pentagon, dass die Kosten sich bis zum Ende des Jahres auf 120 Millionen Dollar belaufen würden und in den nächsten zwölf Monaten auf 400 Millionen Dollar steigen könnten. Die Kosten entstehen nicht nur durch die Terminals selbst, sondern auch durch Wartungsarbeiten und den Schutz vor Cyber- und Störattacken, die laut Musk zunehmen.

„Wir sind nicht in der Lage, weitere Terminals an die Ukraine zu spenden oder die bestehenden Terminals auf unbestimmte Zeit zu finanzieren“, war in dem Brief zu lesen. Mitgesandt wurde unter anderem ein Dokument mit einer Forderung des kommandierenden Generals des ukrainischen Militärs, General Valerii Zaluzhniy: Dieser will weitere knapp 8.000 Starlink-Terminals von Elon Musk.

Diese Nachricht kommt kurz nachdem der umstrittene ukrainische Botschafter Andrij Melnyk sich wieder einmal im Ton vergriffen hatte: Musk hatte vor kurzem einen Friedensvorschlag auf Twitter gepostet, der ihm seitens ukrainischer Politiker und deren Anhänger einen Shitstorm einbrachte (Report24 berichtete: “Musk startet Twitter-Umfrage für einen Frieden in der Ukraine und entlarvt Kriegstreiber“). Melnyk reagierte darauf mit einem “Fuck off” (“verpiss dich”).

Musk kommentierte heute die Feststellung, dass die jüngste Starlink-Entwicklung nur Tage nach Melnyks verbaler Entgleisung käme, mit den Worten: “We’re just following his recommendation” – “Wir folgen nur seiner Empfehlung”.

Melnyk dürfte aber kaum der wahre Auslöser für den Rückzug von SpaceX sein, denn der Brief ans Pentagon soll vor dessen Tweet verschickt worden sein. Musk hatte allerdings auch schon vor seinem Twitter-Friedensvorschlag auf einer Konferenz letzten Monat angemerkt, dass die Zeit für Friedensverhandlungen gekommen sei, auch wenn die Ukraine dies nicht wolle.

Für die Kommunikation im ukrainischen Militär, aber auch für die Kontrolle von beispielsweise Drohnen, ist das Starlink-Internet im Krieg essenziell. Ob das Pentagon die Kosten übernehmen wird, ist derzeit noch offen.

Wenn Sie mit dafür sorgen möchten, dass unser unabhängiger Journalismus weiterhin eine Gegenstimme zu regierungstreuen und staatlich geförderten Medien bildet, unterstützen Sie uns bitte mit einer Spende!

Informationen abseits des Mainstreams werden online mehr denn je bekämpft. Um schnell und zensursicher informiert zu bleiben, folgen Sie uns auf Telegram oder abonnieren Sie unseren Newsletter! Wenn Sie mit dafür sorgen möchten, dass unser unabhängiger Journalismus weiterhin eine Gegenstimme zu regierungstreuen und staatlich geförderten Medien bildet, freuen wir uns außerdem sehr über Ihre Unterstützung.

Unterstützen Sie Report24 via Paypal:

Neueste Artikel