Macgregor: Washington verlängert nur das Leiden der Ukrainer

Symbolbild: (C) freepik @ nadezdagorosko

Der pensionierte Oberst der US-Armee Douglas Macgregor sieht in der US-Politik bezüglich der Ukraine eine Ausweitung des Leidens der Menschen dort. Washington würde die legitimen Sicherheitsinteressen Moskaus ignorieren.

Douglas Macgregor, ein pensionierter US-Oberst und von Präsident Donald Trump als Nachfolger Richard Grenells zum US-Botschafter in Deutschland nominierter (aber vom Senat nicht bestätigter) Militärexperte, gilt als vehementer Kritiker des Weißen Hauses in Bezug auf die Ukraine-Krise. In einem Artikel für “The American Conservative” wies er auf einen “Economist”-Artikel hin, in dem selbst der Chef der ukrainischen Streitkräfte, General Walery Saluschnyj, einen Erfolg der russischen Taktik für eine Winterschlacht bestätigte. Eine solche Offensive könnte die ukrainischen Reihen endgültig brechen, wie der ukrainische General anmerkte.

Doch Saluschnyj lehnt Friedensverhandlungen ab und fordert – wie auch Präsident Selenskyj – mehr Waffen, Ausrüstung und Unterstützung. Mit 300 neuen Panzern, bis zu 700 zusätzlichen Infanterie-Transportfahrzeugen und 500 weiteren Haubitzen könne die ukrainische Armee den Krieg immer noch gewinnen. Doch wie Macgregor in seinem Artikel anmerkte, bittet der General nicht einfach nur um Unterstützung, sondern faktisch um eine neue Armee. Und die Führung im Weißen Haus (sowie die gesamte “Kriegspartei” in der US-Politik) plädiert weiterhin für eine ewige Unterstützung, ungeachtet der Kosten. Dabei zieht Macgregor einen Vergleich mit dem Vietnamkrieg, wo die politische Führung in Washington ebenfalls die Tatsachen ignorierte und viel zu lange an einem “Endsieg” über den Vietkong festhielt. Und so schreibt der Oberst:

“Die Krankenhäuser und Leichenhallen der Ukraine sind mit verwundeten und sterbenden ukrainischen Soldaten überfüllt. Washingtons Stellvertreter in Kiew hat sein Humankapital und die beträchtliche westliche Hilfe in einer Reihe von selbstzerstörerischen Gegenoffensiven vergeudet. Die ukrainischen Soldaten, die in der Südukraine die Verteidigungslinien gegenüber den russischen Soldaten besetzen, sind tapfere Männer, aber sie sind nicht dumm. Die Spartaner an den Thermopylen waren mutig, und sie starben trotzdem.”

Für den Militärexperten ist dieser Krieg in der Ukraine nur die “Erweiterung der menschlichen Tragödie, welche die Ostexpansion der NATO schuf”. Washington habe die Ukrainer gedrängt zu kämpfen, nun müsse es diese dazu drängen aufzuhören. Es gebe kaum jemanden, der das Risiko eines Atomkrieges eingehen wolle – weder in London, noch in Paris oder Berlin. Selbst in den Vereinigten Staaten würden lediglich Ideologen, politische Opportunisten und die gierige Rüstungsindustrie einen potenziellen Krieg mit Russland riskieren wollen. Deshalb sei die Ignoranz Washingtons gegenüber den legitimen Sicherheitsinteressen Russlands ein Weg in einen langwierigen Konflikt mit noch mehr menschlichem Leid.

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